# taz.de -- Berechnung des IW: Keiner da
> In der deutschen Wirtschaft werden zukünftig 1,3 Millionen mehr
> Arbeitskräfte fehlen als zunächst angenommenn. Grund dafür ist etwa die
> gesunkene Zuwanderung.
(IMG) Bild: Die aktuelle Legislaturperiode sei „die letzte Chance, Maßnahmen einzuleiten“, um die Folgen der Babyboomer-Verrentung abzumildern, schreibt das IW
epd | Der Renteneintritt der [1][Babyboomer-Generation] wird den
[2][deutschen Arbeitsmarkt] einer Prognose zufolge stärker treffen als
zunächst angenommen. „Am Ende fehlt ein Potenzial von mehr als vier
Millionen Arbeitskräften“, heißt es in einer Berechnung des Instituts der
deutschen Wirtschaft (IW) in Köln, die am Montag veröffentlicht wird und
dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegt. Das seien etwa 1,3 Millionen
mehr als bisher erwartet. Einen Grund dafür sieht das Institut in der
Migrationspolitik der Bundesregierung. Zuerst hatte die Rheinische Post
berichtet (Samstag, online).
2036 werde der letzte Jahrgang der Babyboomer das Rentenalter erreichen,
erklärte das arbeitgebernahe Institut. Bis dahin werde die
Erwerbsbevölkerung laut der IW-Bevölkerungsprognose um rund 4,3 Millionen
Arbeitskräfte schrumpfen. Vor zwei Jahren sei die Berechnung noch von einer
Lücke von drei Millionen ausgegangen.
Die Bevölkerung schrumpfe schneller als angenommen, heißt es in dem
IW-Bericht. 2024 habe man noch mit einem Wachstum Deutschlands bis 2040
gerechnet. Doch 2025 ging die Bevölkerungszahl laut dem Statistischen
Bundesamt erstmals seit vielen Jahren zurück. Bis 2040 wird sie laut IW auf
unter 82 Millionen Menschen sinken, weil weit mehr Menschen sterben, als
geboren werden.
## „Migrationswende“ der Bundesregierung ein Grund für die Entwicklung
Bislang habe Zuwanderung die Entwicklung ausgeglichen. Allerdings sei die
Zahl der Zuzüge stark gesunken. Als Gründe nennt das Institut etwa die
[3][„Migrationswende“ der Bundesregierung]. Auch die getrübte
konjunkturelle Perspektive lasse kurz- und mittelfristig geringere
Wanderungsgewinne erwarten.
Die aktuelle Legislaturperiode sei „die letzte Chance, Maßnahmen
einzuleiten“, um die Folgen der Babyboomer-Verrentung abzumildern, hieß es.
Die Fachkräftezuwanderung sei „ausbaufähig“. Die Erwerbsbeteiligung könne
erhöht werden und es gebe Potenziale bei der Pro-Kopf-Arbeitszeit. Das IW
schlug vor, Arbeiten solle attraktiver gemacht werden, etwa durch eine
geringere Belastung mit Steuern und Sozialbeiträgen.
13 Jun 2026
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