# taz.de -- Thriller „Something in the Water“: Das Monster ist der Mensch
       
       > Queere Liebe, fünf Freundinnen, ein gieriger Hai: „Something in the
       > Water“ bietet Horror mit Tiefgang. Nun ist der Thriller in der
       > ZDF-Mediathek zu sehen.
       
 (IMG) Bild: Protagonistin Cam (Nicole Rieko Setsuko) wollte nur einen schönen Urlaub haben
       
       Eng umschlungen treiben die beiden im offenen Meer, zwischen ihnen nur die
       rote Rettungsboje und eine jahrelange tiefe Freundschaft. Was an die
       Oberfläche kommt, ist jedoch nicht nur Emotion, sondern auch eine
       Haiflosse.
       
       Dabei wollten die fünf Freundinnen, die – teils recht kurz – im Wasser um
       ihr Überleben kämpfen, eigentlich nur eine extravagante Hochzeit und davor
       einen schönen Junggesellinnenabschied feiern.
       
       Verkatert nach dem ersten Abend voller Party und Alkohol steigen sie auf
       ein kleines Boot, mit dem sie auf eine abgelegene Karibikinsel fahren, wo
       sie erst mal zwei von ihnen, Mag und Kayla an einem abgelegeneren Strand
       aussetzen, damit sie endlich über ihre Trennung reden. Denn „Something in
       the Water“ hat zwar einen ganz klassischen Plot (Freundinnen auf einer
       einsamen Insel, Haiangriff, Flucht per Boot, Boot sinkt, Haiangriff), ist
       aber außerdem eine queere Geschichte.
       
       Der Film verwehrt sich dafür schon zu Beginn, mit einer Feierszene vom
       Junggesellinnenabschied einzusteigen oder mit einer überschwänglichen
       Wiedervereinigung am Flughafen. Stattdessen führt er uns in ein schäbiges
       Treppenhaus in der Nacht und in die Gewalt durch Menschen. Händchen haltend
       schlendern Kayla und Meg umher, da treffen sie auf eine Gruppe
       homofeindlicher Frauen, die Meg angreifen und sie fast tot prügeln.
       
       ## Sich selbst zerfleischen
       
       Die Beziehung allerdings überlebt nicht. Das Monster ist der Mensch, im
       [1][Hai-Genre] wird das gern vergessen, hier allerdings nicht. Und nun:
       Treiben sie im Wasser, reden allesamt über ihre Gefühle, verbrennen sich
       (so schön realistisch) die Haut, unterhalten sich über Abwehrstrategien,
       verfluchen Reiche, zerfleischen sich selbst und trauern um jene Ally, die
       vom Hai zerfleischt wird.
       
       Dieser Film ist kein Meisterwerk. Aber Hai-Filme sieht man sich auch nicht
       an, weil man Tiefgründiges erwartet, sondern Tiefgründiges fürchtet: Man
       guckt sie für die Angst vor dem Räuber, den man nur ahnt. Vor dem Tod im
       Unbeherrschbaren, in dem wir Menschen hilfloser sind als überall sonst.
       
       [2][„Something in the Water“] ist kein klassischer Survival-Thriller. Es
       mag ihm an Einigem fehlen, etwa an blutdurchtränktem Gore, nicht allerdings
       an Trauma und Gewalt. Denn dieser Hai-Film scheut sich nicht, auf den
       Klamauk von „Sharknado“ und Konsorten zu verzichten. Stattdessen lehnt er
       sich in das Drama, das aus der Masse an Hai-Filmen hervorsticht, wie die
       Rückenflosse eines eigentlich nur [3][neugierigen und hungrigen Tiers], das
       eben jagen muss, um zu überleben.
       
       11 Aug 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /50-Jahre-Der-weisse-Hai/!6101685
 (DIR) [2] https://www.zdf.de/filme/something-in-the-water-movie-100
 (DIR) [3] /Die-Wahrheit/!6124344
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Johannes Drosdowski
       
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