# taz.de -- Umfrage unter Firmen: Lohnenswerter Kreislauf
       
       > Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sind eher erfolgreich, wenn sie auf
       > Recycling und Co setzen. Was die Regierung zur Kreislaufwirtschaft plant.
       
 (IMG) Bild: Bei der Papierherstellung wird oft Altpapier wiederverwertet
       
       Kreislaufwirtschaft lohnt sich nicht nur ökologisch: Eine [1][Studie] des
       arbeitgeberfinanzierten Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln
       zeigt, dass sieben von zehn Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe
       wirtschaftlich erfolgreich sind, wenn sie Maßnahmen zur Kreislaufwirtschaft
       umsetzen. Ohne eine solche Ausrichtung ist es nur gut jedes zweite.
       
       Aufgrund der Endlichkeit der Ressourcen ist das Ziel der
       Kreislaufwirtschaft eine möglichst lange und zirkuläre Verwendung von
       Rohstoffen. Um das umzusetzen, können Kreisläufe geschlossen, verlängert
       oder neu geschaffen werden: Diese drei Strategien betrachtet auch die
       Studie des Kölner Instituts.
       
       Die Studie basiert auf einer Befragung von 479 Industrie- und
       Handwerksbetrieben, die Rohstoffe und Zwischenprodukte weiterverarbeiten,
       um daraus Güter herzustellen. Mehr als ein Drittel der Unternehmen hatte
       dabei keine der drei Strategien eingesetzt, der Rest setzte auf mindestens
       eine.
       
       Der Unternehmenserfolg wurde anhand üblicher Kennzahlen in die Kategorien
       niedrig, mittel und hoch eingeteilt. Unternehmen mit mindestens einer
       Kreislaufwirtschaftsstrategie schnitten in mehr als zwei Drittel der Fälle
       mittel oder hoch ab. Bei Unternehmen ohne diese Strategien war es die
       Hälfte.
       
       ## Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie kommt
       
       Das schwarz-rote Bundeskabinett wird am Mittwoch voraussichtlich ein
       Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie verabschieden,
       die noch die Ampelregierung 2024 auf den Weg gebracht hatte.
       
       Durch die [2][Strategie] soll die Wirtschaft den Weg von einem linearen
       Ansatz – produzieren, nutzen, wegwerfen – zu einer zirkulären
       Herangehensweise mit Wiederverwertung, Reparatur und Recycling finden.
       
       Beispielsweise wird die Verdopplung der Nutzung von recycelten Rohstoffen
       angestrebt, um weniger Primärressourcen verbrauchen zu müssen. Das soll
       auch die Unabhängigkeit von Importen stärken. Als Maßnahmen nennt die
       Bundesregierung langlebige Produkte, digitale Zurückverfolgung der Artikel
       und das Recht auf Reparatur.
       
       Kritik übt zum Beispiel der Umweltverband [3][WWF]. Ihm mangelt es zum
       Beispiel an verbindlichen Zielen und einem Mechanismus, der Recyclingstoffe
       billiger macht.
       
       2 Jun 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/sarah-lichtenthaeler-adriana-neligan-grosses-potenzial-viele-offene-baustellen.html
 (DIR) [2] https://www.bundesumweltministerium.de/themen/kreislaufwirtschaft/kreislaufwirtschaftsstrategie
 (DIR) [3] https://www.wwf.de/2026/juni/pressemitteilung-zum-aktionsprogramm-der-nationalen-kreislaufwirtschaftsstrategie
       
       ## AUTOREN
       
 (DIR) Charlotte Gabel
       
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