# taz.de -- Liberale Partei am Boden: Kann Kubicki die FDP retten?
       
       > Die FDP kämpft ums Überleben. Kubicki will sie retten, doch der Streit um
       > den Kurs könnte die Partei weiter nach rechts treiben.
       
       Die FDP kämpft mal wieder ums politische Überleben. Nach dem Scheitern an
       der Fünfprozenthürde bei der Bundestagswahl und weiteren Niederlagen in
       Baden-Württemberg und [1][Rheinland-Pfalz] ist die [2][Partei in eine
       Krise] geraten, die tiefer reicht als frühere Abstürze. Jetzt will
       ausgerechnet [3][Wolfgang Kubicki sie retten]. Der 74-Jährige hat
       angekündigt, Ende Mai für den Parteivorsitz zu kandidieren. Doch seine
       Bewerbung steht nicht nur für einen Machtkampf, sondern für eine
       Richtungsentscheidung.
       
       Im Bundestalk diskutieren Martina Mescher, Pascal Beucker, Stefan Reinecke
       und Tobias Schulze, was von der FDP noch übrig ist und ob Kubicki die
       Partei [4][wirklich noch einmal ins Spiel bringen kann]. Denn anders als
       nach dem Bundestagsaus 2013 fehlt der FDP heute nicht nur parlamentarische
       Präsenz, sondern auch ein klares politisches Angebot. In immer weniger
       Landtagen vertreten, ohne Bundestagsfraktion und ohne erkennbare
       Aufarbeitung des Ampel-Scheiterns steht sie vor einer existenziellen Frage:
       Wofür soll diese Partei eigentlich noch gebraucht werden?
       
       Kubicki setzt offenbar auf maximale Sichtbarkeit. Er kann Aufmerksamkeit
       erzeugen, provozieren und die Partei in die Schlagzeilen bringen. Genau
       darin sehen einige in der Runde auch sein politisches Kalkül: Die FDP
       könnte sich als rechtsliberale Kraft zwischen Union und AfD neu
       positionieren – mit einem individualistischen Freiheitsversprechen,
       scharfer Staatskritik und populistischem Ton. Andere bezweifeln allerdings,
       dass in diesem politischen Feld überhaupt noch genug Platz ist. Rechts von
       der Union steht längst die AfD, viele klassisch bürgerlich-liberale
       Wähler:innen sind schon zur CDU zurückgekehrt, andere liberalere Milieus
       haben sich längst bei den Grünen eingerichtet.
       
       Demgegenüber steht mit Henning Höne ein Gegenkandidat, der für einen eher
       klassischen FDP-Kurs wirbt: wirtschaftsliberal, bürgerrechtlich, sammelnd
       statt polarisierend. Auch deshalb wird der Parteitag Ende Mai mehr als eine
       Personalentscheidung. Es geht um die Frage, ob die FDP versucht, an frühere
       liberale Traditionen anzuknüpfen – oder ob sie sich auf einen härteren,
       rechteren Kurs einlässt, um überhaupt noch wahrgenommen zu werden.
       
       Die Folge kreist deshalb auch um eine größere politische Frage: Was würde
       es für die Demokratie bedeuten, wenn die FDP verschwindet? Ist sie nur eine
       Partei der Vergangenheit, deren frühere Funktion im heutigen Parteiensystem
       erledigt ist? Oder würde mit ihr auch ein Teil des liberalen Spektrums
       heimatlos, das dann womöglich weiter nach rechts driftet? Die FDP ist klein
       geworden. Aber die Frage nach ihrem Schicksal reicht über die Partei selbst
       hinaus.
       
       10 Apr 2026
       
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