# taz.de -- Das Wetter im Frühjahr: Ein Frühling wie ein Sommer
       
       > Sonnig, trocken und warm: Trotz Kälte und Regen zu Beginn zählte dieses
       > Frühjahr zu den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in
       > Deutschland.
       
 (IMG) Bild: Frühling in Berlin, die Hauptstadt hatte die meisten Sonnenstunden in diesem Frühling
       
       dpa | Der Frühling ist nach einer vorläufigen [1][Auswertung des Deutschen
       Wetterdienstes (DWD)] deutlich wärmer und sonniger gewesen als im Schnitt.
       „Die Sonne spendierte außergewöhnlich viele Stunden und ließ das Frühjahr
       vielerorts eher an südlichere Breiten erinnern“, schreibt der Wetterdienst
       in Offenbach.
       
       ## Wie warm ist es gewesen?
       
       Im Schnitt lag die Temperatur in Deutschland im Frühjahr bei 9,9 Grad und
       damit etwa [2][2,2 Grad über dem Wert der international gültigen
       Referenzperiode 1961 bis 1990]. „Damit dürfte das Frühjahr 2026 zu den zehn
       mildesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 zählen“, hieß es.
       
       Auch „einzelne Kälterückfälle Ende März und um die Eisheiligen“ hätten
       daran wenig geändert. Am kältesten war es in diesem Frühjahr laut
       Auswertung am 28. März in Oberstdorf mit minus 15,5 Grad.
       
       Der höchste Wert steht laut DWD aber noch aus: Am Samstag werden im
       Oberrheingraben etwa 34 Grad erwartet. Vor allem das warme Mai-Ende habe
       die Gesamtbilanz nach oben geschraubt und dem Frühjahr „einen sommerlich
       bis regional hochsommerlichen Schlusspunkt“ gegeben.
       
       ## Ein Bundesland besonders trocken
       
       Laut Wetterdienst fielen bundesweit rund 126 Liter pro Quadratmeter
       Niederschlag. Das seien nur etwa 68 Prozent des langjährigen Mittels.
       „Besonders trocken verlief der April, der nur gut die Hälfte seines
       Niederschlagssolls erreichte.“
       
       Am meisten regnete es demnach im Mittelgebirge und am Alpenrand – hier
       kamen örtlich etwa 250 Liter pro Quadratmeter zusammen. Am heftigsten traf
       es diesen Frühling Röbel/Müritz in der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort
       seien Mitte April etwa 83,4 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gefallen –
       „mehr als sonst in einem durchschnittlichen April“.
       
       „Während [3][lokal also Wasser in äußerster Wucht fiel], blieb es in Teilen
       Süddeutschlands außergewöhnlich trocken“, schreibt der Wetterdienst. Bayern
       steuere nach den jüngsten Berechnungen sogar auf das trockenste Frühjahr
       seit 1881 zu.
       
       ## Viele Sonnenstunden im Norden
       
       Rund 692 Stunden Sonne gab es laut DWD im Frühling. Der Wert liegt laut
       Experten etwa 48 Prozent über dem Mittel. [4][Bereits 2025 habe es ein
       außergewöhnlich sonniges Frühjahr gegeben], hieß es. 2026 sei das zweite
       Sonnenscheinextrem in Folge.
       
       „Besonders im Norden und Nordosten erreichte die Sonne gebietsweise über
       750 Stunden – ein Rekord-Lichtangebot, das stellenweise eher an südlichere
       Breiten als an ein klassisches mitteleuropäisches Frühjahr erinnerte“,
       teilte der DWD mit.
       
       ## Wo war es am sonnigsten und wo am trockensten?
       
       Die meisten Sonnenstunden hatte im Bundesländervergleich die Hauptstadt.
       Dort schien 741 Stunden lang die Sonne – auch ein Rekordwert für ein
       Frühjahr in Berlin. Auf Platz zwei liegt Mecklenburg-Vorpommern. Das
       Bundesland habe mit rund 737 Stunden ebenfalls ein außergewöhnliches Niveau
       erreicht, hieß es. Auch in Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und
       Brandenburg schien die Sonne mehr als 700 Stunden.
       
       Am trockensten war es laut Auswertung in Bremen und Berlin – hier kamen
       nicht mal 100 Liter pro Quadratmeter Niederschlag zusammen. In
       Nordrhein-Westfalen kamen von März bis Mai hingegen rund 182 Liter pro
       Quadratmeter runter. „Damit blieb NRW zwar unter dem Soll, gehörte im
       Ländervergleich aber zu den nassesten Regionen des Frühjahrs.“
       
       ## In welchen Bundesländern war es am wärmsten?
       
       Im Saarland war es zwischen März und Mai im Schnitt am wärmsten. Eine
       Mitteltemperatur von 11,2 Grad sei außergewöhnlich, schrieb der DWD. Vor
       allem die hochsommerlich geprägte letzte Maidekade habe das
       Temperaturniveau deutlich nach oben geschoben. Zeitweise seien dabei über
       30 Grad gemessen worden. Auf Platz zwei folgte Rheinland-Pfalz mit 10,8
       Grad.
       
       Am niedrigsten waren die Temperaturen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern
       mit 9,1 Grad. „Am Fichtelberg fiel Mitte Mai noch einmal Schnee“, schrieb
       der Wetterdienst.
       
       ## Und wie war das Wetter im Mai?
       
       „Der Mai 2026 war ein Monat der Gegensätze: Erst machten die Eisheiligen
       ihrem Namen alle Ehre, dann brachte das Monatsende vielerorts
       hochsommerliche Temperaturen“, schreibt der Deutsche Wetterdienst zu seiner
       Mai-Bilanz. Beim Niederschlag sei Deutschland insgesamt knapp unter dem
       Soll geblieben. Die Sonne hingegen zeigte sich nahezu überall häufiger als
       üblich.
       
       Im Mai waren es im Schnitt demnach 14,1 Grad. Der Wert lag 2,0 Grad über
       dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Es
       fielen rund 65 Liter pro Quadratmeter Niederschlag. „Damit erreichte der
       Monat gut 92 Prozent des Niederschlags der international gültigen
       Referenzperiode“, hieß es.
       
       Der letzte Frühlingsmonat kam laut DWD auf 254 Sonnenstunden – deutlich
       mehr als im Schnitt. „Besonders hohe Werte um 300 Stunden wurden
       gebietsweise im Norden, Nordosten und Süden erreicht.“
       
       ## Wie kommen die Daten zustande?
       
       Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht die Daten nach einer Auswertung
       der Ergebnisse seiner rund 2.000 Messstationen. Alle Werte sind vorläufig.
       Die Sonnenscheindauer wird etwa teilweise aus Satellitendaten abgeleitet.
       Die Daten für die letzten drei Tage des Frühjahrs basieren auf Prognosen.
       
       29 May 2026
       
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