# taz.de -- Science-Fiction trifft auf Realität: Der Tag der Abrechnung
       
       > Laut dem bereits verstorbenen Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist der
       > 4. August 2026 „Der Tag der Abrechnung“. Was haben humanoide Roboter
       > damit zu tun?
       
 (IMG) Bild: Kanzler Merz bei seiner China-Reise bei der Firma Unitree Robotics in Hangzhou
       
       Die Menge der in den sozialen Medien geteilten Aufnahmen [1][humanoider
       Roboter] in Aktion übersteigt mittlerweile die Kapazitäten menschlicher
       Erinnerung.
       
       Allein in diesem Jahr konnte man unter anderem sehen: Friedrich Merz muss
       in Hangzhou tanzenden „Unitree Bots“ (G1) zusehen; japanische Forscher
       stellen den Roboter-Mönch „Buddharoid“ vor; der Roboter „Helix 02“ von
       Figure zeigt, wie er ein komplettes Wohnzimmer selbstständig aufräumt – vom
       Aufheben von Gegenständen über das Reinigen von Oberflächen bis hin zum
       Zurücklegen von Kissen auf die Couch; ein humanoider Roboter jagt
       Wildschweine durch Warschau; in Peking absolvieren humanoide Roboter
       Testrunden für einen Halbmarathon; ein Roboter von Sharpa Robotics schält
       mit zwei Händen geschickt einen Apfel; Melania Trump wird im Weißen Haus
       von einem humanoiden Roboter namens „Figure 3“ begleitet. Die Liste ließe
       sich fortsetzen.
       
       Dieser Tage werden uns neben den Clips mit all den Exemplaren von G1, Helix
       02 oder Figure 3 auch immer wieder Szenen aus T2 – James Camerons
       Science-Fiction-Film „Terminator 2 – Tag der Abrechnung“ von 1991 mit
       [2][Arnold Schwarzenegger] in der Hauptrolle – vom Algorithmus eingespielt.
       Sie wollen uns daran erinnern, dass der in einem nuklearen Inferno endende
       Krieg zwischen den humanoiden Robotern aus Flüssigmetall und dem
       menschlichen Widerstand bereits 2029 ausbricht.
       
       Dieses Datum, diese Geschichte sind aber möglicherweise nur ein
       superintelligentes Täuschungsmanöver des KI-Systems Skynet, das im Film
       gegen die Menschheit kämpft. Laut dem amerikanischen, im Jahr 2012
       gestorbenen Science-Fiction-Autor Ray Bradbury ist nämlich schon der 4.
       August 2026 der Tag der Abrechnung. Seine Kurzgeschichte „There Will Come
       Soft Rains“ (1950), in der es um einen nach einem Atomkrieg so routiniert
       wie nutzlos für niemanden mehr seinen Dienst erfüllenden Haushaltsroboter
       geht, ist auf den heutigen Tag datiert.
       
       Der gleichnamige sowjetische Animationsfilm von Nazim Tulyakhodzayev aus
       dem Jahr 1984, der sich Bradburys Geschichte als Vorlage nahm und den man
       auf YouTube finden kann, verlegte das Datum zwar in den – nuklearen? –
       Winter 2026, visualisierte aber schön drastisch, wie der zumindest in den
       Gesichtszügen ansatzweise humanoide Hausroboter diszipliniert ein
       komplettes Wohnzimmer in menschenleerer, postnuklearer Einöde selbstständig
       aufräumt – quasi vom Aufheben von Gegenständen über das Reinigen von
       Oberflächen bis hin zum Zurücklegen von Kissen auf die Couch. Ob wir uns
       heute Abend womöglich noch die netten Bilder mit [3][Melania Trump]
       zurückwünschen werden?
       
       4 Aug 2026
       
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