# taz.de -- Uschi Glas über Demokratie: „Die schweigende Mehrheit ist die größte Gefahr“
       
       > Die Schauspielerin gilt als CSU-nah, sie engagiert sich gegen
       > Antisemitismus. Im taz-Interview fordert sie die Menschen auf, für die
       > Demokratie zu kämpfen.
       
 (IMG) Bild: Uschi Glas, immer gern zu Gast gegen rechte Umtriebe
       
       Die Schauspielerin Uschi Glas fordert mehr Engagement für die Demokratie.
       „Ich blicke auf die Vergangenheit meiner Eltern, in meinen Albträumen sehe
       ich 1933, die Machtübernahme. Und dann denke ich: Wir dürfen nicht noch
       länger warten, wir müssen aufstehen und für die Demokratie kämpfen“, sagt
       sie im Interview mit der wochentaz (Ausgabe vom 16. Mai).
       
       Uschi Glas kennen die Älteren aus Filmen wie [1][„Zur Sache, Schätzchen“],
       die Jüngeren aus „[2][Fack ju Göhte]“. Die Schauspielerin äußerte sich
       immer wieder auch politisch. Uschi Glas gilt als konservativ [3][und
       CSU-nah], sie distanzierte sich teils aber auch von der Partei, etwa in der
       Flüchtlingspolitik.
       
       Seit Jahren engagiert sie sich gegen Antisemitismus. Nach dem Hamas-Angriff
       am 7. Oktober 2023 lief sie in München regelmäßig bei Demonstrationen für
       die Befreiung der Geiseln mit. Im taz-Interview sagt sie: „Jetzt, wo wir
       wieder ein Erstarken des Antisemitismus erleben, wie ich es mir nie hätte
       vorstellen können, ist für mich die schweigende Mehrheit die größte Gefahr
       für die Demokratie.“ Sie glaube nicht, dass alle Leute, die nach dem 7.
       Oktober nicht auf die Straßen gegangen seien, etwas gegen Israel oder gegen
       jüdische Mitbürger hätten. „Sie halten sich einfach raus, und das finde ich
       falsch.“
       
       Glas betonte, dass es wichtig sei, mit politisch andersdenkenden Menschen
       zu reden. „Von diesem ständigen Ausgrenzen halte ich nichts.“ Sie selbst
       suche den Austausch. Sie habe jedoch auch schon erlebt, dass ein Gespräch
       mit AfD-Anhängern nicht mehr möglich war. „Einige Freunde sind so zu
       Bekannten geworden, das ist eine traurige Erfahrung. Wenn Menschen in ihrer
       Meinung sehr festgefahren sind, ist eine Diskussion kaum möglich.“
       
       Uschi Glas sorgt sich um die Demokratie, bei den „Omas gegen Rechts“
       mitmachen will sie aber nicht. Sie sagte: „Ich wäre sofort dabei, wenn sie
       ‚Omas für Demokratie‘ hießen.“
       
       15 May 2026
       
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