# taz.de -- +++ Nachrichten im Ukrainekrieg +++: Selenskyj zu Gesprächen mit Erdoğan in Istanbul
       
       > Sowohl die Ukraine als auch Russland beklagen Tote nach gegnerischen
       > Drohnenangriffen. Der Telegram-Gründer bezichtigt russische Behörden,
       > Bezahlsysteme beim Versuch, VPN zu blockieren, lahmgelegt zu haben.
       
 (IMG) Bild: Ein von ukrainischen Behörden veröffentlichtes Foto soll den bei einem Drohnenangriff getroffenen Straßenmarkt in Nikopol zeigen. Fünf Menschen fanden dort den Tod
       
       ## Ukraines Präsident zu Besuch bei Erdoğan
       
       Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach Angaben seines
       Präsidialamts zu Gesprächen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip
       Erdoğan in Istanbul eingetroffen. ‌Zudem sei eine Begegnung Selenskyjs mit
       dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus, dem geistlichen Ehrenoberhaupt
       der orthodoxen Kirche, geplant. (rtr)
       
       ## Fünf Tote bei russischem Drohnenangriff auf Markt in der Ukraine
       
       Bei einem russischen Drohnenangriff auf einen Markt in der Ukraine sind
       nach Behördenangaben fünf Menschen getötet worden. Der Angriff habe sich am
       Samstag in der Stadt Nikopol in der Region Dnipropetrowsk ereignet, teilte
       der zuständige Regionalgouverneur Oleksandr Gandscha im Onlinedienst
       Telegram mit. Es seien zudem 19 Menschen verletzt worden.
       
       „Das ist ein weiteres Kriegsverbrechen, ‌das von der Russischen Föderation
       verübt wird“, erklärte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft auf
       Telegram. Nikopol liegt nur wenige Kilometer von russisch ⁠besetztem Gebiet
       am anderen Ufer des Flusses Dnipro entfernt. Die Stadt ist regelmäßig Ziel
       von Angriffen.
       
       Bei den Todesopfern handelt es sich den Angaben zufolge um drei Frauen und
       zwei Männer. Unter den Verletzten sei auch ein 14-jähriges Mädchen, das in
       Lebensgefahr schwebe. [1][Erst am Freitag waren bei russischen Angriffen in
       der Ukraine nach Behördenangaben landesweit mindestens 14 Menschen getötet
       worden]. (rtr/afp)
       
       ## Ein Toter bei ukrainischem Drohnenangriff auf Südrussland
       
       Bei einem [2][ukrainischen Drohnen- ‌und Raketenangriff] im ‌Süden
       Russlands sind nach Angaben ⁠des örtlichen Gouverneurs Juri Sljussar
       mindestens ein Mensch getötet und vier weitere Personen verletzt worden. In
       den Lagerräumen eines Logistikunternehmens sei ein Feuer ausgebrochen. Die
       Attacke geschah in der für die russische Drohnenkriegsführung wichtigen
       Stadt Taganrog im Süden Russlands. In der Stadt am östlichen Ende des
       Asowschen Meeres gibt es ein Flugzeugwerk und zwei Fabriken, die Drohnen
       und Drohnenteile herstellen.
       
       Infolge eines Drohnenangriffs ‌sei auch ein ‌Feuer auf einem unter
       ausländischer Flagge fahrenden Handelsschiff im Asowschen Meer
       ausgebrochen, teilen die Behörden ‌mit. Einzelheiten werden zunächst ⁠nicht
       bekannt.
       
       Auch aus der russischen Region Samara wurden ukrainische ‌Angriffe
       gemeldet. Dort wurde die Stadt Toljatti mit Drohnen attackiert, teilte
       Regionalgouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew mit. Was ⁠genau getroffen
       wurde, blieb zunächst unklar. Toljatti liegt rund 800 Kilometer südöstlich
       von Moskau. Eine Stellungnahme aus Kiew ‌lag zunächst nicht ‌vor. (dpa/rtr)
       
       ## Telegram-Gründer erhebt schwere Vorwürfe gegen russische Behörden
       
       Nach den jüngsten ‌Ausfällen von Bezahlsystemen in ‌Russland erhebt [3][der
       Gründer des Kurznachrichtendienstes Telegram, Pawel Durow], Vorwürfe gegen
       die Behörden. Zu den Problemen am Freitag sei es wegen des Versuchs
       russischer Stellen gekommen, Virtuelle Private Netzwerke (VPN) zu
       blockieren, erklärte Durow am Samstag auf seinem Messengerdienst. Mit VPNs
       können Sperren umgangen werden, die es zuletzt in Russland verstärkt im
       mobilen Internet gab. Der in St. Petersburg geborene Durow lebt inzwischen
       in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
       
       Wegen der Störungen am Freitag musste die ‌Moskauer U-Bahn Fahrgäste
       zeitweise ohne Bezahlung durch die Drehkreuze lassen. In Geschäften, an
       Tankstellen und auch in einem Zoo wurde von Kunden kurzfristig Bargeld
       verlangt. Als Grund wurde ein Problem mit den Zahlungssystemen genannt.
       
       Eine genauere Erklärung der russischen Behörden liegt bisher nicht vor. Das
       größte russische Finanzinstitut Sberbank sprach von technischen
       Schwierigkeiten, nannte aber keine Einzelheiten. Einige russische Medien
       löschten Berichte wieder, nach denen die Ausfälle auf Versuche
       zurückzuführen seien, bestimmte Seiten oder VPNs zu blockieren.
       
       Die Nutzung der Telegram-App selbst haben die Behörden eingeschränkt. Sie
       hat mehr als eine Milliarde aktive Nutzer und ist auch in der Ukraine weit
       verbreitet. Telegram-Gründer Durow äußerte ‌sich am Samstag auch dazu, wie
       er die Reaktion der Bevölkerung wahrnimmt. „Willkommen zurück im digitalen
       Widerstand, meine russischen Brüder und Schwestern“, schrieb der 41-jährige
       Milliardär. „Die gesamte Nation ist nun mobilisiert, um diese absurden
       Beschränkungen zu umgehen.“
       
       [4][Der Kreml ⁠drängt die russische Bevölkerung zur Nutzung des staatlich
       geförderten Messengers Max], stößt damit jedoch bei vielen auf Skepsis und
       Ablehnung. Gleichzeitig blockieren die Behörden nicht nur Telegram, sondern
       auch andere Dienste wie Whatsapp. Diplomaten sprechen von einem „harten
       Durchgreifen“ des Staates. Offiziellen ‌russischen Angaben zufolge ‌ist ein
       nationaler Messenger notwendig, da feindliche Geheimdienste andere
       Anwendungen unterwandert hätten. Russland ⁠müsse mit einem „souveränen“
       Internet die Sicherheit wahren.
       
       Oppositionelle gehen hingegen davon aus, dass die heimischen
       Sicherheitsdienste Zugriff auf die Daten von Max haben. Sie vermuten, dass
       ‌diese mit KI auf mögliche Bedrohungen für den Staat ‌und abweichende
       Meinungen ausgewertet werden.
       
       Durow hatte Russland 2014 verlassen. Damals hatte er sich geweigert,
       Oppositionsgruppen von seiner Social-Media-Plattform auszuschließen. Ende
       Februar dieses Jahres teilten die russischen Behörden ‌mit, dass sie gegen
       Durow wegen Terrorismusvorwürfen ⁠strafrechtlich ermitteln. (rtr)
       
       ## 11 Verletzte bei russischen Drohnenangriffen auf Sumy
       
       In der nordostukrainischen Stadt Sumy sind bei russischen Drohnenangriffen
       mindestens elf Menschen verletzt worden. Darunter sei auch eine 15-jährige
       Person, teilte die Polizei mit. In Kramatorsk in der Ostukraine wurden bei
       einem Angriff mit Gleitbomben am frühen Abend der regionalen
       Staatsanwaltschaft zufolge vier Menschen getötet, darunter ein 16-Jähriger.
       Zwei weitere seien verletzt worden.
       
       In der Hauptstadt Kyjiw brach laut Bürgermeister Vitali Klitschko durch
       herabfallende Drohnentrümmer ein Feuer im obersten Stock eines Bürogebäudes
       aus. Russland attackierte die Ukraine nach Angaben der Luftstreitkräfte in
       der Nacht mit 286 Kampfdrohnen, von denen 260 abgewehrt worden seien. Elf
       Einschläge gab es demnach aber. (dpa)
       
       4 Apr 2026
       
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