# taz.de -- Krieg in der Ukraine: Ukrainische Drohnenangriffe auf Russland
       
       > In der südrussischen Stadt Rostow am Don sterben in der Nacht zu Montag
       > zwei Menschen, 12 werden verletzt. Auch aus Belgorod werden Einschläge
       > gemeldet.
       
 (IMG) Bild: Ein Soldat der ukrainischen Brigade startet eine Drohne in Richtung russischer Stellungen
       
       Bei ihrer Abwehr der russischen Invasion hat die Ukraine das Hinterland des
       Gegners erneut mit Hunderten Kampfdrohnen angegriffen. Dabei kamen in der
       südrussischen Hafenstadt Rostow am Don zwei Zivilisten ums Leben, als eine
       Drohne in ein Hochhaus einschlug, wie Gouverneur Juri Sljussar mitteilte.
       Weitere fünf Menschen seien verletzt worden, schrieb er auf Telegram. Der
       Angriff galt vermutlich dem nahe gelegenen Hafen der Stadt, über dem nach
       Augenzeugenberichten eine Rauchwolke aufstieg.
       
       Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, in der Nacht seien
       insgesamt 276 ukrainische Kampfdrohnen über verschiedenen Landesteilen
       abgefangen worden. Diese Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar, sie
       deuten aber auf einen großangelegten ukrainischen Angriff hin. Zahlreiche
       russische Flughäfen mussten den Betrieb zeitweise einschränken.
       Drohneneinschläge wurden auch aus der russischen Großstadt Belgorod dicht
       an der Grenze zur Ukraine gemeldet. Es habe zwölf Verletzte gegeben.
       
       Nach Kyjiwer Angaben griff die russische Armee die Ukraine über Nacht mit
       147 Kampfdrohnen an, von denen 123 ausgeschaltet worden seien. Es habe
       Einschläge an zehn Orten im Land gegeben, teilte die Luftwaffe mit.
       
       Am Sonntagabend hatte Russland nach eigener Darstellung den ukrainischen
       Hafen Tschornomorsk in der Region Odessa angegriffen und dort erhebliche
       Schäden angerichtet. Wie das Verteidigungsministerium in Moskau nach
       Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Tass mitteilte, wurde im Hafen
       ein Container-Terminal mit Militärgütern angegriffen und beschädigt. Zudem
       sei bei dem Angriff mit Präzisionswaffen und Drohnen ein Stückgutfrachter
       getroffen worden.
       
       ## Angriff auf Frachter bestätigt
       
       Von ukrainischer Seite wurde am Abend bestätigt, dass vor der Küste bei
       Odessa ein unter fremder Flagge fahrender Frachter nach einem russischen
       Raketenangriff gesunken sei. Bei dem Angriff am 19. Juli seien neun
       Besatzungsmitglieder sowie ein ukrainischer Lotse getötet worden, teilte
       der regionale Militärverwalter Oleh Kiper auf Telegram mit. Acht Mann
       Besatzung seien gerettet worden. Die „Golden Leo“, die unter der Flagge von
       Guinea-Bissau fuhr, habe Mais transportiert.
       
       Russland versucht seit einiger Zeit, die ukrainische Schifffahrt in der
       Region Odessa sowie zu den Donau-Binnenhäfen zu stören. Die Ukraine
       exportiert einen großen Teil ihres Getreides über diese Häfen. Der Hafen
       von Tschornomorsk zählt zu den größten in Europa.
       
       Unterdessen äußerte sich Russlands Präsident Wladimir Putin mal wieder
       grundsätzlich zu Moskaus Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es gebe „keine
       Aggression von russischer Seite“, sagte Putin und behauptete, die Russen
       seien „gezwungen gewesen, die Spezialoperation zu starten, um die bereits
       vom Westen und dem Kyjiwer Regime begonnenen Kampfhandlungen zu beenden“,
       sagte er am Sonntag bei einem Treffen mit russischen Militärs.
       
       Über das Treffen berichteten die staatliche Nachrichtenagentur Tass sowie
       die Telegram-Kanäle „Vy slushali“ und „Smotri“, die entsprechende
       Videoclips von Putins Äußerungen veröffentlichten. Er sei sich sicher, so
       Putin weiter, dass die Ukraine früher oder später diese westlichen Gebiete
       verlieren werde. Wie er zu dieser Einschätzung komme, erläuterte er nicht.
       (dpa, taz)
       
       27 Jul 2026
       
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