# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Ukraine fängt ballistische Raketen aus Russland ab
       
       > Das erste Mal seit zwei Wochen meldet die Ukraine Raketenabschüsse und
       > greift erneut Russlands Ölindustrie an. Polen kündigt Manöver der
       > „Koalition der Willigen“ an.
       
 (IMG) Bild: Kyjiw unter Angriff
       
       ## Kreml: Ohne Russland kann es keine Sicherheitsgarantien für Ukraine
       geben
       
       ‌Der Kreml hat Sicherheitsgarantien ‌für die Ukraine ohne russische
       Beteiligung eine Absage erteilt. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow reagierte
       damit am Dienstag auf eine Äußerung von Bundeskanzler Friedrich Merz.
       Dessen Kommentar verdeutliche die „festgefahrene Position“ der europäischen
       Regierungen in dem Konflikt. Merz hatte am Montag gesagt, die Frage von
       Sicherheitsgarantien ‌solle von der Ukraine und ihren Partnern entschieden
       werden, nicht von Russland.
       
       „Es ist unmöglich, Sicherheitsgarantien ohne die Beteiligung Russlands zu
       formulieren“, sagte Peskow vor Journalisten. Sollten die Europäer auf
       dieser Haltung bestehen, schließe dies eine Beteiligung europäischer Länder
       am Prozess zur Beendigung des Konflikts vollständig aus. Die Ukraine
       fordert von westlichen Staaten Garantien, um sie vor möglichen zukünftigen
       Angriffen Moskaus zu schützen. Russische ‌Streitkräfte [1][kontrollieren
       nach viereinhalb Jahren Krieg derzeit rund ein Fünftel des ukrainischen
       Staatsgebiets]. (rtr)
       
       ## Nach ukrainischen Angriffen: Stromausfälle in Krim-Stadt Sewastopol
       
       ‌Nach Angriffen der ‌Ukraine auf die von Russland kontrollierte Halbinsel
       Krim wird in der Großstadt Sewastopol stundenlang der Strom abgeschaltet.
       Wie die örtlichen Behörden am Dienstag mitteilten, gibt es vorerst nur noch
       für zwei Stunden Strom, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen. „Ich
       verstehe, wie schwierig dies ist“, schrieb ‌der von Moskau eingesetzte
       Gouverneur Michail Raswoschajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram.
       „Deshalb tun wir alles in unserer Macht Stehende, um die Lage zu
       stabilisieren.“ Zugleich rief Raswoschajew die Bevölkerung auf, möglichst
       auf Geräte mit hohem Stromverbrauch zu verzichten. Ende Juni wurden nach
       ukrainischen Angriffen schon einmal Stromausfälle in der größten Krim-Stadt
       bekannt.
       
       Zu Beginn der Urlaubssaison war zudem der Treibstoff in der
       Schwarzmeerregion knapp ‌geworden und wird rationiert. Ende Juni wurde für
       die Krim und damit auch Sewastopol der Ausnahmezustand ausgerufen. Die
       Behörden schlossen alle Ferienlager und ⁠setzten den Tourismus bis zum 1.
       September aus. Die Ukraine zielt mit ihren Schlägen auf Energie- und
       Logistikinfrastruktur darauf ab, Moskaus Kontrolle über die Halbinsel ‌zu
       schwächen. ‌Der russische Präsident Wladimir Putin erklärte hingegen, ⁠die
       Angriffe sollten Zwietracht in der russischen Bevölkerung säen. Russland
       hatte die Krim bereits 2014 annektiert. ‌Die meisten Staaten erkennen die
       Zugehörigkeit ‌der Region zu Russland jedoch nicht an. (rtr)
       
       ## Polen kündigt erste Manöver der „Koalition der Willigen“ an
       
       Erste Militärmanöver der „Koalition der Willigen“ zur Unterstützung der
       Ukraine sollen in diesem Herbst in Polen stattfinden. Das kündigte der
       polnische Ministerpräsident Donald Tusk in Paris an, nachdem die
       Staatengruppe am Vortag in der französischen Hauptstadt getagt hatte. Tusk
       nannte Truppen aus Frankreich und Großbritannien als internationale
       Teilnehmer. Die polnischen Streitkräfte seien Teilnehmer und Gastgeber. Die
       Manöver sollten die Koalition auf „konkrete Sicherheitsgarantien für die
       Ukraine, aber auch für die Region vorbereiten“, sagte Tusk der
       Nachrichtenagentur PAP zufolge.
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte am Montag erstmals von
       gemeinsamen Übungen gesprochen. Die sogenannte Koalition der Willigen plant
       eine multinationale, von Europa geführte und von den USA unterstützte
       Truppe. Sie soll nach einem Ende des russischen Angriffskrieges helfen, die
       Sicherheit der Ukraine zu gewährleisten. Die Bemühungen um ein Kriegsende
       sind aber seit Monaten festgefahren. (dpa)
       
       ## Ukraine im Fokus von Macrons letzter Parade in Paris
       
       Mit seiner letzten Militärparade zum französischen Nationalfeiertag zum
       Ende seiner zweiten Amtszeit hat Präsident Emmanuel Macron ein mächtiges
       Zeichen der Unterstützung der Ukraine gesetzt. An der Spitze der Parade auf
       den Pariser Champs-Élysées marschierten 500 Soldaten aus Mitgliedsländern
       der sogenannten Koalition der Willigen, die das von Russland angegriffene
       Land unterstützen, darunter auch deutsche Soldaten. Die Kunstflugstaffel
       „Patrouille de France“ wurde von zwei Mirage-Kampfjets mit
       französisch-ukrainischer Besatzung begleitet. Auf der Ehrentribüne wohnte
       der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj der Parade bei, zusammen mit
       rund 30 weiteren Staats- und Regierungschefs der Koalition der Willigen.
       Auch Bundeskanzler Friedrich Merz gehörte zu den Ehrengästen, zuletzt war
       2019 die damalige Kanzlerin Angela Merkel bei der Parade in Paris dabei.
       (dpa)
       
       ## Russland prüft angesichts ukrainischer Angriffe im Asowschem Meer
       „alternative“ Seewege
       
       Russland prüft angesichts verstärkter ukrainischer Angriffe im Asowschen
       Meer nach eigenen Angaben andere Möglichkeiten für russische Exporte.
       Derzeit würden in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden und der
       Wirtschaft „alternative Schifffahrtsrouten ausgearbeitet“, erklärte das
       russische Landwirtschaftsministerium. Die Exporte würden aber fortgesetzt.
       Die Lage im Asowschen Meer werde weder die Lebensmittelversorgung des
       Binnenmarktes noch Russlands Exportfähigkeit beeinträchtigen, erklärte das
       Ministerium. Die Versorgungslogistik werde „bei Bedarf umgeleitet“.
       
       Das russische Verkehrsministerium erklärte, es ergreife „alle notwendigen
       Maßnahmen, um angesichts der zunehmenden feindlichen Angriffe auf die
       zivile Schifffahrt“ im Asowschen Meer einen reibungslosen Ablauf der
       Frachtlogistik zu gewährleisten. Ein Teil der Fracht werde gegebenenfalls
       „auf andere Verkehrsträger umgeleitet“. Der Weg durch das Asowsche Meer ist
       eine wichtige Exportroute für landwirtschaftliche Erzeugnisse – darunter
       Getreide aus der besetzten Ukraine, das nach Angaben Kyjiws „gestohlen“
       wurde – sowie für die Versorgung der von Russland annektierten ukrainischen
       Halbinsel Krim. (afp)
       
       ## Berichte: Ukraine greift weiter russische Ölproduktion an
       
       Die Ukraine setzt offenbar ihre [2][Angriffe auf russische Öleinrichtungen
       in großer Entfernung] fort. In der südrussischen Region Krasnodar sei ein
       Feuer in der Ölraffinerie Afipski ausgelöst worden, teilten örtliche
       Behörden mit. Medien berichteten, auch eine Ölraffinerie in der Stadt
       Salawat in der Region Baschkortostan, rund 1.400 Kilometer von der Grenze
       zur Ukraine entfernt, sei getroffen worden. Der örtliche Regierungschef,
       Radij Chabirow, bestätigte, dass es einen Angriff auf eine Industrieanlage
       dort gegeben habe, machte aber keine näheren Angaben zum Ziel. Das
       russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe in der
       Nacht 288 ukrainische Drohnen über verschiedenen Regionen Russlands, der
       illegal annektierten Halbinsel Krim und dem Asowschen sowie dem Schwarzen
       Meer abgefangen. (ap)
       
       ## Ukrainische Luftwaffe: Fünf ballistische Raketen abgefangen
       
       Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben fünf ballistische
       Raketen aus Russland abgefangen. Es war das erste Mal seit fast zwei
       Wochen, dass die Ukraine berichtete, ballistische Raketen Russlands
       gestoppt zu haben. Sie gelten als schwieriger abzufangen als Drohnen oder
       Marschflugkörper. Dem Bericht vom Dienstag zufolge wurde die Hauptstadt
       Kyjiw von anderen Raketen und Drohnen getroffen. Dort wurde laut
       Bürgermeister Vitali Klitschko unter anderem eine Schule beschädigt. Die
       Ukraine setzte wahrscheinlich [3][das in den USA hergestellte Raketensystem
       Patriot] ein. Allerdings gehen der Ukraine die Patriot-Abfangraketen aus.
       Das Land und neun weitere Staaten einigten sich am Montag in Paris auf den
       Aufbau eines gemeinsamen Schutzschilds für Europa gegen ballistische
       Raketen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, die
       Ukraine und ihre Partner könnten innerhalb der nächsten zwölf Monate
       gemeinsam ein System mit niedrigen Kosten herstellen, das massenweise
       produziert werden könne.
       
       Laut ukrainischer Luftwaffe erfassten eine ballistische Rakete und 25
       Drohnen bei russischen Angriffen in der Nacht zum Dienstag insgesamt 17
       Orte. An zehn Orten wurden herabfallende Trümmerteile gemeldet. Das
       russische Verteidigungsministerium teilte mit, Russland habe militärische
       Produktionsstätten in der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw ins Visier
       genommen, in denen Raketen mit großer Reichweite und Drohnen hergestellt
       würden. Die Angaben konnten nicht unabhängig verifiziert werden. (ap)
       
       ## Ukraine: Russen haben nahe Odessa ziviles Schiff angegriffen
       
       Russische Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben ein ziviles Schiff
       nahe dem Schwarzmeerhafen Odessa angegriffen. Das teilt der Sprecher der
       ukrainischen Marine, Dmytro Pletentschuk, der Nachrichtenagentur Reuters
       mit. Verletzte gibt es demnach nicht. (rtr)
       
       ## Ukraine: Haben mit Drohnen elf russische Schiffe getroffen
       
       Bei ukrainischen Drohnenangriffen werden im Asowschen Meer nach Angaben aus
       Kiew elf russische Schiffe getroffen. Unter den Zielen seien fünf Tanker,
       fünf Frachtschiffe und ein Schlepper, teilt der Kommandeur der ukrainischen
       Drohnenstreitkräfte, Robert Browdi, via Telegram mit. Damit steige die Zahl
       ‌der in den vergangenen neun Tagen getroffenen Schiffe auf 116. (rtr)
       
       ## EU treibt Beitrittsverhandlungen mit Ukraine voran
       
       Die EU treibt die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine voran. Bei einem
       Treffen von Vertretern beider Seiten wurden in Brüssel Gespräche zum
       Themenbereich Außenbeziehungen aufgenommen, wie die derzeitige irische
       EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. In ihnen geht es zum Beispiel um die
       Handelspolitik sowie die Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Der
       deutsche Europastaatsminister Gunther Krichbaum (CDU) sagte am Rande der
       Beitrittskonferenz, es gelte, das positive Momentum zu nutzen. Vor der
       Ukraine liege noch ein langer Weg, die Bundesregierung setze sich aber
       weiter für eine stufenweise Integration mit einer sogenannten assoziierten
       Mitgliedschaft als Zwischenstufe ein. Dies bedeute, dass die Ukraine zum
       Beispiel eine Beobachterrolle im Rat der Mitgliedstaaten und im Europäische
       Parlament bekommen könnte. (dpa)
       
       ## Polen rechnet nicht mit baldigem Frieden in der Ukraine
       
       ‌Polens Ministerpräsident Donald ‌Tusk rechnet nicht mit einem baldigen
       Frieden in der Ukraine. Er erwarte, dass Russland unter Präsident Wladimir
       Putin den Konflikt mindestens bis zum Winter ausdehnen werde, sagte Tusk am
       Dienstag vor Journalisten ‌in Paris. „Angesichts der starren Haltung
       Russlands und Putins scheint es zu diesem Zeitpunkt unwahrscheinlich, dass
       in naher Zukunft ein Waffenstillstand oder ein Friedensabkommen erreicht
       wird.“ Es sei eher eine Eskalation der russischen Angriffe zu erwarten.
       (rtr)
       
       ## Ukraine attackiert Raffinerien in Russland
       
       Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der russischen Teilrepublik
       Baschkortostan in der Nähe des Uralgebirges angegriffen. Eine massive
       Attacke auf das Industriegebiet in Salawat bestätigte Republikchef Radij
       Chabirow bei Telegram. „Es gibt einige Rauchherde, die durch das
       Herabstürzen von Drohnentrümmern hervorgerufen wurden“, schrieb er. Tote
       und Verletzte gibt es seinen Angaben nach nicht. Die Feuerwehr sei beim
       Löschen. Medienberichten zufolge sind die Brände in der
       Ölverarbeitungsanlage ausgebrochen. Salawat liegt mehr als 1.400 Kilometer
       von der Front entfernt. Die zum Ölkonzern Gazpromneft gehörende Raffinerie
       hat eine Verarbeitungskapazität von mehr als 7 Millionen Tonnen Rohöl im
       Jahr. Im September 2025 wurde sie bereits zweimal angegriffen. Nach Angaben
       Chabirows arbeitete sie anschließend aber weiter störungsfrei. (dpa)
       
       ## Drohnentrümmer lösen Brand in russischer Ölraffinerie aus
       
       In der südrussischen Region Krasnodar haben herabstürzende Drohnentrümmer
       nach Angaben der örtlichen Rettungsdienste einen Brand ‌in einer
       Ölraffinerie ausgelöst. Die herabfallenden Trümmer beschädigten demnach
       auch mehrere Privathäuser, einen Wohnblock sowie ein Gebäude an einem
       Bahnübergang. Eine Person sei verletzt worden, heißt es weiter. (rtr)
       
       ## Russland: Acht Tote durch ukrainische Drohnenangriffe in Donezk
       
       ‌Bei ukrainischen Drohnenangriffen in den von Russland kontrollierten
       Teilen der ‌Region Donezk werden nach russischen Angaben acht Menschen
       getötet. Darunter befinde sich eine vierköpfige Familie, teilt der von
       Moskau eingesetzte Verwaltungschef Denis Puschilin auf dem
       Kurznachrichtendienst Telegram mit. Vier weitere Menschen seien ums Leben
       gekommen, als ihre Fahrzeuge von Drohnen getroffen wurden. Eine ukrainische
       Stellungnahme liegt zunächst nicht vor. (rtr)
       
       ## Macron überrascht mit Ankündigung von Manövern für Ukraine
       
       Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat überraschend schon für die
       nächsten Monate gemeinsame Manöver der „Koalition der Willigen“ der
       Ukraine-Verbündeten in den Nachbarländern des von Russland angegriffenen
       Landes angekündigt. Die Übungen sollten unter anderem zeigen, „dass wir
       bereit, entschlossen und glaubwürdig sind – zu Land, in der Luft und zur
       See“, sagte Macron nach Beratungen der Koalition in Paris, an denen unter
       anderen Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident
       Wolodymyr Selenskyj teilnahmen. (dpa)
       
       14 Jul 2026
       
       ## LINKS
       
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       Die Abkehr vom Russischen wird als Teil der Dekolonialisierung dargestellt.
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