# taz.de -- Papstreise nach Afrika: Leo XIV. auf den Spuren des afrikanischen Christentums
> Zehn Tage lang bereist das Oberhaupt der katholischen Kirche Algerien,
> Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Die Reiseziele sind politisch
> heikel.
(IMG) Bild: Würdigung der Toten des algerischen Befreiungskrieges: der Papst am Märtyrerdenkmal in Algier, Montag
afp taz | Papst Leo XIV. ist am Montag zu seiner ersten Afrikareise
aufgebrochen. Vom 13. bis 23. April besucht das Oberhaupt der katholischen
Kirche Algerien, Kamerun, Angola und Äquatorialguinea.
Algerien hat noch nie einen Papst empfangen. Papst Leo wolle dabei helfen,
„Brücken zu bauen zwischen der christlichen und der muslimischen Welt“,
sagte der Erzbischof von Algier, Jean-Paul Vesco, im Vorfeld des Besuchs
gegenüber AFP. Laut Vatikansprecher Matteo Bruni ist es das Ziel des
Papstes, „sich an die islamische Welt zu wenden, aber auch eine gemeinsame
Herausforderung des Zusammenlebens anzugehen“. In Algerien sind 99 Prozent
der 47 Millionen Einwohner Muslime, der Islam ist Staatsreligion.
Algerien war einst die Heimat des Heiligen Augustinus (354–430), dem
christlichen Theologen und Philosophen, nach dem im 13. Jahrhundert der
Augustinerorden benannt wurde. In seiner ersten Rede als Papst vom Balkon
des Petersdoms hatte Leo sich 2025 als „einen Sohn des Heiligen Augustinus“
bezeichnet.
In Augustinus’ ehemaliger Heimat Annaba, dem einstigen Hippo, ist am
Dienstag eine Messe geplant. Nach seiner Ankunft in Algerien am Montag
würdigte Papst Leo XIV. aber als Erstes die Opfer des algerischen
Unabhängigkeitskriegs gegen Frankreich. Am Denkmal der Märtyrer in der
Hauptstadt Algier legte der Pontifex am Montag sichtlich bewegt einen Kranz
aus weißen Rosen nieder und rief zur Versöhnung mit Frankreich auf.
## In Kamerun heißt Kirche auch Opposition
Die nächste Etappe Kamerun, ein sehr multikulturelles und multireligiöses
Land, wird mit politischer Spannung erwartet. Die katholische Kirche
Kameruns hat sich immer wieder öffentlich gegen die autoritäre Herrschaft
des greisen Langzeitpräsidenten Paul Biya gestellt, der sich im Oktober
2025 unter sehr kontroversen Umständen wiederwählen ließ.
Am Donnerstag wird der Papst unter hohen Sicherheitsvorkehrungen die Stadt
Bamenda im anglophonen Westen Kameruns besuchen, wo eine bewaffnete
Unabhängigkeitsregierung kämpft, und dort eine Messe lesen und eine Rede
halten. Es wird auch eine Messe im Stadion von Douala geben, Kameruns
größter Stadt und Oppositionshochburg.
Ab 18. April folgt Angola, wo im 15. Jahrhundert die christliche
Missionierung Afrikas südlich der Sahara und zugleich die europäische
Kolonisierung durch Portugal begann. Am 21. April reist der Papst nach
Äquatorialguinea weiter, das ebenso wie Angola vom Ölexport lebt und ebenso
wie Kamerun von einem seit Jahrzehnten autoritär herrschenden Präsidenten
regiert wird.
13 Apr 2026
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