# taz.de -- Alkohlverbot an Berliner Bahnhöfen: Trink dein Bier bitte woanders
> Ab dem 1. Mai wird es ein Alkoholverbot an Ostbahnhof und Bahnhof Zoo
> geben. Grüne und Fahrgastverband dafür, Stadtmission skeptisch.
(IMG) Bild: Ab dem 1. Mai gibt es ein Alkohlverbot am Berliner Zoo und Ostbahnhof
Fußballfans und Clubgänger*innen glühen vielleicht bald lieber zu Hause
vor, denn [1][ab 1. Mai wird es ein unbefristetes Alkoholverbot an den
beiden Bahnhöfen geben.] Damit will die Deutsche Bahn für mehr „Sicherheit
und Sauberkeit“ sorgen.
Verboten sind ab Freitag sowohl der Konsum von Alkohol sowie die Mitnahme
der Getränke in offenen und geöffneten Behältern. Die neuen Verbotszonen
rund um die beiden Bahnhöfen sollen mit Schildern markiert werden, bei
Missachtung drohen Hausverweise (kurzfristiger Platzverweis) und Hausverbot
(dauerhafter Platzverweis). Auf Anfrage der taz sagte ein Sprecher der
Deutschen Bahn zur Begründung, warum diese beiden Bahnhöfe ausgewählt
wurden, dass dort die Einhaltung des Verbots durch Sicherheitspersonal
gewährleistet werden könne. Dass es an Zoo und Ostbahnhof ein besonderes
Problem mit Alkohol gibt, sagte er nicht.
Laut Deutscher Bahn soll mit dem „Sofortprogramm“ die „Sicherheit und
Sauberkeit“ an 25 Bahnhöfen verbessert werden. [2][Dazu gehört auch eine
verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften, zusätzliche Reinigungen und
schnelle Reparaturen sollen vorangetrieben werden.] Eingefordert wurde das
Programm vom Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU). Dafür sollen
nun auch weitere Bahnhöfe mit Kameras und Videotechnik ausgestattet werden,
um Straftaten besser verfolgen zu können. Bereits 11.000 Kameras sind an
Bahnhöfen in ganz Deutschland installiert. 50 Millionen Euro hat die Bahn
2026 in das Sofortprogramm investiert.
Bereits am 1. April wurde ein Alkohlverbot am Kölner Bahnhof eingeführt.
Das Verbot umfasst den gesamten Kölner Hauptbahnhof einschließlich aller
Zuwege und der Bahnsteige. Weitere Bahnhöfe sind unter anderem
Frankfurt/Main, Essen, Hamburg, Hannover und Bremen. Aber auch kleinere
Bahnhöfe wie Eberswalde, Greifwald und Reutlingen gehören dazu.
## Igeb für Ausweitung auf ganz Berlin
Oda Hassespaß, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen, begrüßte das
Alkoholverbot: „Gerade Orte, an denen viele Menschen unterwegs sind, müssen
für alle sicher und angenehm nutzbar sein.“ Vor allem für Frauen und Kinder
könnten solche Maßnahmen sicherheitsfördernd sein.
Der Fahrgastverband Igeb e. V. fordert eine Ausweitung des Verbots für den
gesamten Bereich des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg. Einen Vergleich
zieht die Igeb mit Hamburg: Dort gibt es seit 2024 im gesamten Hamburger
Verkehrsbund ein Alkoholverbot. Laut dem Sprecher der Igeb habe sich das
Sicherheitsgefühl der Reisenden dort verbessert. Nach Angaben der
Bundespolizei Hamburg sank im Jahr 2025 die Gewaltkriminalität um fast 25
Prozent. Neben dem Alkoholverbot gibt es am Hamburger Bahnhof auch ein
Waffenverbot, verstärkte Polizeipräsenz und Videoüberwachung.
Dennoch dürften die Regelungen nicht dazu führen, dass benachteiligte
Personen wie Wohnungslose weiter verdrängt werden, so Hassepaß. Am Zoo
befindet sich die Bahnhofsmission, die sich für wohnungslose Menschen
einsetzt. Die Sprecherin der Berliner Stadtmission als Träger wies darauf
hin, dass das Problem mit dem Verbot nur verdrängt wird. Menschen würden
woanders weitertrinken und dann zum Bahnhof zurückkehren.
27 Apr 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.berlin.de/aktuelles/10345714-958090-alkoholverbot-an-zwei-berliner-bahnhoefe.html#:~:text=Ab%20dem%201.%20Mai%20gilt,Verst%C3%B6%C3%9Fen%20drohen%20Hausverweise%20und%20Hausverbote.
(DIR) [2] https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/sofortprogramm-deutsche-bahn-2403986
## AUTOREN
(DIR) Albertina Pangula
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