# taz.de -- Digitale Dönerpreis-Karte: Irgendwo ist immer Angebot
> Wo gibt’s den teuersten Döner Berlins, wo den günstigsten? Auf einer
> Online-Karte können Nutzer:innen Dönerpreise einsehen und kartieren.
(IMG) Bild: Die Döner-Preisvergleichs-Website hat nicht zu viel versprochen: Ein Döner kostet hier nur 5 Euro
Was wäre Berlin ohne Dönerläden? Doch die steigenden Dönerpreise sind schon
länger ein großes Politikum – Stichwort [1][Dönerpreisbremse]. Bis dahin
verspricht die von einem Reddit-User erstellte „[2][Berlin Kebab
Prices“-Map] Abhilfe. Die App kartiert Dönerpreise in Berlin. Fündig wird
man vielerorts schon zu einem Preis von fünf Euro – ein digitaler Wegweiser
durch die Inflation, könnte man sagen.
Es handelt sich um eine „Community-Karte“, wie es der Website zu entnehmen
ist; die Preise werden von Nutzer:innen eingetragen und bestätigt. Ein
Regler am oberen Rand der Karte, mit einer Preisskala zwischen 3,50 Euro
bis hin zu über 9 Euro, lässt Berliner Dönerläden mit ihrem entsprechenden
Preis auf der Karte erscheinen. Sie füllt sich, schiebt man den Regler nach
oben, zunächst tröpfchenweise mit grünen Punkten – ab einem Preis von 6
Euro rasant mit gelben, schließlich roten Punkten.
Von der Website gleich in den nächstgelegenen Dönerladen: Der bekannte
Imbiss am Mehringplatz in Kreuzberg ist zur Mittagszeit gut frequentiert.
Hier gehen sonntags, wenn die taz-Kantine zuhat, tazler:innen essen. Man
kennt sich, wird freundlich begrüßt. Von der Döner-Preisvergleichs-Website
hat der Dönerverkäufer noch nichts gehört. „Echt, ein Döner für 14 Euro?“,
fragt er, „Das ist zu viel, 7 bis 8 Euro sind in Ordnung, mehr aber nicht.“
7 Euro kostet denn auch ein Döner im Fladenbrot „mit alles“ – Käse kostet
extra.
## Hier und da eine Ausnahme
Rund um die Oranienstraße in Kreuzberg sind Döner unter 6 Euro laut Karte
rar. Einer der wenigen grünen Punkte hier ist der Bayram Grill, direkt auf
der Oranienstraße – nur 5 Euro soll der Döner dort kosten. Die taz macht
sich auf den Weg, um die Community-Karte auf die Probe zu stellen.
Tatsächlich: Über dem Eingang des Bayram Grills hängt ein großes Banner,
welches das Angebot bewirbt. Ein Chicken-Gemüse-Döner kostet nur 4,99 Euro.
Kenan G., so stellt sich ein Gast mittleren Alters vor, steht schon um 12
Uhr auf der Matte. Als er zur Tür hineinkommt, wird er durch einen
Mitarbeitenden kumpelhaft begrüßt. Kenan G. komme mehrmals in der Woche
hierher – nicht nur für die günstigen Preise, sagt er, sondern vor allem
wegen der Freundschaft, die er zu dem Mitarbeiter geknüpft habe.
Das erste Mal habe er den Laden vor rund einem halben Jahr betreten, als er
die Angebots-Schilder vor der Tür gesehen habe. Er hätte nicht viel Geld,
sagt Kenan G.: „Deswegen ist für mich auch der Preis wichtig – man kann
nicht immer auswärts essen.“
## Ein Effekt der Inflation
Die hohen Preise entstehen jedoch [3][nicht im luftleeren Raum]: Die Kosten
für Personal und Mieten, sowie für einzelne Zutaten, wie Rind- und
Kalbfleisch, sind, insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die
Ukraine, stark gestiegen. Damit stehen auch Betreiber:innen von
Dönerläden unter finanziellem Druck. [4][Laut Medienberichten] zeichne sich
zwar kürzlich zumindest punktuell ein Rückgang der Preise ab, jedoch sei
keine flächendeckende Entwicklung in diese Richtung zu erwarten, heißt es
vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland.
Wer sich jetzt die Finger nach dem günstigsten Döner leckt, kann fortan
einfach das Handy zücken – ein Blick auf die Karte verrät: In Neukölln gibt
es vereinzelt noch Döner für 3,50 Euro.
10 Jun 2026
## LINKS
(DIR) [1] /!5910818/
(DIR) [2] https://kebabprice.de/
(DIR) [3] /Klassenkampf-an-der-Imbissbude/!6102661
(DIR) [4] https://berlin.t-online.de/region/berlin/id_101159824/berlin-doenerpreise-sinken-bis-zu-einem-euro-guenstiger.html
## AUTOREN
(DIR) Luzie Fuhrmann
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