# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Krieg bremst deutsche Wirtschaft
       
       > Der Irankrieg hat die Energiepreise stark erhöht. Jeder Tag kostet Europa
       > Hunderte Millionen Euro extra, sagt die EU-Kommissionspräsidentin.
       
 (IMG) Bild: Irankrieg: Steigende Kosten für Unternehmen und zunehmende Risiken für internationale Lieferketten ‌prägen aktuell die Stimmung
       
       ## Von der Leyen: 27 Milliarden Euro mehr für Energie-Importe
       
       Der Irankrieg hat Importe fossiler Brennstoffe wie Erdöl in die EU stark
       verteuert. „In gerade einmal 60 Tagen Konflikt hat sich unsere Rechnung für
       die Einfuhr fossiler Brennstoffe um mehr als 27 Milliarden Euro erhöht –
       ohne auch nur ein einziges Extra-Molekül an Energie“, sagte
       EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Straßburg. Dort
       debattierten die Abgeordneten des Europaparlaments, des Rats und der
       Kommission über die Auswirkungen der Krise im Nahen Osten. Europa müsse
       weniger abhängig von der Einfuhr fossiler Brennstoffe werden, sagte von der
       Leyen. Stattdessen brauche es mehr heimische, bezahlbare und saubere
       Energie. In Ländern wie Schweden, die fast den gesamten Strom aus
       erneuerbaren Energien und Atomenergie bezögen, seien die Energiepreise
       deutlich weniger gestiegen.
       
       Um den Unterschieden gerecht zu werden, sollen die EU-Staaten selbst
       entscheiden, welche Maßnahmen sie ergreifen. Die EU-Kommission hat ihnen
       vergangene Woche Vorschläge gemacht – etwa Energiegutscheine für Haushalte
       mit niedrigem Einkommen, finanzielle Förderungen für Energiesparprodukte
       und Kampagnen zur Förderung der Energieeffizienz. Die Maßnahmen sollten in
       jedem Fall nur den schwächsten Haushalten und Branchen zugutekommen und
       einen Anstieg der Nachfrage nach Gas und Öl verhindern, betonte von der
       Leyen nun. In der Energiekrise nach Beginn des Angriffs Russlands auf die
       Ukraine sei dagegen nur ein Viertel der Soforthilfen an bedürftige
       Haushalte und Unternehmen gegangen, mehr als 350 Milliarden Euro seien für
       Maßnahmen ausgegeben worden, die nicht zielgerichtet waren. Das soll sich
       nicht wiederholen. (dpa)
       
       ## DIW: Irankrieg stoppt Aufschwung in Deutschland
       
       Der im ‌Herbst begonnene Aufwärtstrend ‌der deutschen Wirtschaft ist dem
       DIW-Institut zufolge durch den Irankrieg zum Erliegen gekommen. Das
       Konjunkturbarometer stieg zwar im April leicht auf 97,9 Punkte, wie das in
       Berlin ansässige Institut am Mittwoch mitteilte. Nach dem Vier-Jahres-Hoch
       im Februar, gefolgt von einem deutlichen Rückgang im März, verharrt das
       Barometer damit aber unterhalb der neutralen 100-Punkte-Marke. Diese Marke
       zeigt ‌ein durchschnittliches Wachstum der Wirtschaft an. Das Barometer
       liegt aber weiter über den Werten des vergangenen Jahres.
       
       Steigende Kosten für Unternehmen, eine geschwächte globale Nachfrage und
       zunehmende Risiken für internationale Lieferketten ‌prägten aktuell die
       Stimmung. Auch die Kaufkraft der privaten Haushalte werde merklich
       belastet. All dies dämpfe nicht nur die ohnehin schwächelnden deutschen
       Exporte, sondern zunehmend auch die Dynamik der Binnenwirtschaft, die
       ⁠zuletzt noch stabilisierend gewirkt habe.
       
       Staatliche Investitionen in den Bereichen Verteidigung, Infrastruktur und
       Klimatransformation tragen dem DIW zufolge zwar zur Stabilisierung bei. Sie
       würden schrittweise wirken. Diese Effekte würden durch die externen
       Belastungen derzeit jedoch ‌teilweise überlagert. In der ‌Industrie bleibt
       das Gesamtbild den Angaben nach schwach. Auch im Dienstleistungssektor
       trübt sich die Stimmung etwas ein. Die nachlassende Kaufkraft der Haushalte
       dämpfe das Konsumklima ein, hieß ⁠es. (rtr)
       
       ## Bahrain fordert Lösungen im Irankrieg
       
       Der bahrainische Außenminister hat eine Kehrtwende beim Umgang mit dem
       Irankonflikt angemahnt. Die internationale Gemeinschaft müsse vom
       Krisenmanagement zur Lösungssuche übergehen, sagte Raschid al-Sajani bei
       einem Ministertreffen des UN-Sicherheitsrats, bei dem er den Vorsitz
       übernahm. Dazu gehöre ein konstruktiver Dialog, der sicherstelle, dass Iran
       die Grundsätze guter Nachbarschaft und des Völkerrechts einhalte. Zudem
       müsse die Souveränität von Staaten und die Freiheit der Schifffahrt in der
       Straße von Hormus und auf anderen wichtigen Wasserwegen gewährleistet sein.
       Der Iran müsse seine Atom-, Raketen- und Drohnenprogramme stoppen. Außerdem
       müsse Teheran darauf verzichten, Stellvertretergruppen und bewaffnete
       Milizen auszurüsten oder zu finanzieren. Angriffe Irans auf Staaten der
       Region müssten aufhören. (ap)
       
       ## US-Militär entert weiteren Frachter
       
       Das US-Militär hat im Zuge der Blockade iranischer Häfen ein weiteres
       Frachtschiff geentert – dieses im Unterschied zu früheren Fällen jedoch
       wieder weiterfahren lassen. Das für den Nahen Osten zuständige
       US-Zentralkommando (Centcom) teilte in den sozialen Medien mit, dass
       Marinesoldaten am Dienstag die „Blue Star III“ zunächst in Beschlag
       genommen hätten. Nach einer Durchsuchung sei das Schiff wieder freigegeben
       worden, nachdem bestätigt worden sei, dass es keinen iranischen Hafen
       anlaufen sollte. Daten von Schiffsverfolgungs-Webseiten zufolge hatte die
       „Blue Star“ den pakistanischen Hafen Qasim verlassen und war auf dem Weg
       zum Hafen Sohar im Oman. Die „Blue Star“ ist mindestens das vierte
       Handelsschiff, das seit Beginn der Seeblockade durch die US-Regierung vor
       mehr als zwei Wochen geentert wurde, jedoch das erste, das nicht in
       US-Gewahrsam genommen wurde. (ap)
       
       ## USA wollen Iran den Geldhahn zudrehen
       
       Die US-Regierung will verbliebene Lücken bei den Sanktionen gegen Iran
       schließen und verschärft damit die Spannungen mit China. Das
       Finanzministerium in Washington droht Banken und Finanzdienstleistern mit
       Strafen, sollten sie Geschäfte mit sogenannten Teekannen-Raffinerien in der
       Volksrepublik machen. So werden kleine und unabhängige Anlagen bezeichnet,
       die Öl aus mit Sanktionen belegten Ländern wie Iran billig aufkaufen und zu
       Benzin verarbeiten. Medienberichten zufolge gehen etwa 90 Prozent der
       iranischen Ölexporte nach China.
       
       Seine Behörde gehe gegen die internationale Finanzinfrastruktur Irans vor,
       gegen den Zugang zu Kryptowährungen, die „Schattenflotte“ aus Schiffen mit
       verschleierter Eigentümerschaft, Netzwerke zur Waffenbeschaffung, die
       Finanzierung verbündeter Milizen im Nahen Osten und gegen die chinesischen
       „Teekannen“-Raffinerien, schrieb US-Finanzminister Scott Bessent auf der
       Plattform X. Wer illegale Geschäfte mit Iran mache, laufe Gefahr, Ziel von
       US-Sanktionen zu werden. Ende vergangener Woche hatte die US-Regierung
       bereits eine der größten unabhängigen chinesischen Raffinerien wegen deren
       Geschäften mit Iran sanktioniert. Peking kritisierte die Strafmaßnahmen.
       China werde die Rechte und Interessen ihrer Firmen entschlossen
       verteidigen, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Peking. (dpa)
       
       ## Trump: Iran ist „militärisch besiegt“
       
       Bei einem Staatsbankett zu Ehren des britischen Königs Charles III. im
       Weißen Haus hat US-Präsident Donald Trump seine Behauptung wiederholt, die
       USA hätten den Iran bezwungen. „Wir haben diesen speziellen Gegner
       militärisch besiegt“, sagte Trump am Dienstag. „Charles stimmt mir sogar
       noch mehr zu, als ich es selbst tue, wir werden diesen Gegner niemals eine
       Atomwaffe besitzen lassen.“
       
       Die Beziehungen zwischen London und Washington sind angespannt. Trump
       äußerte sich wiederholt verärgert über die Weigerung der britischen
       Regierung von Premierminister Keir Starmer, die USA und Israel beim
       Irankrieg zu unterstützen. Am Dienstag hielt Charles seine mit Spannung
       erwartete Rede vor dem US-Kongress. Er rief die USA zum Zusammenhalt mit
       ihren westlichen Verbündeten auf. Kein Land könne die großen
       Herausforderungen der heutigen Zeit „alleine bewältigen“, sagte er.
       Großbritannien und die USA könnten sich auch nicht „auf vergangenen
       Errungenschaften ausruhen“. „Welche Differenzen und
       Meinungsverschiedenheiten es auch zwischen uns geben mag, wir stehen
       zusammen in unserem Engagement für die Bewahrung der Demokratie“, sagte
       Charles vor beiden US-Parlamentskammern. (dpa)
       
       ## Golfstaaten verurteilen Irans Vorgehen
       
       Die Staats- und Regierungschefs mehrerer Golfstaaten haben Irans Vorgehen
       in der Straße von Hormus scharf kritisiert. Die Islamische Republik habe
       „illegale Maßnahmen“ zur Schließung der Meerenge ergriffen und bedrohe die
       Schifffahrt. In einer Erklärung, die auf ein Treffen des
       Golf-Kooperationsrats am Dienstag in Saudi-Arabien folgte, wiesen die
       Golfstaaten jede Beeinträchtigung des Seeverkehrs zurück und warnten vor
       Gebühren für die Passage durch die Meerenge. Sie forderten die
       Wiederherstellung von „Sicherheit und Freiheit der Schifffahrt“ auf
       Vorkriegsniveau und drängten auf engere militärische Integration, darunter
       gemeinsame Infrastrukturprojekte und ein Frühwarnsystem für ballistische
       Raketen. An dem Treffen unter Leitung des saudischen Kronprinzen Mohammed
       bin Salman nahmen die Staats- und Regierungschefs von Katar und Bahrain,
       der Kronprinz Kuwaits sowie der Außenminister der Vereinigten Arabischen
       Emirate teil. (dpa)
       
       ## Straße von Hormus: Nur noch 5 Prozent des Schiffsverkehrs
       
       Seit Beginn des Irankriegs vor zwei Monaten ist die Zahl der Schiffe, die
       die Straße von Hormus passieren, nach Angaben der Vereinten Nationen um
       mehr als 95 Prozent zurückgegangen. Dagegen seien die Preise für
       Lebensmittel-Rohstoffe um sechs Prozent gestiegen, sagte Stéphane Dujarric,
       der Sprecher des UN-Generalsekretärs, in New York. Der Rohölpreis für
       Europa sei darüber hinaus um 53 Prozent gestiegen, fügte er mit dem Verweis
       auf ein Online-Dashboard mit, mit dessen Hilfe sich unter anderem die
       Preisentwicklungen angesichts der blockierten Meerenge am Persischen Golf
       beobachten lassen. (dpa)
       
       ## US-Benzinpreis auf höchstem Stand seit Kriegsbeginn
       
       Ohne Aussicht auf einen schnellen Frieden im Iran ist der Benzinpreis in
       den USA auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn gestiegen. Für eine
       Gallone (3,785 Liter) Benzin mussten Amerikaner am Dienstag im Schnitt 4,18
       US-Dollar (3,57 Euro) zahlen, wie der Automobilverband AAA auf Anfrage
       bestätigte. Auf ähnlich hohem Niveau hatte der Benzinpreis zuletzt vor rund
       vier Jahren nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine
       gelegen. Zu Beginn des Irankriegs Ende Februar lag der Wert im Schnitt noch
       bei 2,98 Dollar. Seither ist der Preis also um rund 40 Prozent gestiegen.
       
       Im Vergleich zu Deutschland geben US-Amerikaner wenig an der Tankstelle
       aus. Umgerechnet auf Liter und Euro liegt der aktuelle US-Benzinpreis bei
       94 Cent – verglichen mit über zwei Euro an deutschen Tankstellen. Die USA
       erheben pro Liter weniger Steuern und Abgaben, zudem verfügt das Land
       selbst über große Ölvorkommen. Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf
       versprochen, die Energiepreise im Land zu halbieren. Rund ein halbes Jahr
       vor den wichtigen Zwischenwahlen ist er davon weit entfernt. Laut der
       Regierung handelt es sich zwar nur um einen temporären Anstieg. Wie die
       US-Energiebehörde EIA mitteilte, könnte es selbst nach einer Öffnung der
       Straße von Hormus Monate dauern, bis der Schiffsverkehr wieder sein
       übliches Niveau erreicht. (dpa)
       
       ## Israelischer Militär-Auftragnehmer im Libanon getötet
       
       Ein ziviler Auftragnehmer des israelischen Militärs ist im Südlibanon
       getötet worden. In einer kurzen Mitteilung erklärte die israelische Armee,
       der Mitarbeiter eines Ingenieurunternehmens habe mit dem Militär an
       Projekten im Südlibanon gearbeitet. Seine Familie sei informiert worden,
       nähere Angaben zu den Umständen seines Todes am Dienstag machte die Armee
       jedoch nicht. Trotz einer Waffenruhe im Libanon liefern sich israelische
       Streitkräfte und Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im
       Süden weiterhin gelegentlich Gefechte. (ap)
       
       ## Fünf Menschen bei Angriff im Libanon getötet
       
       Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee
       sind fünf Menschen getötet worden. Darunter seien drei Sanitäter gewesen,
       teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Zwei Soldaten seien
       verletzt worden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich noch um
       vorläufige Zahlen handle. Der Angriff ereignete sich in der südlichen Stadt
       Madschdal Sun, nahe der Küstenstadt Tyros. Israels ilitär äußerte sich
       zunächst nicht dazu.
       
       Laut der libanesischen Armee und des Zivilschutzes trafen israelische
       Streitkräfte eine Armeepatrouille, die medizinische Teams des Zivilschutzes
       und Bulldozer bei einem Rettungseinsatz am Ort eines vorherigen
       israelischen Angriffs begleitete. Einige Einsatzkräfte seien durch den
       zweiten Angriff unter Trümmern eingeschlossen worden, hieß es. Libanons
       Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff und erklärte, er sei Teil
       einer Reihe israelischer Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte, die
       gegen das Völkerrecht verstießen. Die libanesische Armee hat sich in den
       jüngsten Gefechten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah
       weitgehend zurückgehalten, obwohl Dutzende ihrer Soldaten getötet wurden.
       (ap)
       
       ## USA prüfen Folgen einseitiger Siegeserklärung im Irankrieg
       
       US-Geheimdienste untersuchen Insidern zufolge, wie der ‌Iran auf eine
       einseitige Siegeserklärung ‌von Präsident Donald Trump in dem seit zwei
       Monaten andauernden Krieg reagieren würde. Die Analyse erfolge auf Bitte
       hochrangiger Regierungsvertreter, sagten zwei US-Beamte und eine weitere
       mit dem Vorgang vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei,
       die Folgen eines möglichen US-Rückzugs aus dem Konflikt zu verstehen.
       Einige Berater fürchten demnach, dass der Krieg bei den Kongresswahlen im
       Spätherbst zu schweren Verlusten für die Trumps Republikaner führen könnte.
       
       Laut Umfragen ist der Militäreinsatz bei der US-Bevölkerung sehr unpopulär.
       In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erhebung von
       Reuters/Ipsos gaben nur 26 ‌Prozent der Befragten an, dass der Einsatz die
       Kosten wert gewesen sei. Lediglich 25 Prozent sagten, er habe die USA
       sicherer gemacht.
       
       Früheren Analysen zufolge würde die Führung in Teheran einen US-Abzug nach
       einer Siegeserklärung als eigenen Triumph werten, sagte ein Insider.
       Behielten die USA jedoch eine starke Truppenpräsenz bei, würde der Iran
       dies eher als Verhandlungstaktik betrachten. Trump hatte schon vor Wochen
       erklärt, die USA hätten den Krieg gewonnen. Dabei dauert der Konflikt
       inzwischen sehr viel länger als von Trump in Aussicht gestellt. Auch seine
       scharfen Drohungen haben den Iran bisher noch nicht dazu bringen können, so
       weit auf den US-Präsidenten zuzugehen, wie sich dieser das wünscht. (rtr)
       
       ## Trump über Merz: „Hat keine Ahnung, wovon er spricht!“
       
       Nach deutlicher Kritik von Bundeskanzler Friedrich Merz an der US-Offensive
       gegen den Iran hat US-Präsident Donald Trump ihn massiv verbal angegriffen.
       „Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!“, schrieb Trump mit Blick auf Merz
       (CDU) auf seiner Plattform Truth Social. Es sei kein Wunder, „dass es
       Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer
       Hinsicht!“. Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der
       Iran über Atomwaffen verfüge. Belege dafür nannte er nicht.
       
       Eigentlich hatten Merz und Trump ein gutes Verhältnis. Zuletzt stimmte Merz
       allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So
       warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Irankrieg zu
       haben. „Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die
       Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich
       überzeugende Strategie haben“, sagte er bei einer Diskussion mit Schülern
       in Marsberg im Sauerland. Vor Merz war schon der britische Premier Keir
       Starmer bei Trump in Ungnade gefallen. Auch bei anderen schwelenden
       Konflikten ging Merz in Opposition zu Trump. Mit Blick auf eine mögliche
       US-Intervention in Kuba sagte er: „Von Kuba geht trotz aller Probleme, die
       dieses Land mit dem kommunistischen Regime innenpolitisch hat, keinerlei
       erkennbare Gefährdung für Drittstaaten außerhalb Kubas aus“. (dpa)
       
       ## Israels Armee zerstört Hisbollah-Tunnel im Libanon
       
       Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge am Abend zwei Tunnel der
       Hisbollah im Südlibanon gesprengt. Libanesischen Einwohnern zufolge war die
       Erschütterung weit über die Gegend hinaus zu spüren. Israels
       Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sprach von einem „riesigen
       Terrortunnel der Hisbollah“, der gesprengt worden sei. Die Times of Israel
       berichtete, es handle sich um eines der längsten bisher entdeckten
       unterirdischen Tunnelsysteme. Israels Armee teilte mit, sie habe in den
       vergangenen Wochen in der Gegend von Kantara nach Tunneln der von Iran
       unterstützten Miliz gesucht – und zwei Tunnel mit einer Gesamtlänge von
       zwei Kilometern entdeckt. Die nun zerstörten Tunnel hätten rund zehn
       Kilometer von Ortschaften in Israel entfernt gelegen. In ihnen hätten sich
       Dutzende Wohnquartiere befunden.
       
       Laut Israels Armee soll Iran die Tunnel finanziert haben. Sie seien Teil
       eines Plans der Hisbollah gewesen, nach Israel einzudringen und dort
       Menschen zu töten und zu entführen, ähnlich wie die Hamas am 7. Oktober
       2023 in Israel. Israels Militär hat in den vergangenen Jahren immer wieder
       Tunnel der Hisbollah im Libanon entdeckt und zerstört, darunter einige, die
       bis nach Israel reichten. Auch die UN-Friedenstruppen im Libanon entdeckte
       im Sommer 2025 ein umfangreiches Tunnelnetzwerk im Süden des Landes. (dpa)
       
       ## Britische Regierung bestellt Irans Botschafter ein
       
       Aus Protest gegen Aufrufe an in Großbritannien lebende Iraner zur
       „Selbstaufopferung“ im Irankrieg hat die britische Regierung am Dienstag
       den iranischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt. Das
       Außenministerium kritisierte in einer Erklärung die „inakzeptablen und
       aufrührerischen Kommentare der iranischen Botschaft in den sozialen
       Medien“.
       
       Irans Botschaft hatte am 15. April in einem persischsprachigen
       Telegram-Post „alle tapferen und edlen Kinder Irans“ aufgerufen, sich über
       die Konsularabteilung der Botschaft für Irans Kampagne „Dschanfada“
       (Selbstaufopferung) anzumelden. Sein eigenes Leben zu opfern sei „besser,
       als das Land dem Feind zu überlassen“, hieß es in dem Aufruf. Die Kampagne
       war nach Beginn des Irankrieges am 28. Februar gestartet worden. Laut
       Präsident Massud Peseschkian hätten sich bisher „mehr als 14 Millionen
       stolze Iraner registriert, um ihr Leben für die Verteidigung Irans zu
       opfern“. (afp)
       
       29 Apr 2026
       
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