# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukraine-Krieg +++: Schwere Drohnenangriffe auf Odessa
> Russland und die Ukraine greifen sich zum Wochenbeginn erneut gegenseitig
> mit Drohnen an. Selenskyj trifft in Damaskus al-Scharaa.
(IMG) Bild: Ein Rettungshelfer steht vor einem Wohnhaus, das durch einen russischen Angriff schwer beschädigt wurde
## Ukraine: Haben Gebiete im Osten zurückerobert
Die Ukraine hat nach Angaben ihres Armeechefs Olexandr Syrskyj seit Ende
Januar 480 Quadratkilometer Gebiet im Südosten und Osten des Landes zurück.
Trotz dieser Erfolge setze Russland seine Frühjahrsoffensive fort, teilt
Syrskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Ziel der russischen
Truppen sei es weiterhin, mehr ukrainisches Territorium einzunehmen und
eine Pufferzone in der Region Dnipropetrowsk einzurichten.
US-Militäranalysten zufolge schwächen [1][die ukrainischen Gegenangriffe]
die russischen Vorstöße zur Einnahme des wichtigen Logistikknotenpunktes
Pokrowsk. (rtr)
## Tote und Verletzte in Odessa nach russischen Angriffen
Bei neuen schweren russischen Drohnenangriffen auf die südukrainische
Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer sind mindestens drei Menschen getötet
worden. 15 Bewohner, unter ihnen eine Schwangere und zwei Kinder, seien
verletzt worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper bei Telegram mit.
Demnach traf eine Drohne ein mehrgeschossiges Wohnhaus. Bei den Toten
handele es sich um eine 30 Jahre alte Frau und ihre zweieinhalb Jahre alte
Tochter sowie um eine 53 Jahre alte Frau.
Kiper berichtete von Bränden und erheblichen Zerstörungen. „Getroffen
wurden Wohnhäuser, kritische Infrastruktur und Verwaltungsgebäude“, sagte
Kiper. Die [2][ukrainische Luftverteidigung] meldete 141 russische
Drohnenangriffe, von denen 114 abgewehrt worden seien. Im Gebiet
Tschernihiw im Norden der Ukraine waren nach russischen Angriffen auf die
Energieinfrastruktur laut Behörden rund 340.000 Kunden ohne Strom. (dpa)
## Russland meldet Verletzte nach ukrainischen Angriffen
In der russischen Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer seien acht Menschen
verletzt worden infolge ukrainischer Drohnenattacken, sagte der Gouverneur
des Gebiets Krasnodar, Weniamin Kondratjew. Unter den Verletzten seien zwei
Kinder. Es seien sechs Wohnhäuser beschädigt worden. Trümmer von
abgeschossenen Drohnen seien auf dem Gelände mehrerer Betriebe gefunden
worden. Getroffen worden sei laut Berichten in den sozialen Netzwerken das
Ölterminal „Schescharis“ des Konzerns Transneft. Von dort aus exportiert
Russland auch Öl.
Die Ukraine hatte die Anlage bereits im März getroffen, wie das
Verteidigungsministerium in Kyjiw mitgeteilt hatte. Mit den Angriffen auf
die Ölindustrie will die Ukraine Russlands Kriegsindustrie schwächen, die
maßgeblich aus den Einnahmen aus dem Energieexport finanziert wird. (dpa)
## Russland meldet Abschuss von 148 Drohnen
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben innerhalb von drei Stunden
148 ukrainische Drohnen abgefangen. Wegen der Luftangriffe seien fast eine
halbe Million Haushalte ohne Strom gewesen, teilten die Behörden mit. In
der Grenzregion Belgorod sei ein Zivilschutzhelfer durch eine Drohne
getötet worden. In der Hafenstadt Noworossijsk am Schwarzen Meer hätten
Trümmerteile ein Hochhaus getroffen. Auch in den von Russland besetzten
Gebieten in den Regionen Donezk und Saporischschja sei es nach
ukrainischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur zu massiven
Stromausfällen gekommen. (rtr)
## Ölverladung im russischen Ust-Luga läuft wieder
Der wichtige russische Ostseehafen Ust-Luga nimmt einem Medienbericht
zufolge nach tagelangen Unterbrechungen durch ukrainische Drohnenangriffe
die Rohölverladung wieder auf. Das Schiff „The Jewel“ habe mit der
Verladung begonnen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter
Berufung auf Schifffahrtsdaten. Eine Stellungnahme des russischen
Pipeline-Betreibers Transneft liegt zunächst nicht vor. Nach Berechnungen
der Nachrichtenagentur Reuters sind mindestens 40 Prozent der russischen
Ölexportkapazitäten durch Drohnenangriffe und andere Zwischenfälle
gestört. (rtr)
## Selenskyj trifft syrischen Übergangspräsidenten al-Scharaa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat am Sonntag in Damaskus
den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. Sie hätten
unter anderem „die Umstände von Russlands Krieg gegen die Ukraine
erörtert“, schrieb Selenskyj im Onlinedienst X. Es bestünde „großes
Interesse an einem Austausch [3][militärischer und sicherheitspolitischer
Erfahrungen]“. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kündigte bei X
ein Abkommen zur Wiedereröffnung der Botschaften in Kyjiw und Damaskus „in
naher Zukunft“ an. Bei dem Treffen in der syrischen Hauptstadt sei es auch
um die „Rolle der Ukraine als zuverlässiger Lieferant von Nahrungsmitteln“
gegangen, schrieb Selenskyj weiter. Es sei über Möglichkeiten gesprochen
worden, „die Ernährungssicherheit in der gesamten Region zu stärken“.
Vom jetzigen Übergangspräsidenten al-Scharaa angeführte islamistische
Milizen hatten Ende 2024 den langjährigen syrischen Machthaber Baschar
al-Assad gestürzt. Der Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin
floh daraufhin nach Moskau. Al-Scharaa war bereits zwei Mal bei Putin in
Moskau und hat die Russen bislang nicht aufgefordert, ihre Stützpunkte in
Syrien zu räumen. Putin hatte Assads Truppen im syrischen Bürgerkrieg
massiv unterstützt. Seit Anfang 2022 führen die russischen Truppen einen
Angriffskrieg gegen die Ukraine. (afp)
6 Apr 2026
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