# taz.de -- Fußballrasen in Köln: Der Wassermangel
       
       > Leverkusens Trainer Kasper Hjulmand klagt über einen zu trockenen Rasen.
       > Sein Kollege René Wagner klärt ihn über ein Naturphänomen in Köln auf.
       
 (IMG) Bild: Kaum nass zu kriegen: der Rasen im Stadion des 1. FC Köln
       
       Auf der Suche nach der oder demjenigen, die für den beklagten Missstand
       wirklich verantwortlich war, brachte Kölns Trainer René Wagner jemanden ins
       Spiel, die sich an diesem Nachmittag weit über 100 Millionen Kilometer
       entfernt aufhielt: „Vielleicht war es die Sonne.“ Der Leverkusener Kollege
       [1][Kasper Hjulmand] hatte sich zuvor trotz des 2:1-Auswärtserfolgs über
       den „Platz ohne Wasser“ beschwert, der das Spiel aus seiner Sicht etwas zu
       langsam für sein sprintstarkes Team machte.
       
       Und Wagner, der sich einem Manipulationsvorwurf ausgesetzt sah, reagierte
       zuerst vehement und entschieden. Er unterbrach seinen deutsch sprechenden
       dänischen Kollegen auf der Pressekonferenz und erklärte ihm auf Englisch:
       „Wir haben das nicht absichtlich gemacht. Falls das so rübergekommen sein
       sollte, entschuldigen wir uns, aber das war nicht der Fall. Ich möchte
       sicherstellen, dass das nicht so stehen bleibt, und daher möchte ich auf
       Englisch klarstellen: Wir haben das nicht gemacht. Ich finde nicht, dass es
       fair ist, das so zu sagen.“
       
       Der überraschte Hjulmand war nicht auf eine Konfrontation aus und versuchte
       zu vermitteln. „Vielleicht wurde gewässert und ist ausgetrocknet.“ Er
       berief sich auf die Zeugenaussagen seiner Spieler. Dann kam Keller auf die
       Idee mit der Sonne. Und Hjulmand unterbreitete folgendes Friedensangebot:
       „Egal was war, es war trocken. Es lag dann nicht daran, dass ihr es nicht
       gewässert habt.“
       
       Wir halten also fest: Trotz Bewässerung war der Boden im Kölner Stadion
       trocken. Und das bei Temperaturen im Kölner Raum, die am Samstagnachmittag
       zwischen angenehmen 17 und 19 Grad schwankten. Die Fußball-Bundesliga hat
       ein neues, vermutlich regional begrenztes Naturphänomen. Denn im nahen
       Leverkusen haben sich die Rasenpfleger vergangene Saison [2][den ersten
       Platz beim „Pitch of the Year“-Award] ergattert. Vielleicht reist das Team
       und deren Trainer deshalb mit besonders hohen Ansprüchen in die Fremde.
       
       [3][Im Arbeitsbuch für Greenkeeping,] das eine Expertenkommission der DFL
       erstellt hat, steht: „Die Beregnung soll grundsätzlich witterungsangepasst
       und in Abhängigkeit mit den kleinklimatischen Verhältnissen im Stadion
       durchgeführt werden.“ Diese Verhältnisse scheinen in Köln besonders
       anspruchsvoll zu sein. Hier brennt der Rasen ganz schnell. Dagegen ist kaum
       etwas auszurichten.
       
       26 Apr 2026
       
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 (DIR) [3] https://media.dfl.de/sites/2/2018/11/DE_DFL_Broschuere_Greenkeeping_Stadionrasen_05-18.pdf
       
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 (DIR) Johannes Kopp
       
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