# taz.de -- Umfrage zu Besteuerung von Alkohol: Mehrheit für erhöhte Alkoholsteuer
> Mehr als 455 Millionen Euro soll eine höhere Alkoholsteuer bringen. Doch
> viele bezweifeln, dass damit seltener zur Flasche gegriffen wird.
(IMG) Bild: Der Gesetzesentwurf sieht eine Steuererhöhung um 20 Prozent auf Spirituosen wie Rum, Wodka und Korn vor
dpa Die geplante stärkere Besteuerung alkoholischer Getränke stößt einer
Umfrage zufolge bei einer großen Mehrheit der Bürger auf Zustimmung. Knapp
zwei Drittel gaben in der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa
für die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) an, dass sie diesen Vorstoß der
Bundesregierung für sinnvoll halten. Ein Drittel hält ihn für nicht
sinnvoll.
Gleichzeitig ist der Glaube an die [1][Lenkungswirkung der Steuererhöhung]
sehr begrenzt. Zwei Drittel der Befragten glauben nicht, dass der Konsum
der betreffenden Getränke dadurch zurückgehen wird, knapp ein Drittel (29
Prozent) hat diese Hoffnung. Tendenziell zeigen sich die Befürworter der
Steuererhöhung hier etwas zuversichtlicher (35 Prozent).
## Ausweichbewegung auf Bier und Wein?
Viele Befragte gehen davon aus, dass sich Alkoholkonsum stärker auf Bier
und Wein verlagern wird, die von der Steuererhöhung ausgenommen sind, oder
dass Alkohol günstiger im Ausland gekauft wird. Eine große Mehrheit (74
Prozent) hält mehr Aufklärung und Prävention für geeignet, um [2][den
Alkoholkonsum in Deutschland einzudämmen.] Zwei Drittel sehen auch in einem
vollständigen Alkoholverbot für unter 18-Jährige ein geeignetes Mittel.
Das Bundeskabinett hatte Anfang Juli einen Gesetzentwurf auf den Weg
gebracht, der zum 1. Januar 2027 eine Steuererhöhung um 20 Prozent auf
Spirituosen wie Rum, Wodka und Korn vorsieht. Auch Sekt, Champagner,
Likörweine und Alkopops sollen stärker besteuert werden. Bier und Wein sind
nicht betroffen. Erwartet werden Mehreinnahmen von 455 Millionen Euro
jährlich.
Für die nach KKH-Angaben repräsentative Umfrage hatte Forsa zwischen dem
14. und 16. Juli 1.022 Personen im Alter von 16 bis 70 Jahren bundesweit
befragt.
27 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Sollte-Alkohol-hoeher-besteuert-werden/!6127737
(DIR) [2] /Suchtforscherin-ueber-Alkohol-Deutschland-ist-Hochkonsumland/!6145557
## TAGS
(DIR) Alkohol
(DIR) Gesundheitspolitik
(DIR) Steuerpolitik
(DIR) Alkoholverbot
(DIR) Krankenkassen
(DIR) Gesundheitspolitik
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Alkoholverbot an Bahnhöfen: Weg mit dem Wegbier
Ab Oktober soll an S-Bahnhöfen ein Alkoholverbot gelten. Sorgt das für mehr
Sicherheit – oder geht so etwas verloren? Die taz hat sich am Berliner
Ostbahnhof umgehört.
(DIR) Konsumsteuer: Kein Zuckerschlecken
Eine Expert:innen-Kommission sieht Möglichkeiten, wie die Bevölkerung
gleichzeitig gesünder und die Krankenkassen entlastet werden könnten. Mit
dabei: die Zuckersteuer.
(DIR) Forscherin über Alkohol: „Deutschland ist Hochkonsumland“
Nach Deutschlands schlechtem Abschneiden im Public Health Index fordern SPD
und CDU mehr Alkoholsteuern. Laut Suchtforscherin Kilian reicht das nicht.