# taz.de -- Tram entgleist und aufgerissen: Zu schnell gefahren?
       
       > 20 verletzte Menschen, drei davon schwer: Nach dem Straßenbahnunfall in
       > Berlin-Hohenschönhausen arbeitet die BVG an der Aufklärung.
       
 (IMG) Bild: Das THW arbeitet Dienstagabend an der Bergung der Unfallstraßenbahn in Neu-Hohenschönhausen
       
       dpa/taz | Bei einem Straßenbahnunfall in Berlin-Hohenschönhausen sind laut
       Feuerwehr 20 Menschen verletzt worden, drei davon schwer. „Wir haben
       insgesamt zwölf Personen in umliegende Krankenhäuser gebracht, die
       restlichen Personen konnten vor Ort ambulant versorgt werden“, sagte ein
       Sprecher der Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur. Die Berliner
       Verkehrsbetriebe (BVG) rechneten damit, dass die Strecke voraussichtlich
       wohl erst am Freitag wieder zu befahren sei, sagte ein BVG-Sprecher am
       Dienstagabend in der „Abendschau“ des RBB.
       
       Nach Angaben von Feuerwehr und BVG ist ein Teil der Straßenbahn am
       Dienstagmorgen gegen 9.40 Uhr an der Ecke Arnimstraße/Wartenberger Straße
       vermutlich gegen einen Mast der Oberleitung gefahren. Dabei wurde die Seite
       rechts aufgerissen, wie ein Sprecher sagte. [1][Im Livebericht des RBB] war
       zu sehen, dass die Tram regelrecht aufgeschlitzt wurde – unwirkliche
       Bilder. Der letzte Wagen der Bahn war aus dem Gleis gesprungen.
       
       Ein BVG-Sprecher ordnete den Unfall als einen der schwersten in der
       Geschichte der Berliner Verkehrsbetriebe ein. Glück im Unglück: Zum
       Zeitpunkt des Unfalls am Morgen befanden sich nur 20 Fahrgäste in der Tram.
       
       In der RBB-„Abendschau“ wurde ein Anwohner vorgestellt, der durch Zufall
       Videoaufnahmen der Unfalltram aufgenommen hatte, die belegen könnten, dass
       die Bahn zu schnell unterwegs gewesen war. An der Kurve wären 10 km/h
       vorgeschrieben, wie es vonseiten des BVG-Sprechers hieß. Zu schnelles
       Fahren wird als eine der Unfallursachen in Betracht gezogen, aber auch eine
       plötzliche Erkrankung des Fahrers, sagte der Sprecher und verwies auf die
       laufende Aufklärung.
       
       ## „Einzigartiger Unfall“
       
       Die Feuerwehr war nach eigenen Angaben mit knapp 60 Kräften vor Ort. Der
       Abtransport der Straßenbahn sei voraussichtlich nur mit schwerem Gerät
       möglich, sagte ein BVG-Sprecher dem RBB. Noch am Dienstagabend teilte die
       BVG mit, dass die Arbeiten an der Bergung der Straßenbahn begonnen hätten.
       Parallel liefen bereits die Arbeiten zur Reparatur der beschädigten
       Oberleitungsanlagen und Masten. Die Tramlinien M5 und M17 sind
       unterbrochen. Laut BVG ist ein Ersatzverkehr eingerichtet.
       
       Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) machte sich am
       Dienstagnachmittag mit dem BVG-Vorstandsvorsitzenden Henrik Falk persönlich
       an der Unfallstelle ein Bild von der Lage. Wegner sprach von einem
       „einzigartigen Unfall“: „In meinen Gedanken bin ich natürlich bei den
       Verletzten, aber auch bei denen, die diesen Unfall miterlebt haben. Das
       muss ein großer Schock gewesen sein“, sagte der Politiker.
       
       Falk war bereits am Dienstagvormittag am Unfallort gewesen. „Unter dem
       Eindruck der Bilder hier vor Ort sind wir tief betroffen. In Gedanken sind
       wir bei den Verletzten und unseren Fahrgästen“, wurde er in einer
       Mitteilung zitiert. Klar sei, dass die BVG intensiv zur Aufklärung der
       Unfallursache beitragen werde. Polizei, Technische Aufsichtsbehörde (TAB)
       und die BVG hätten die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen,
       erläuterte die BVG-Sprecherin.
       
       3 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.rbb-online.de/abendschau/videos/20260602_1930/tram_unglueck_verletzte_hohenschoenhausen.html
       
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