# taz.de -- +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Nach Tod zweier Soldaten wieder US-Angriffe gegen Iran
> Das US-Militär reagiert auf iranische Angriffe auf Soldaten mit neuen
> Luftschlägen. Iran greift US-Militärstützpunkte in Kuwait an.
(IMG) Bild: Ein F-16-„Fighting Falcon“-Flugzeug der US-Luftwaffe startet am 22. Juni von einem Stützpunkt im Zuständigkeitsbereich des US-Zentralkommandos
## US-Militär will Iran mit neuen Angriffen „bestrafen“
Um die iranischen Revolutionsgarden nach der Tötung zweier US-Soldaten in
Jordanien zu „bestrafen“, hat die US-Armee nach eigenen Angaben erneut
Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Das Regionalkommando Centcom
erklärte am Samstag (Ortszeit), mit den Attacken sollten zudem die
Fähigkeiten Irans weiter geschwächt werden, „die kommerzielle Schifffahrt
in der Straße von Hormus zu bedrohen“. Iran reagierte mit Angriffen auf
zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait.
Das US-Regionalkommando erklärte, zu den Zielen der jüngsten Angriffe
gehörten Einheiten, die hinter dem iranischen Angriff in Jordanien mit den
zwei getöteten US-Soldaten standen. Die iranischen Revolutionsgarden
sollten „umgehend“ bestraft werden, erklärte Centcom im Onlinedienst X. Bei
den zwei Getöteten handelte es sich um die ersten US-Soldaten, die [1][seit
der jüngsten Eskalation im Irankrieg] getötet wurden. Die Zahl der
US-Soldaten, die seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf Iran Ende
Februar getötet wurden, [2][stieg damit auf 16]. (afp)
## Iran meldet Angriffe
Die iranischen Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim meldeten zeitgleich
US-Angriffe auf den Ort Sirik, dessen Hafen an der Straße von Hormus liegt.
In der Meerenge hatten die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben zuletzt
vier Schiffe mit einem kombinierten Raketen- und Drohneneinsatz an der
Durchfahrt gehindert. Die Führung in Teheran hält die für die
internationale Schifffahrt äußerst wichtige Meerenge wegen des Irankriegs
de facto geschlossen.
Die iranische Armee erklärte laut dem staatlichen Rundfunk, als Reaktion
auf die jüngsten US-Attacken habe sie US-Militärstützpunkte in Kuwait mit
Drohnen angegriffen. Demnach attackierten die Streitkräfte ein
Munitionslager der US-Armee im Wüstencamp Udairi und Radarsysteme auf dem
Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem. Schon zuvor hatte Iran Ziele in Kuwait
angegriffen.
[3][Der oberste Führer Irans, Modschtaba Chamenei,] hatte den USA am
Freitag nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land in einer Erklärung
mit „unvergesslichen Lektionen“ gedroht. Die Verstöße der USA gegen das mit
Teheran vereinbarte Rahmenabkommen hätten „einmal mehr allen die
Wertlosigkeit der Unterschrift“ von US-Präsident Donald Trump vor Augen
geführt, hieß es weiter. Auch Trump hatte vor wenigen Tagen mit einer
Ausweitung der Angriffe gedroht, falls die Verhandlungen mit Teheran über
ein endgültiges Ende des Krieges scheitern sollten. (afp)
## Iranische Armee meldet Angriffe auf zwei US-Militärstützpunkte in Kuwait
Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben zwei US-Militärstützpunkte in
Kuwait mit Drohnen angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf die US-Attacken
auf Ziele in der Islamischen Republik, erklärten die Streitkräfte am
Sonntag laut dem staatlichen Rundfunk. Demnach griffen sie ein
Munitionslager der US-Armee im Wüstenlager Udairi und Radarsysteme auf dem
Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salem an. (afp)
## Bericht: US-Angriff nahe iranischer Insel Gheschm
Im Zuge der neuen Luftangriffe des US-Militärs in Iran werden dort
Raketenschläge nahe der Insel Gheschm im Persischen Golf gemeldet. Die
iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete am frühen Morgen Ortszeit
von mindestens sechs Raketen, die in Gebieten am Rande der Insel
eingeschlagen seien. Nähere Einzelheiten gab es demnach zunächst nicht. Das
US-Militär hatte zuvor nach dem Tod von zwei seiner Soldaten
Vergeltungsschläge gegen Irans Revolutionsgarden angekündigt und mit neuen
Luftangriffen begonnen. (dpa)
## Trump über Tod von US-Soldaten: „sehr traurige Sache“
US-Präsident Donald Trump hat den Tod von zwei weiteren US-Soldaten im
Irankrieg als „sehr traurig“ bezeichnet. Der US-Sender NewsNation zitierte
ihn nach einem Gespräch über die Todesfälle mit der Aussage, dass das auch
„eine sehr traurige Sache“ sei. „Wir sehen das ungern“, sagte Trump
demnach. Die Soldaten seien im Dienst für ihr Land gestorben. Nach Angaben
des Senders bekräftigte Trump auch seine im Zuge des Krieges vielfach
vorgebrachte Botschaft, dass Iran keine Atomwaffen haben dürfe. (dpa)
## Saudische Medien: EU und Golfstaaten fordern freie Schifffahrt
Die Europäische Union und die Golfstaaten fordern einem Medienbericht
zufolge Iran auf, alle Angriffe auf Schiffe sowie Störungen der Schifffahrt
sofort und bedingungslos einzustellen. Zudem müsse die Straße von Hormus
ohne Auflagen oder Gebühren offengehalten werden, berichtet das
saudi-arabische Staatsfernsehen unter Berufung auf eine gemeinsame
Erklärung. (rtr)
## US-Militär: Zwei weitere US-Soldaten im Irankrieg getötet
Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Irankrieg sind nach Angaben des
US-Militärs zwei US-Soldaten getötet worden. Sie seien am Freitag bei einem
Einsatz in Jordanien ums Leben gekommen, als sich US-Streitkräfte und
Verbündete gegen iranische Raketen- und Drohenangriffe verteidigten, teilte
das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Ein
weiterer Soldat werde zudem noch vermisst. Vier US-Soldaten wurden demnach
zur medizinischen Versorgung in jordanische Krankenhäuser gebracht und
inzwischen entlassen. Andere Soldaten erlitten dem US-Militär zufolge zudem
leichte Verletzungen und haben ihren Dienst bereits wieder aufgenommen.
Es ist das erste Mal seit den Anfangstagen des Kriegs, den die USA und
Israel am 28. Februar gemeinsam begannen, dass das US-Militär wieder Tote
durch iranischen Beschuss meldet. Die offiziell bekannte Zahl der im
Irankrieg gefallenen US-Soldaten steigt damit auf 16. Der Druck auf
US-Präsident Donald Trump, der sich im eigenen Land angesichts des dort
unpopulären Kriegs ohnehin mit Unzufriedenheit konfrontiert sieht, dürfte
damit weiter steigen. Zugleich könnten die Todesfälle neue heftige Angriffe
der USA nach sich ziehen, die den Krieg noch weiter eskalieren könnten.
(dpa)
## USA raten Staatsbürgern weltweit zur Vorsicht
Das US-Außenministerium ruft amerikanische Staatsbürgerinnen und -bürger
wegen der verschärften Spannungen im Nahen Osten weltweit zu „erhöhter
Vorsicht“ auf. Die Warnung gilt insbesondere für Personen, die sich im
Nahen Osten aufhalten, wie aus einer Mitteilung auf der Website des
Ministeriums hervorgeht. Die Sicherheitslage bleibe komplex, es bestehe die
Gefahr einer „unvorhergesehenen Eskalation“.
Auch außerhalb des Nahen Ostens seien diplomatische Einrichtungen der USA
bereits ins Visier geraten, hieß es. Gruppen, die Iran unterstützten,
könnten weitere Orte in den Fokus rücken, die mit den Vereinigten Staaten
und/oder US-Amerikanerinnen und -Amerikanern in Verbindung stünden, warnte
das US-Außenministerium. Nachdem sich Washington und Teheran vor einem
Monat noch auf ein Rahmenabkommen inklusive festgeschriebener Waffenruhe
verständigt hatten, ist der Irankrieg mit gegenseitigen Angriffen in den
vergangenen Tagen wieder eskaliert. (dpa)
## Emirate fordern „sofortigen Stopp der Eskalation“
Die Vereinigten Arabischen Emirate fordern im Nahostkonflikt angesichts der
jüngsten Eskalation „ein sofortiges Ende der Feindseligkeiten sowie eine
rasche Rückkehr an den Verhandlungstisch“. Ohne die Kriegsparteien USA und
Iran namentlich zu erwähnen, mahnte das Außenministerium auf der Plattform
X einen „sofortigen Stopp der Eskalation“ und äußerste Zurückhaltung an,
„um gefährliche Auswirkungen und ein Abgleiten der Region in ein neues
Ausmaß an Gewalt und Instabilität zu verhindern“. Angriffe auf zivile
Infrastruktur in der Region wie Schulen, Krankenhäuser oder
Entsalzungsanlagen stellten einen Verstoß gegen das Völkerrecht dar und
dürften nicht hingenommen werden. (dpa)
## Zwei US-Soldaten in Jordanien getötet
Erstmals seit der jüngsten Eskalation im Irankrieg sind nach Angaben der
USA zwei US-Soldaten getötet worden. Sie wurden am Freitag bei iranischen
Raketen- und Drohnenangriffen in Jordanien getötet, wie das
US-Regionalkommando Centcom am Samstag mitteilte. Ein weiterer US-Soldat
wird demnach vermisst. Der oberste Führer Irans, Modschtaba Chamenei,
drohte den USA nach der jüngsten Angriffswelle auf sein Land mit
„unvergesslichen Lektionen“. Bei den iranischen Angriffen in Jordanien
wurden nach Angaben der US-Armee außerdem vier ihrer Soldaten verletzt. Sie
seien in Krankenhäuser eingeliefert worden. (afp)
## Irans geistliches Oberhaupt: Trumps Unterschrift ist wertlos
Das geistliche Oberhaupt Irans, Modschtaba Chamenei, bezeichnet die
Unterschrift von US-Präsident Donald Trump unter der jüngsten gemeinsamen
Absichtserklärung als „völlig wertlos und unglaubwürdig“. Die USA hätten
ihre Zusagen wiederholt gebrochen, heißt es in einer schriftlichen
Erklärung Chameneis. Die iranische Nation und die „Widerstandsfront“
hielten „unvergessliche Lektionen“ für die USA bereit. „Nun, da der
amerikanische Feind einen Krieg anzetteln will (…), sollte er wissen, dass
die geliebte iranische Nation und die Achse des Widerstands ihm
unvergessliche Lektionen zu bieten haben“, hieß es in einer vom
Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung Chameneis. (afp, rtr)
## Israelisches Militär: Greifen Hisbollah-Zelle in Südlibanon an
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Hisbollah-Zelle in
Südlibanon angegriffen. Zuvor seien in der Gegend um Tebnit eine Drohne
sowie Kämpfer der Miliz entdeckt worden. Letztere seien in der Nähe
israelischer Soldaten in Deckung gegangen, teilt die Armee mit. Die
Luftwaffe habe die Islamisten attackiert, um eine Bedrohung für die Truppen
abzuwenden. Das Vorgehen der Hisbollah stelle einen Verstoß [4][gegen die
geltende Waffenruhe] dar. Eine Stellungnahme der libanesischen Miliz liegt
zunächst nicht vor. (rtr)
## Iran: Rahmenabkommen mit den USA ausgesetzt
Das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran hat nach Ansicht der Regierung
in Teheran keinen Bestand mehr. Man habe das Abkommen ausgesetzt, sagte
Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut einem Bericht der
Nachrichtenagentur Fars. „Wir sind mit der Verteidigung des Landes
beschäftigt“, zitierte die Agentur den Minister aus einem TV-Interview.
„Leider haben die Amerikaner mit ihren aggressiven Maßnahmen gegen ihre
Verpflichtungen aus der Absichtserklärung von Islamabad verstoßen“, führte
Gharibabadi weiter aus. Das sei der Grund gewesen, warum auch Iran sich
nicht mehr an die Vereinbarung gebunden fühlt.
Die USA und Iran hatten sich Mitte Juni eigentlich auf ein Rahmenabkommen
geeinigt, das den Weg für ein dauerhaftes Ende des Kriegs ebnen soll. Darin
war vereinbart worden, innerhalb von 60 Tagen einen endgültigen Deal
auszuhandeln. Es beinhaltet auch die Forderung nach einer Öffnung der
Straße von Hormus. Seit Anfang April galt zudem eine Waffenruhe. Anfang
Juli war der Konflikt aber wieder eskaliert. (dpa)
19 Jul 2026
## LINKS
(DIR) [1] /-Nachrichten-im-Iran-Krieg-/!6195377
(DIR) [2] /Neue-Angriffe-in-Nahost/!6191484
(DIR) [3] /Chameneis-Beerdigung-in-Iran/!6193152
(DIR) [4] /Vereinbarung-zwischen-Israel-und-Libanon/!6191483
## TAGS
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Israel
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
(DIR) Jordanien
(DIR) Libanon
(DIR) GNS
(DIR) Schwerpunkt Iran-Krieg
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
(DIR) Schwerpunkt Nahost-Konflikt
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) +++ Nachrichten im Nahostkrieg +++: Die USA greifen Iran die neunte Nacht in Folge an
Das US-Militär greift nach eigenen Angaben Militäranlagen in Iran an.
Teheran holt erneut zum Gegenschlag aus. Eine diplomatische Lösung ist
nicht in Sicht.
(DIR) Waren aus dem Westjordanland: Irland beschließt Einfuhrverbot aus israelischen Siedlungen
Nach langem Ringen verbietet Irland die Wareneinfuhr aus besetzten
palästinensischen Gebieten. Dienstleistungen sind ausgenommen – was zu
Streit führt.
(DIR) Libanon-Israel-Gespräche: Keine nachhaltige Lösung in Sicht
Israel und Libanon verhandeln weiter über Frieden im Südlibanon. Das
Abkommen bietet keine dauerhafte Perspektive, Schlüsselakteure sitzen nicht
am Tisch.
(DIR) Besetzte Golanhöhen: Will Israel Siedlungen in Syrien errichten?
Laut UN und Amnesty hat Israel Häuser im syrischen Quneitra zerstört und
Menschen vertrieben. Siedler wollen sich auf dem besetzen Gebiet
niederlassen.