# taz.de -- Forschungsreaktor in Bayern: Dritte Vereinbarung nicht eingehalten
> Eigentlich soll im Forschungsreaktor Garching II in Bayern kein
> waffenfähiges Uran mehr verwendet werden. Für die Umrüstung gibt es aber
> nicht mal einen Zeitplan.
(IMG) Bild: Seit 20 Jahren ist seine Umrüstung versprochen: Forschungsreaktor Garching FRM II
Der Freistaat Bayern hat bei der [1][vorgeschriebenen Umrüstung des
Forschungsreaktors FRM II], weg von hoch angereichertem waffenfähigem Uran,
auch die dritte dazu mit dem Bundesforschungsministerium (BMBF)
geschlossene Vereinbarung nicht eingehalten: Die TU München hätte für den
Atommeiler in Garching bei München bis Ende 2025 einen Genehmigungsantrag
und die zugehörigen Unterlagen vorlegen müssen. Das ist jedoch nicht der
Fall.
Das zeigt eine Antwort der Staatsregierung auf eine Anfrage des
Abgeordneten Martin Stümpfig (B90/Grüne im Bayerischen Landtag). Statt
eines vollständigen Antrags – wie zwischen Bayern und dem Bund zuletzt 2020
vereinbart – reichte die TU nur ein dürres Schreiben ein und verzichtete
auf weitere technische Unterlagen. Nicht einmal einen Zeitplan will die
Staatsregierung nennen.
Dabei wird [2][die Umrüstung des FRM II], in dem aus Russland stammendes
hoch angereichertes Uran eingesetzt wird, seit 20 Jahren versprochen. Schon
lange vor seiner Inbetriebnahme 2001 war die Verwendung des
atomwaffenfähigen Stoffes höchst umstritten, da er [3][internationalen
Bemühungen zur Eindämmung der Verbreitung von atomwaffenfähigem Material]
zuwider läuft.
## Jahrelanger Stillstand
Der Reaktor steht wegen einer Reihe von technischen Problemen [4][seit mehr
als sechs Jahren still.] Die Landtags-Grünen fordern, dass er erst wieder
in Betrieb gehen darf, wenn statt des auf 95 Prozent angereicherten Urans
solches mit höchstens 50 Prozent zur Verfügung steht. Dies ist übrigens
bereits in der [5][ursprünglichen Betriebsgenehmigung von 2003
vorgeschrieben].
Alles deutet aber eher darauf hin, dass die TU bei der Umrüstung auf
niedriger angereichertes Uran, wie seit 20 Jahren, auf Verzögerungstaktik
setzt. „Pacta sunt servanda“ (Verträge sind einzuhalten) war ein Leitspruch
des früheren CSU-Vorsitzenden und Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß.
Der bekennende Strauß-Fan und heutige Landeschef Markus Söder scheint vom
Credo seines Idols in diesem Fall nichts zu halten. Und auch vom
Bundesforschungsministerium unter der neuen Leitung von Dorothee Bär (auch
CSU) ist nicht zu erwarten, dass sie ihren Parteivorsitzenden zur Räson
ruft.
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Texts hieß es im
Teaser, im Forschungsreaktor Garching II in Bayern solle kein waffenfähiges
Uran mehr angereichert werden – dabei war das noch nie der Fall. Richtig
ist, dass es nicht mehr verwendet werden soll. Der Fehler stammte nicht vom
Autor, sondern ist bei der redaktionellen Bearbeitung entstanden.
27 May 2026
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## AUTOREN
(DIR) Karl Amannsberger
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