# taz.de -- Das WM-Tagebuch des Fifa-Präsidenten: Finale Gedanken vor dem Finale
       
       > Gianni Infantino ist schon vor dem WM-Finale einfach nur dankbar dafür,
       > was er für den Fußball getan hat. Auch Donald Trump wird von ihm gelobt.
       
 (IMG) Bild: Zwei Freunde müsst ihr sein: Donald Trump und Gianni Infantino vor dem WM-Finale in New York
       
       Heute endet für mich [1][eine großartige Reise]. Vor dem Endspiel am Abend,
       von dem man schon vor dem Anpfiff sagen kann, dass es das beste aller
       Zeiten gewesen sein wird, greife ich das letzte Mal zum Griffel, um ein
       paar Zeilen in mein Turniertagebuch zu notieren. Ich bin in diesen Stunden
       von dem Turnier der vielleicht dankbarste Mensch in diesem Universum.
       
       Ich durfte in den vergangenen Wochen miterleben, wie aus unseren
       ehrgeizigen Plänen Realität wurde. Wie aus einem Fußballturnier ein Event
       der Rekorde geworden ist. Dass auch ich selbst für den einen oder anderen
       Eintrag in die Rekordbücher des Fußballs sorgen durfte, erfüllt mich bei
       aller gebotenen Bescheidenheit durchaus mit Stolz.
       
       Noch nie hat ein Fifa-Präsident während eines Turniers so viele Meilen mit
       einem Flugzeug zurückgelegt wie ich. [2][Fast 100.000 Kilometer habe ich
       mit dem Flugzeug überbrückt], um dem Fußball an jedem Turniertag so nahe
       sein zu können wie möglich. 43 Spiele habe ich in 16 WM-Stadien besucht. 13
       Mal ist es mir gelungen, am selben Tag zwei Spiele zu besuchen. Auch wenn
       es niemanden gibt, der auch nur annähernd auf diese Zahlen kommt, käme es
       mir nie in den Sinn, dafür einen Preis einzufordern. Solche sind bei der
       Fifa für die Menschen reserviert, die näher am Fußball sind, als es der
       Präsident eines Verbandes sein kann.
       
       Mein Freund Donald Trump, den ich vor dem Finale in New York noch einmal
       treffen durfte, ist einer dieser Fußballmenschen, den wir mit einem Preis
       auszeichnen durften. Haben Sie mitbekommen, wie er das Halbfinale Englands
       gegen Argentinien analysiert hat? Ich war jedenfalls begeistert über die
       Fragen, die er zu diesem Spiel hatte, in der er seinen Golfpartner Harry
       Kane plötzlich in der Rolle eines Verteidigers gesehen hat. Hätte ich bei
       einer TV-Anstalt das sagen, ich würde alles dafür unternehmen, [3][Donald
       Trump bei der nächsten Weltmeisterschaft ans Expertenmikrofon] zu bekommen.
       
       So ungerecht es Donald auch empfinden mag, dass man ihm den Wahlsieg 2021,
       wie er es sagt, gestohlen hat, so froh bin ich doch nun, an seiner Seite
       die WM erleben zu dürfen. Hätte er seine zweite Amtszeit direkt im
       Anschluss an seine erste antreten dürfen, ich wäre ihm vielleicht nie so
       nahegekommen. Nun, es ist anders gekommen. Und wir haben das Beste daraus
       gemacht. Heute weiß Donald Trump, dass ich abheben werde, wann immer er zum
       Telefonhörer greift, um mich anzurufen. Ich finde, das ist eines der
       größten Geschenke, die ich mitnehmen kann von dieser WM. Auch dafür bin ich
       dankbar.
       
       Es ist der Kontakt zu den wichtigsten Menschen der Erde, der den Fußball am
       Ende besser macht. Und genau das ist uns gelungen. 15 Milliarden US-Dollar
       werden wir am Ende mit der WM umgesetzt haben. Ich finde, das sagt alles:
       Nie war der Fußball besser.
       
       19 Jul 2026
       
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