# taz.de -- Qualifikation zur Fußball-WM: Eine der spannendsten Linksverteidigerinnen der Welt
> Franziska Kett hat sich nicht nur beim FC Bayern durchgesetzt. Dank der
> Nationalelf ist sie auch im internationalen Fußball etabliert.
(IMG) Bild: 21 Jahre alt und auf dem Sprung nach ganz oben: Franziska Kett
Franziska Kett muss nicht lange überlegen, warum sich deutsche
Nationalspielerinnen dieser Tage in Herzogenaurach so wohlfühlen. „Super
Bedingungen, super Wetter“, urteilte die 21-Jährige, die in ihrem
niederbayrischen Akzent auch gleich erklärte, warum sie sich auf die beiden
WM-Qualifikationsspiele der [1][DFB-Frauen] gegen Österreich in Nürnberg
(14. April, 18.15 Uhr) und vier Tage später in Ried im österreichischen
Innkreis (18. April, 18 Uhr) besonders freut. „Ich wohne sehr nahe an
Österreich, auch ein Teil der Familie. Die kommen alle zum Spiel nach Ried,
nach Nürnberg sowieso.“ Es sei ihr klarer Anspruch, zwei „spannende und
coole Duelle“ zu gewinnen.
Es ist inzwischen gar keine Frage, wer bei den deutschen Fußballerinnen
links hinten verteidigt, denn Bundestrainer [2][Christian Wück] setzt mit
Blickrichtung auf die WM 2027 in Brasilien, aber auch die Heim-EM 2029 voll
auf die elffache Nationalspielerin, die noch in der Vorsaison beim FC
Bayern einen ziemlich schweren Stand hatte. Es musste erst der
Talentförderer Wück kommen, um ihre Qualitäten zu fördern.
„Vor der EM in der Schweiz war ich häufig verletzt und bin selten zum Zug
gekommen. Der Bundestrainer hat mir das Vertrauen und die Chance gegeben,
mich auf internationaler Ebene zu zeigen“, sagt Kett nun. „Seitdem habe ich
mich bei den Bayern und der Nationalmannschaft etabliert. Ich bin Christian
Wück und dem ganzen Trainerteam sehr dankbar.“ Ohne die DFB-Auswahl als
Karrierebeschleuniger hätte sich Kett kaum zu einer der weltweit
spannendsten Linksverteidigerinnen entwickelt.
Als vor dem EM-Viertelfinale gegen Frankreich die Frage aufkam, ob anstelle
der verletzten [3][Sarai Linder] auch die Turniernovizin Kett verteidigen
könne, zählte der Bundestrainer bloß ihre Vorzüge auf: „Schnelligkeit,
linker Fuß, Wille, Einsatzbereitschaft, Zweikampfverhalten“. Jenes Drama
mit Happy End im St.-Jakob-Park beschrieb Kett als „besonderen Moment“
ihrer Entwicklung: „Dadurch bin ich selbstbewusster geworden und habe einen
Sprung nach vorne gemacht.“
## Erfolgreich zurückbeordert
Auch beim bitteren Halbfinalaus gegen Spanien im vergangenen Sommer
verteidigten mit [4][Carlotta Wamser] rechts und Kett links zwei
EM-Entdeckungen, die zuvor keiner wirklich auf dem Zettel hatte – und die
weder in München noch in Frankfurt bis dahin wirklich wertgeschätzt wurden.
Wamser wie Kett galten in jungen Jahren als klassische Außenangreiferinnen,
die mit ihrem Tempo gegnerische Abwehrreihen überlaufen, aber taktisch noch
Feinschliff benötigten.
Erst Wück identifizierte beide als mögliche Alternativen in der
Viererkette. Dass Kett jüngst bei den Bayern in den
Champions-League-Viertelfinals gegen Manchester United (3:2, 2:1) als
Linksaußen agierte, lag am verletzungsbedingten Fehlen von [5][Klara Bühl].
„Dadurch, dass ich früher oft weiter vorne gespielt habe, weiß ich, wie man
als Außenstürmerin vorgeht. Trotzdem sind vorne die Abläufe andere als
hinten.“ Immerhin könne sie ihre Schnelligkeit „auf beiden Positionen gut
einsetzen“.
Kett geht davon aus, dass sie nach Bühls Rückkehr im Verein wieder „die
Rolle hinter ihr einnehmen“ werde. Gegenüber ihrer 33 Jahre alten
Konkurrentin Carolin Simon bringt sie deutlich mehr Dynamik ein und hat
sich auch im Spielverständnis verbessert. In den Nations-League-Duellen
gegen Frankreich und Spanien bot sie teilweise Leistungen nahe an der
Weltklasse.
Spannend werden bald die Champions-League-Halbfinals mit den Bayern gegen
den FC Barcelona (25. April und 2. Mai). „Wir haben eine Riesenchance,
Geschichte zu schreiben und vielleicht ins Finale einzuziehen“, blickt Kett
voraus. „Wir wissen, dass eine Weltklassemannschaft auf uns zukommt. Da
müssen wir einfach in zwei Spielen mehr als 100 Prozent geben. Aber ich
glaube trotzdem, dass wir das Zeug haben, auch Barcelona zu schlagen.“
9 Apr 2026
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## AUTOREN
(DIR) Frank Hellmann
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