# taz.de -- Umweltverbände warnen: Zu wenig Sauerstoff in der Elbe
       
       > Bereits Anfang Juni ist die Sauerstoffkonzentration in der Elbe unter den
       > kritischen Wert gesunken. Umweltverbände schlagen Alarm.
       
 (IMG) Bild: Gerade für Jungfische, wie hier in diesem Falle Aale, wirds langsam stickig Unterwasser
       
       epd | In diesem Jahr haben es Jungfische in der Elbe besonders schwer:
       Bereits Anfang Juni ist der Sauerstoffgehalt in der Elbe unter den
       kritischen Wert gesunken.
       
       Laut Bündnis Lebendige Tideelbe ist die Sauerstoffkonzentration unter 3
       Milligramm pro Liter (mg/l) gefallen, seit zwei Tagen liegt sie an der
       Messstation Seemannshöft sogar unter 2 mg/l und damit im akut tödlichen
       Bereich, wie [1][der Naturschutzbund (Nabu)] am Montag mitteilte. Das
       Sauerstoffloch in der Elbe beginne in diesem Jahr besonders früh.
       
       „Je früher die Werte unter 4 mg/l sinken und je niedriger sie sind, desto
       größer die Lebensgefahr etwa für Jungfische, die zum aktuellen Zeitpunkt
       noch in der Entwicklung sind“, warnt das Bündnis aus BUND, Nabu und WWF.
       
       Bei solch niedrigen Werten würden Tausende Fische in der Tideelbe verenden,
       die meisten unsichtbar unter der trüben Wasseroberfläche, hieß es. Auch
       erwachsene Tiere seien betroffen, so habe der Anglerverband Hamburg zwei
       Störe, zahlreiche vom Aussterben bedrohte Blankaale und einzelne Brassen
       als Totfunde gemeldet. „Der Hamburger Hafen wird jedes Jahr zu einer
       Todeszone für Gewässerorganismen“, erklärte das Bündnis.
       
       ## Ursache Elbvertiefung
       
       Im vergangenen Jahr habe an über 80 Tagen die Sauerstoffkonzentration
       unterhalb des kritischen Werts von 4 mg/l gelegen, 2024 waren es über 90
       Tage, davon 26 Tage bei akut tödlichen Werten unterhalb von 2 mg/l. [2][Die
       Hauptursache für das jährliche Sauerstofftal liege in der Elbvertiefung]
       für den Hafen. „Die zusätzliche Tiefe in der Fahrrinne der Elbe wird kaum
       genutzt, dafür zahlt die Natur einen hohen Preis“, erklärte das Bündnis. Es
       fordert die Rücknahme der letzten Elbvertiefung.
       
       Mit Blick auf die prognostizierten klimatischen Veränderungen sei eine
       grundsätzliche Verbesserung nicht in Sicht. „Seit Jahren lässt derweil die
       Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen auf sich warten“, kritisieren die
       Umweltverbände. Sie fordern Maßnahmen wie die Schaffung von
       Flachwasserzonen. Diese könnten Ausweichbereiche für Fische sein, in denen
       sie den niedrigen Sauerstoffwerten im Hauptstrom entgehen können.
       
       Der Sauerstoffgehalt wird in Milligramm pro Liter (mg/l) gemessen. Über 6
       mg/l gelten oft als gute Bedingungen für die meisten Fische. Unter dem
       kritischen Wert von 4 mg/l werde von einem Sauerstofftal gesprochen, Fische
       würden unter Stress leiden, Wachstum, Fortpflanzung und Aktivität könnten
       beeinträchtigt werden. Unter 3 mg/l könne es zu Fischsterben kommen. 2 mg/l
       stelle einen kritischen Schwellenwert dar, da unterhalb akut tödliche
       Bedingungen vorherrschen würden. Viele Fische könnten dann nicht mehr
       ausreichend Sauerstoff aufnehmen, was zu Fischsterben führen kann.
       
       8 Jun 2026
       
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