# taz.de -- Zu wenig Zweitwohnsitzsteuer gezahlt: Grünen-Chef Banaszak hat Staatsanwaltschaft am Hacken
> Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak hat nach eigenen Angaben im Jahr
> 2022 vergessen, einen Umzug zu melden. Das tue ihm leid. Jetzt ermittelt
> die Staatsanwaltschaft.
(IMG) Bild: Der Grünen-Chef Felix Banaszak ist in der Bredouille wegen einer Wohnsitzummeldung
Gegen [1][Grünen-Chef Felix Banaszak] ermittelt die Staatsanwaltschaft. Das
teilte er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin mit. Der Politiker hat
nach eigenen Angaben nach mehreren Umzügen innerhalb der Hauptstadt
vergessen, seine Angaben zur Zweitwohnung beim Finanzamt in Berlin zu
aktualisieren – und damit auch seit 2022 zu wenig Zweitwohnsitzsteuer
gezahlt. Die Berliner Staatsanwaltschaft wollte sich mit Verweis auf das
Steuergeheimnis nicht äußern.
„Wer öffentliche Verantwortung trägt, muss die eigenen Angelegenheiten in
Ordnung halten. Das habe ich nicht ausreichend getan und bedaure diesen
Fehler ausdrücklich“, erklärte Banaszak. „Ich kooperiere vollumfänglich bei
der Klärung und habe alle erforderlichen Angaben und Unterlagen
unverzüglich über meinen Rechtsanwalt nachgereicht.“
Der Grünen-Vorsitzende sicherte zu, die ausstehenden Beträge unverzüglich
nachzuzahlen, sobald die Nachforderungen festgesetzt seien. Die sogenannte
Zweitwohnungsteuer beträgt nach Angaben des Lands Berlin 15 Prozent der
Nettokaltmiete für Besteuerungszeiträume ab dem Jahr 2019. Für
Besteuerungszeiträume ab dem Jahr 2025 liege der Satz bei 20 Prozent der
Nettokaltmiete.
## Erstwohnsitz in Duisburg
Banaszaks Erstwohnsitz liegt nach Parteiangaben in seinem Wahlkreis und
Geburtsort Duisburg. Der 36-Jährige gehört seit 2021 dem Bundestag an. Seit
November 2024 teilt [2][er sich den Vorsitz der Grünen mit Franziska
Brantner.]
Nach Parteiangaben erfuhr Banaszak kürzlich von den Ermittlungen gegen ihn.
Für Abgeordnete gilt grundsätzlich Immunität, dies soll die
Arbeitsfähigkeit des Parlaments sicherstellen. Für strafrechtliche
Ermittlungen gegen Abgeordnete gilt zwar eine generelle Genehmigung, die
Bundestagspräsidentin muss aber informiert werden. Eventuelle weitere
rechtliche Schritte wie etwa Durchsuchungen müsste das Plenum genehmigen.
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Bundestagsabgeordneter Probleme mit
der Zweitwohnungssteuer hat: Schon im Jahr 2014 gab es Schlagzeilen über
Politiker, die die Steuer nicht oder nicht vollständig gezahlt hatten. Dazu
[3][gehörte auch der damalige Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter], der
2.475 Euro nachzahlen musste. (dpa, taz)
3 Jun 2026
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