# taz.de -- Wahlprogramm der US-Demokraten: Für ein gutes und bezahlbares Leben
> Die Demokraten setzen vor den Midterms vor allem auf Wirtschaftsthemen.
> Der Kampf um die Sitze im Repräsentantenhaus wird eng, aber es könnte
> klappen.
(IMG) Bild: Der demokratische Fraktionsführer im US-Repräsentantenhaus, Hakeem Jeffries (rechts auf der Bühne), stellt das Wahlprogramm vor
Die Demokraten wollen bei den amerikanischen Kongresswahlen im kommenden
November die Vorherrschaft der Republikaner brechen und zumindest in einer
Kammer die Mehrheit zurückerobern. Da es bis zum Wahltag weniger als 100
Tage sind, stellte die Partei am vergangenen Wochenende ihr Programm vor,
das einen Wahlerfolg ermöglichen soll. Wie erwartet ging es darin vor allem
um wirtschaftliche Themen. Ganz oben auf der Agenda stand das immer wieder
zitierte Wort: „Affordability“ – auf Deutsch „Bezahlbarkeit“.
Schon im vergangenen Herbst setzten die Demokraten im Wahlkampf auf dieses
Thema. Und der Erfolg bei den Gouverneurswahlen in New Jersey und Virginia
sowie [1][bei der Bürgermeisterwahl in New York] scheint das Thema gestärkt
zu haben. Hinzu kommt, dass die Lebenshaltungskosten trotz der Versprechen
von US-Präsident Donald Trump und seiner republikanischen Partei in diesem
Jahr weiter gestiegen sind. Vor allem der Krieg gegen Iran hat laut
Ökonomen erheblich dazu beigetragen.
Der demokratische Fraktionsführer im US-Repräsentantenhaus, Hakeem
Jeffries, stellte das Parteiprogramm am Sonntag während einer
Wahlkampfveranstaltung im Swing State Pennsylvania vor und machte klar,
dass sich das Land zwei weitere Jahre eines von „MAGA-Republikanern
geführten Kongresses“ nicht leisten könne.
„Wenn man hart arbeitet und sich an die Regeln hält, sollte man ein Leben
in der Mittelschicht führen können – ein komfortables, bezahlbares und
gutes Leben“, sagte der Abgeordnete aus New York.
## Gute Vorzeichen
Dass dem aktuell oft nicht so sei, sei laut den Demokraten der Politik von
Republikanern und Präsident Trump geschuldet. Neben einer Senkung der
Lebenshaltungskosten wollen Demokraten – sollten sie die Kontrolle im
Kongress zurückgewinnen – Präsident Trump dazu zwingen, den Krieg in Iran
zu beenden und die Abschiebepolitik seiner Regierung einzudämmen sowie das
Justizministerium dazu bewegen, die bislang unveröffentlichten
Ermittlungsakten im Fall Jeffrey Epstein zu veröffentlichen.
Dennoch sind es vor allem die wirtschaftlichen Themen, auf die die
Demokraten im Endspurt bis zur Wahl setzen werden. Historisch gesehen
stehen die Vorzeichen nicht schlecht, denn die Kongresswahlen sind oftmals
ein Referendum über die Regierungsarbeit. Seit 2002 hat die Partei des
jeweils amtierenden Präsidenten es nicht mehr geschafft, die Kontrolle über
das Repräsentantenhaus bei den Zwischenwahlen zu verteidigen.
Die Republikaner haben versucht, dieses Defizit durch die Neugestaltung von
Wahlbezirken zu minimieren. Tatsächlich sind dadurch weniger Sitze
umkämpft. Laut dem [2][Cook Political Report] ist das Rennen um gerade
einmal 18 von 435 Sitzen im Repräsentantenhaus wirklich offen. Das sind
fünf Prozent aller Sitze, die am Ende über die Mehrheit entscheiden.
Im Kampf um die Senatsmehrheit wird es noch enger. Da jedoch nur ein
Drittel der Senatssitze zur Wahl steht, haben die Republikaner eine gute
Chance, die Mehrheit dort zu verteidigen. Wie wichtig die bevorstehenden
Kongresswahlen sind, zeigt sich daran, dass Trump selbst auf Wahlkampftour
geht, um für republikanische Kandidaten zu werben.
## Trump warnt vor „Kommunisten“
Die Republikaner haben vor allem die jüngsten Erfolge der Demokraten des
linken Flügels der Partei ins Visier genommen. Diese oft selbsternannten
demokratischen Sozialisten werden von Trump gerne als Kommunisten
bezeichnet, die das Land in den Abgrund führen würden. Während einer
Wahlkampfveranstaltung in Michigan am Montag wiederholte der Präsident
diese Warnung.
Auch die Demokraten selbst sind damit beschäftigt, die verschiedenen
Fraktionen innerhalb der Partei zu vereinen. Das ist jedoch leichter gesagt
als getan, da aufständische Kandidaten des linken Flügels versuchen, andere
Themen im Wahlkampf hervorzuheben, wie die Unterstützung Israels durch die
USA. Der Ausgang der Wahlen im November wird darüber entscheiden, wie die
verbleibenden zwei Jahre der Trump-Regierung aussehen werden.
28 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Zohran-Mamdani-wird-neuer-Buergermeister-von-New-York/!6127069
(DIR) [2] https://www.cookpolitical.com/ratings/house-race-ratings
## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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