# taz.de -- Krieg zwischen Israel und Libanon: Waffenruhe um drei Wochen verlängert
> Am Sonntag sollte die Feuerpause zwischen Israel und Libanon enden. Laut
> US-Präsident Trump wird sie nun darüber hinausgehen. Unterdessen dauerten
> die gegenseitigen Angriffe an.
(IMG) Bild: Angriffe trotz Waffenruhe: Zerstörtes Haus bei Beirut
afp/taz | Wenige Tage vor dem Auslaufen der brüchigen Waffenruhe zwischen
Israel und dem Libanon hat US-Präsident Donald Trump ihre Verlängerung
bekannt gegeben. „Die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wird um
drei Wochen verlängert werden“, erklärte Trump am Donnerstag in seinem
Onlinedienst Truth Social.
Am vergangenen Freitag war [1][eine zehntägige Waffenruhe zwischen den
beiden Ländern] in Kraft getreten, die am Sonntag auslaufen sollte.
Der US-Präsident hatte zuvor Vertreter Israels und des Libanon zu einer
zweiten Gesprächsrunde auf Botschafterebene in Washington empfangen. Vor
Journalisten kündigte Trump nun ein nächstes Treffen zwischen ihm, dem
israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und dem libanesischen
Präsidenten Joseph Aoun „in den kommenden Wochen“ im Weißen Haus an. Er
sehe eine „sehr gute Chance“ für ein Friedensabkommen zwischen den beiden
Ländern noch in diesem Jahr, betonte er.
Libanesische Vertreter hatten vor dem Treffen am Donnerstag erklärt, sie
strebten eine Verlängerung des Waffenstillstands um einen Monat an. Aoun
erklärte, dies müsse auch „ein [2][Ende der Zerstörung von Häusern] und der
Angriffe auf Zivilisten, Gotteshäuser, Journalisten sowie den Medizin- und
Bildungssektor“ umfassen.
## Israel: „bösartiger Einfluss der Hisbollah“
Nach dem Treffen sagte Israels Botschafter in den USA, sein Land wolle ein
Friedensabkommen mit der libanesischen Regierung und glaube, dass die
Terrororganisation Hisbollah durch die Angriffe auf den Iran geschwächt
worden sei. „Wir sind mit der libanesischen Regierung darin geeint, das
Land von diesem bösartigen Einfluss namens Hisbollah befreien zu wollen“,
sagte Jechiel Leiter.
Israel und der Libanon unterhalten keine offiziellen diplomatischen
Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Die
direkten Gespräche in der vergangenen Woche waren die ersten dieser Art
zwischen den beiden Nachbarländern seit mehr als drei Jahrzehnten.
Trotz der geltenden Waffenruhe waren zuvor bei einem israelischen Angriff
im Süden des Libanon nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet
worden. Demnach wurde bei dem Angriff eine Straße in der Region Nabatäa
getroffen, die mehr als 30 Kilometer nördlich der Grenze zu Israel liegt.
Bei einem weiteren Angriff in Jater, gut vier Kilometer nördlich der
Grenze, wurden demnach zwei Menschen verletzt, darunter ein Kind.
Während die Gespräche in Washington liefen, gab die Hisbollah außerdem
bekannt, erneut Raketen auf den Norden Israels abgefeuert zu haben. „Zur
Verteidigung des Libanon und seines Volkes und als Reaktion auf die
Verletzung der Waffenruhe durch den israelischen Feind und seinen Angriff
auf die Stadt Jater im Süden des Libanon“ sei „die Siedlung Schtula mit
einer Raketen-Salve ins Visier genommen“ worden, teilte die Miliz mit.
## Bisher mehr als 2.450 Tote
Die israelische Armee erklärte ihrerseits dazu, mehrere Geschosse aus dem
Libanon abgefangen zu haben. Die vom Iran unterstützte schiitische Miliz
lehnt direkte Gespräche mit Israel und eine Waffenruhe ab.
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals
feuerte die Hisbollah, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist,
als Reaktion auf die Tötung des iranischen Diktators Ajatollah Ali Chamenei
Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im
Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Im Libanon wurden seit Beginn der erneuten Eskalation [3][mehr als 2.450
Menschen getötet], mehr als eine Million Menschen mussten ihre Häuser
verlassen. Die israelische Armee will nach eigenen Angaben weiter im Süden
des Libanon im Einsatz bleiben, um die Infrastruktur der Hisbollah zu
zerstören und „direkte Bedrohungen für die Gemeinden im Norden Israels
abzuwehren“.
24 Apr 2026
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