# taz.de -- Deutschlands Gegner in den K.-o.-Runden: Nur 495 Möglichkeiten
       
       > Deutschland steht in der Runde der letzten 32. Doch auf wen trifft die
       > DFB-Elf? Wer Wahrscheinlichkeitsrechnung wirklich beherrscht, ist im
       > Vorteil.
       
 (IMG) Bild: Zum Kopfzerbrechen: Florian Wirtz denkt vielleicht über den möglichen kommenden Gegner nach
       
       „Früher war alles besser“. Diesen Satz habe ich oft gehört. Damals, als es
       noch keine Smartphones gab und man mit Landkarten reiste, statt mit Google
       Maps. Damals, als es nur drei Fernsehsender gab und nicht alles rund um die
       Uhr in der Mediathek verfügbar war. Als es die AfD noch nicht gab und
       Donald Trump noch weit davon entfernt war, US-Präsident zu sein. Und vor
       allem damals, als Borussia Mönchengladbach noch deutscher Meister war. Ich
       schweife ab.
       
       Jedenfalls, all diese Dinge liegen weit in der Vergangenheit. Der Satz
       gehörte immer älteren Personen wie meinen Eltern oder Großeltern. Ich
       dachte, es würde noch Jahre dauern, bis ich ihn selbst benutze.
       
       Nun, ich bin 22 Jahre alt und muss gestehen: So lange hat es nicht
       gedauert. Als ich herausfinden wollte, auf welches Team [1][die DFB-Elf] im
       Sechzehntelfinale dieser Weltmeisterschaft trifft, überkam mich eine tiefe
       Sehnsucht. Sehnsucht nach früher. Sehnsucht nach einem WM-Spielplan mit 32
       Mannschaften. Egal ob in einer gedruckten Zeitung oder auf einem
       Smartphone. Einem Plan, auf dem einfach steht: Erster aus Gruppe A spielt
       gegen den Zweiten aus Gruppe B und so weiter. So war es früher und so war
       es gut.
       
       Blicke ich auf den aktuellen Spielplan, sehe ich, dass Deutschland als
       Gruppenerster der Gruppe E im Sechzehntelfinale steht, aber ich habe keine
       Ahnung, wer der nächste Gegner sein wird. Gruppendritter der Gruppe A, B,
       C, D oder F. Na super. Ich durchforste das Internet und finde heraus, dass
       es vor Turnierbeginn 495 verschiedene Möglichkeiten gab, aus welchen der
       zwölf Gruppen die acht besten Dritten kommen und auf welche Gruppensieger
       sie treffen können.
       
       Wer sich weiter informieren möchte, sollte einen Blick in die
       [2][Fifa-Regularien werfen – Seite 80.] Na schön, wenn ich dann wenigstens
       schlauer wäre. Doch dieser Blick lässt mich endgültig verzweifeln – eine
       Tabelle mit 495 Spalten. Vor lauter 3a – 3f und 3z, 3y wird mir
       schwindelig. Andere Menschen haben ausgerechnet, dass angesichts all dieser
       Möglichkeiten der wahrscheinlichste Gegner ein Dritter aus der Gruppe C
       ist, weil dies in 231 Fällen von besagten 495 auftritt. Das wäre dann
       Schottland, vielleicht, wahrscheinlich. Ach, keine Ahnung. Ich bekomme
       Kopfschmerzen, erinnere mich an mein Mathe-Abi, klappe schnell den Laptop
       zu und denke mir: „Früher war alles besser.“
       
       23 Jun 2026
       
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 (DIR) [2] https://digitalhub.fifa.com/m/636f5c9c6f29771f/original/FWC2026_regulations_EN.pdf
       
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