# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Ölpreis steigt auf über 100 Dollar
> Der US-Präsident droht den islamistischen Iran-Verbündeten im Jemen.
> Zuvor hatten seine Streitkräfte die zwölfte Nacht in Folge Ziele in Iran
> angegriffen.
(IMG) Bild: Die Schornsteine der Mineralölraffinerie Oberrhein: 100 Dollar kostet Brent-Rohöl mittlerweile
## Trump holzt gegen Huthis
US-Präsident Donald Trump hat der Huthi-Miliz im Jemen für den Fall
weiterer Angriffe auf Schiffe mit einer „massiven militärischen Bestrafung“
gedroht. Die USA würden in einem solchen Fall den Iran zur Rechenschaft
ziehen, schrieb Trump am Donnerstag in den sozialen Medien. Die Huthi seien
Handlanger beziehungsweise Stellvertreter des Irans. Eine militärische
Bestrafung werde sich daher gegen den Iran und natürlich die Huthi richten.
Der US-Präsident erklärte, er sei sehr enttäuscht von der Miliz. Die Huthi
hätten sich sehr verantwortungsbewusst verhalten, nachdem sie im
vergangenen Jahr als Reaktion auf ihre Attacken gegen Handelsschiffe ins
Visier von US-Angriffen geraten waren. „Leider fangen sie jetzt wieder
damit an und haben letzte Nacht auf zwei saudi-arabische Schiffe
geschossen“, sagte Trump.
Die vom Iran unterstützte Miliz hatte nach eigenen Angaben zwei saudische
Öltanker im Roten Meer angegriffen. Beide Schiffe seien getroffen worden
und in Brand geraten, teilten die Huthi mit. (ap)
## Preis für Brent-Rohöl steigt über 100 Dollar
Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist am Donnerstag auf 100
Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Damit setzt sich der Preisanstieg
angesichts der anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg fort. Getrieben wird der
Preis, der bis Anfang Juli noch auf rund 70 Dollar gefallen war, von der
erneuten Eskalation im US-iranischen Krieg.
Noch liegt der Ölpreis aber ein gutes Stück unter dem Jahreshoch von rund
126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Damals hatte der Beginn des
Iran-Krieges durch die USA und Israel den Preis stark nach oben getrieben.
(dpa)
## Irans Armee und Revolutionsgarden melden Angriffe auf US-Ziele in Kuwait
und Jordanien
Nach den jüngsten US-Angriffen auf Iran haben die iranische Armee und die
Revolutionsgarden nach eigenen Angaben Angriffe auf US-Ziele in Kuwait und
Jordanien ausgeführt. Die iranischen Revolutionsgarden reklamierten am
Donnerstag Attacken auf den in Kuwait gelegenen Luftwaffenstützpunkt Ali
al-Salem, das Wüstenlager Udairi und eine Telekommunikationseinrichtung für
sich, wie das Staatsfernsehen berichtete.
Auch die iranische Armee gab einen Angriff auf den Stützpunkt Ali al-Salem
bekannt, zudem eine Attacke auf die ebenfalls in Kuwait gelegenen
Militärstützpunkte Doha und Arifdschan, wie es laut Staatsfernsehen in
einer weiteren Erklärung hieß.
Die iranischen Revolutionsgarden gaben laut dem Staatsfernsehen des
Weiteren an, US-Militärausrüstung in Jordanien zerstört zu haben. Die
Revolutionsgarden erklärten demnach, sie hätten unter anderem Radarsysteme,
ein Patriot-Luftabwehrsystem und einen Hubschrauberhangar angegriffen. Die
US-Streitkräfte hatten zuvor die zwölfte Nacht in Folge Ziele in Iran
attackiert. (dpa)
## Saudi-arabisches Schiff im Roten Meer beschossen
Die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen greifen nach eigenen
Angaben zwei saudische Öltanker an. Die Schiffe mit den Namen Encela und
Laylia hätten eine von der Gruppe verhängte Seeblockade verletzt, heißt
es zur Begründung. Die Huthi hatten am Montag eine Seeblockade gegen
Saudi-Arabien verhängt. Eine Stellungnahme von Saudi-Arabien liegt
zunächst nicht vor. (rtr)
## Miliz verkündet „Verbot der Schifffahrt“ für Saudi-Arabien
Die Huthi hatten am Montag eine „Blockade“ für saudi-arabische Schiffe
angekündigt – rund eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem
benachbarten Königreich, das seit mehr als zehn Jahren Krieg gegen die
Miliz führt. Für Saudi-Arabien gelte ab sofort ein „Verbot der
Schifffahrt“, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Er ließ aber offen,
in welchen Gewässern das Verbot gelten solle.
Die [1][Huthi kontrollieren im Jemen vor allem den Norden] des Landes und
weite Teile der westlichen Küste am Roten Meer. Von dort aus können sie mit
ihrem Arsenal aus Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern auch Schiffe in
der Meerenge Bab al-Mandab angreifen, die zusammen mit der [2][Straße von
Hormus] zu den wichtigsten Seewegen weltweit zählt. Wegen der faktischen
Blockade der Straße von Hormus im Irankrieg exportiert Saudi-Arabien einen
großen Teil seines Öls derzeit über eine Pipeline aus dem Osten zum Hafen
Janbu am Roten Meer.
In den vergangenen Jahren beeinträchtigten die Huthi mit Angriffen im Roten
Meer – im Zusammenhang mit dem Gazakrieg – den Welthandel mehrfach massiv.
Durch das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab („Tor der Tränen“ oder
„Tor der Klagen“) vor Jemens Küste führt der Seeweg von Asien über den
Suezkanal nach Europa. (dpa)
## US-Militär beendet nächste Angriffswelle gegen Iran
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht wieder militärische
Ziele in Iran attackiert. Die fünfstündige Angriffswelle sei um 22.30
US-Ostküstenzeit (6.00 Uhr Ortszeit im Iran) beendet worden, teilte das für
die Region zuständige US-Kommando Centcom über die Plattform X mit. Zu den
Zielen zählten demnach Raketen- und Drohnenlager, Anlagen zur
Küstenüberwachung sowie die Flugabwehr des Landes. Die Angriffe sollten
künftige Attacken auf Handelsschiffe und zivile Seeleute verhindern, hieß
es. Es war die zwölfte Nacht in Folge, in der die USA die Islamische
Republik angriffen.
[3][US-Präsident Donald Trump] hatte am Mittwoch bei einer Veranstaltung in
Marietta im US-Bundesstaat Georgia betont, dass Iran aus seiner Sicht noch
nicht bereit für einen Deal sei. Immer wenn Teheran einen Kompromiss
schließe, wollten die Iraner ihn danach wieder ändern, kritisierte Trump.
„Sie sind noch nicht bereit. Sie werden aber sehr bald bereit sein“,
betonte er – was sich als indirekte Drohung interpretieren ließ.
Bereits am Mittwochmorgen (US-Ostküstenzeit) hatte Trump Iran sehr deutlich
gedroht, die Vereinigten Staaten würden künftig jedes Mal eine Brücke oder
ein Kraftwerk in Iran „bombardieren und zerstören“, wenn die Islamische
Republik ein Schiff in der Straße von Hormus beschießt, schrieb er auf
seiner Plattform Truth Social. Dabei würden auch Brücken und Kraftwerke in
Teheran oder in der Nähe der Hauptstadt ins Visier genommen. (dpa)
## Bericht: USA entsenden Spezialeinheiten, Bomber in Bereitschaft
Wegen des Streits um die für den weltweiten Handel mit Energieträgern wie
Öl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus eskaliert der Irankrieg seit
Anfang des Monats wieder. US-Medien berichten seit Tagen über Indizien für
eine mögliche Ausweitung der US-Angriffe – etwa über die Verlegung weiterer
Kampfflugzeuge in die Region.
Das Wall Street Journal berichtet nun über weitere Anzeichen dafür. So
seien in der vergangenen Woche laut Flugverfolgungsdaten und Aussagen von
US-Beamten Spezialeinheiten in die Region entsandt worden. Zudem befänden
sich Bomber auf Stützpunkten in den USA und Großbritannien in höchster
Einsatzbereitschaft, zitiert die Zeitung einen der Beamten. Außerdem seien
in den vergangenen Tagen mehr als 150 Sanitäter im Landstuhl Regional
Medical Center in Rheinland-Pfalz eingetroffen, der wichtigsten
Anlaufstelle für die Behandlung von im Nahen Osten verletzten US-Soldaten.
Nach Einschätzung des Wall Street Journal könnte die Truppenverstärkung
auch darauf abzielen, Trump mehr Handlungsspielraum zu geben, um gegen die
von Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen vorzugehen. Die Islamisten
hatten am Montag eine „Blockade“ für saudische Schiffe angekündigt – rund
eine Woche nach einer neuen Konfrontation mit dem Königreich, das an den
Jemen grenzt und seit mehr als 10 Jahren Krieg gegen die Miliz führt. (dpa)
23 Jul 2026
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