# taz.de -- +++ Nachrichten im Irankrieg +++: Atomkraftwerk Buschehr wohl erneut unter Beschuss
> Laut Medien konnte ein Besatzungsmitglied eines abgestürzten US-Kampfjets
> von US-Spezialeinheiten gerettet werden, ein weiteres wird gesucht. Der
> Iran vermeldet erneuten Luftangriff auf das AKW Buschehr.
(IMG) Bild: Das Atomkraftwerk in Buschehr (hier in einer Archivaufnahme aus dem Jahr 2010) soll laut iranischen Angaben erneut unter Beschuss stehen
## Erneuter Angriff auf AKW Buschehr
Die USA und Israel haben nach Angaben iranischer Staatsmedien am Samstag
erneut einen Luftangriff auf das [1][Atomkraftwerk Buschehr] geflogen.
Dabei sei in der Nähe der Anlage ein Sicherheitsmann getötet worden,
berichtete die Nachrichtenagentur Irna. An den Atominstallationen seien
keine Schäden entstanden. Russland zog nach eigenen Angaben nach dem
Angriff rund 200 Arbeiter von dem Atomkraftwerk ab.
„Nach den kriminellen Angriffen“ sei „am Samstagmorgen gegen 8.30 Uhr ein
Geschoss in der Nähe des Atomkraftwerks Buschehr“ eingeschlagen, berichtete
Irna. Bei dem Todesopfer handele es sich um einen Sicherheitsmann der
Anlage. Das Atomkraftwerk war seit Beginn des Irankrieges bereits mehrmals
von den USA und Israel angegriffen worden. Es verfügt über den einzigen in
Betrieb befindlichen Atomreaktor des Landes, der nach Angaben der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) im Jahr 2011 erstmals ans
Stromnetz angeschlossen worden war.
Wenige Stunden nach dem Angriff erklärte Moskau, dass 198 russische
Arbeiter von dem Atomkraftwerk abgezogen worden seien. „Etwa 20 Minuten
nach dem verhängnisvollen Angriff fuhren Busse vom Busbahnhof Buschehr in
Richtung der iranisch-armenischen Grenze ab“, erklärte der Chef der
russischen Atombehörde Rosatom, Alexej Lichatschow, nach Angaben der
Nachrichtenagentur Tass. Es seien 198 Arbeiter in Sicherheit gebracht
worden – „das ist die größte Evakuierung“. (afp)
## Vermittler arbeiten an Kompromiss zwischen Iran und USA
Unterhändler aus Pakistan, der Türkei und Ägypten bemühen sich nach
Informationen der Nachrichtenagentur AP weiterhin darum, [2][die
Vereinigten Staaten und den Iran wieder an den Verhandlungstisch zu
bringen]. Die drei Staaten arbeiteten an einem Kompromiss, um die Kluft
zwischen den Forderungen der beiden Seiten zu überbrücken, sagten ein
Vertreter aus einem der Vermittlerstaaten und ein Diplomat aus der
Golfregion am Samstag der AP. Beide wollten sich nur anonym über die
heiklen Gespräche äußern.
Der noch nicht ausgehandelte Kompromiss soll demnach den Weg für ein
Treffen beider Seiten in Pakistan ebnen. Eine begrenzte Waffenruhe soll
Raum für die Suche nach einer diplomatischen Lösung schaffen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bekräftigte am Samstag die
Bereitschaft seiner Regierung, zu Verhandlungen nach Islamabad zu reisen.
Wichtig seien Teheran allerdings „die Bedingungen für ein endgültiges und
dauerhaftes Ende des uns aufgezwungenen illegalen Krieges“. (ap)
## Erneut Schäden nach Raketenbeschuss aus dem Iran in Israel
Nach neuem Raketenbeschuss aus dem Iran hat es im Großraum Tel Aviv in
Israel am Nachmittag erneut Einschläge gegeben. In israelischen Medien
verbreitete Videos zeigten Rauchschwaden, die über Häuser in zwei Tel
Aviver Vororten aufstiegen. Medienberichten zufolge gab es bei dem
iranischen Angriff Schäden unter anderem an Gebäuden. Der israelische
Rettungsdienst verbreitete zudem Aufnahmen, auf denen brennende Autos zu
sehen waren. Den Angaben zufolge wurde ein Mann durch eine Druckwelle
leicht verletzt.
Israelischen Medienberichten zufolge setzte der Iran wie bereits bei
Angriffen in der Mittagszeit erneut die international weitgehend geächtete
Streumunition ein, die große Flächen unkontrolliert mit Sprengkörpern
überzieht und besonders für Zivilisten gefährlich ist. (dpa)
## Suche nach zweitem Crewmitglied eines abgestürzten US-Kampfjets
Nach Berichten über zwei abgestürzte US-Kampfjets in der Golfregion suchen
iranische und US-Streitkräfte fieberhaft nach dem zweiten Crewmitglied
eines der Flugzeuge. Der Iran [3][erklärte am Freitagabend, ein
US-Kampfflugzeug vom Typ F-15 abgeschossen zu haben]. US-Medienberichten
zufolge konnte eines der beiden Besatzungsmitglieder von
US-Spezialeinheiten gerettet worden, nach dem zweiten werde noch gesucht.
Kurze Zeit später meldete Teheran dann den Abschuss eines US-Kampfjets vom
Typ F-10. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Verlust der Flugzeuge
wirke sich nicht auf die US-iranischen Verhandlungen aus.
Zunächst hatten iranische Staatsmedien von dem Abschuss des F-15-Kampfjets
berichtet. Ein örtlicher TV-Sender brachte Bilder, die den zerstörten Jet
am Boden zeigen sollen. Laut dem TV-Bericht unter Berufung auf eine
Polizei-Mitteilung wurde das Flugzeug über dem Zentraliran ins Visier
genommen und stürzte daraufhin ab.
„Ein feindlicher amerikanischer Kampfjet ist im zentraliranischen Luftraum
von dem Luftverteidigungssystem der Luftwaffe der iranischen
Revolutionsgarden getroffen und zerstört worden“, erklärte die
Kommandozentrale der iranischen Streitkräfte. „Der Jet wurde vollständig
vernichtet, die weitere Suche dauert an.“
Die US-Armee startete US-Medienberichten zufolge umgehend eine
großangelegte Such- und Rettungsaktion. Bilder und Videos auf
Onlineplattformen zeigten mutmaßlich tief fliegende US-Hubschrauber und
mindestens ein Flugzeug in der Gegend. Laut dem Nachrichtensender CNN wurde
das gerettete Crewmitglied medizinisch versorgt.
Ein Journalist eines iranischen Lokalsenders erklärte, jeder, der ein
Besatzungsmitglied lebend gefangen nehme, werde „eine Belohnung erhalten“.
Später berichtete das iranische Staatsfernsehen von einem weiteren
abgeschossenen US-Kampfjet. Ein Flugzeug vom Typ A-10 sei von der
iranischen Luftabwehr getroffen worden, die Maschine sei in den Persischen
Golf gestürzt, hieß es den Medienberichten zufolge.
Das für den Iran zuständige Regionalkommando der US-Streitkräfte (Centcom)
äußerte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP bislang nicht zu den
Angaben der iranischen Streitkräfte, wonach ein zweiter US-Kampfjet über
dem Persischen Golf abgeschossen worden und abgestürzt sei. Die Sprecherin
des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, erklärte lediglich, Präsident Trump
sei „unterrichtet“ worden.
Nach den Worten von Präsident Trump wirken sich die Vorfälle nicht auf die
Verhandlungen mit der Führung in Teheran aus. „Nein, überhaupt nicht“,
antwortete Trump im US-Nachrichtensender NBC auf eine entsprechende Frage
und ergänzte: „Es ist eben Krieg.“
Die US-Armee hat bei dem seit gut einem Monat andauernden Einsatz im Iran
bereits einige Flugzeuge verloren, darunter ein Tankflugzeug, das im Irak
abgestürzt war, sowie drei F-15-Jets, die versehentlich von Kuwait
abgeschossen wurden. (afp)
## Zwei Volksmudschahedin-Mitglieder in Iran hingerichtet
Im Iran sind zwei weitere Mitglieder der oppositionellen Organisation der
Volksmudschahedin hingerichtet worden. Die mit der Justiz verbundene
Nachrichtenagentur Misan berichtete am Samstag, die beiden Männer seien
gehängt worden, nachdem sie der Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe für
schuldig befunden worden seien. Seit dem Beginn des Irankriegs wurden
bislang sechs Mitglieder der Exilgruppe hingerichtet.
Menschenrechtsorganisationen werfen dem Iran vor, Beschuldigte immer wieder
in nicht-öffentlichen Prozessen zu verurteilen, in denen sie die gegen sie
erhobenen Vorwürfe nicht anfechten können. (ap)
## Gebäude von Oracle-Konzern in Dubai durch Drohnentrümmer beschädigt
In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Gebäude von Trümmern
herabstürzender Drohnen beschädigt worden. Die Behörden in der Metropole
Dubai teilten mit, die Fragmente der bei einer Abfangaktion zerstörten
Drohnen hätten die Fassaden zweier Gebäude in Mitleidenschaft gezogen, von
denen eines dem US-Tech-Konzern Oracle gehöre. Opfer wurden zunächst nicht
gemeldet.
Die iranische Revolutionsgarde hatte Oracle und 17 weiteren US-Unternehmen
gedroht und ihnen vorgeworfen, an „terroristischer Spionage“ im Iran
beteiligt zu sein.
Bei vorangegangenen iranischen Drohnenangriffen waren Einrichtungen der
Amazon Web Services (AWS) in den Vereinigten Arabischen Emiraten und
Bahrain beschädigt worden. (ap)
## Pentagon: bisher rund 370 US-Militärangehörige verletzt
Seit dem Beginn des [4][US-israelischen Krieges gegen den Iran] sollen in
der Nahost-Region rund 370 US-Militärangehörige verletzt worden sein. Das
ging mit Stand Freitag aus online verfügbaren Daten des
Verteidigungsministeriums hervor. Unklar war, ob in der Zählung bereits
mutmaßliche Opfer im Zusammenhang mit dem von Teheran für sich reklamierten
Abschuss zweier US-Kampfflugzeuge enthalten waren.
Insgesamt schlüsselte das Pentagon 365 Verletzte auf, darunter 247 Soldaten
des Heeres, 63 Angehörige der Marine, 19 US-Marines und 36 Angehörige der
Luftwaffe. Die Zahl der Todesopfer wurde weiter mit 13 angegeben. (ap)
## Irankrieg ist extrem gesundheitsschädlich und umweltbelastend
Im Irankrieg sind bislang nach Angaben einzelner Staaten einige Tausend
Menschen getötet worden. Doch Bomben und Brände setzen auch giftige
Substanzen frei, die schon beim Einatmen gesundheitsschädlich sind und
langfristig wirken. Zudem ist das Trinkwasser in Gefahr.
Zu den deutlich sichtbaren Umweltfolgen des Krieges zählen die Angriffe auf
Ölanlagen wie Öllager im Iran oder eine Raffinerie in Israel. Besonders
drastisch waren die dunklen Wolken über Irans Hauptstadt Teheran nach dem
Brand mehrerer Depots Anfang März. „Allein die israelischen Angriffe auf
die Ölanlagen in Teheran führten dazu, dass potenziell Millionen von
Menschen einer breiten Palette gefährlicher Schadstoffe ausgesetzt waren,
von denen einige in der Umwelt persistent sind und eine anhaltende
Bedrohung für Böden und Wasserressourcen darstellen“, sagt Doug Weir,
Direktor der britischen Organisation The Conflict and Environment
Observatory (Ceobs).
Diese giftige Mischung aus Schadstoffen regnete laut Ceobs anschließend
über der Stadt ab und gelangte in die Entwässerungssysteme, was zu Bedenken
hinsichtlich einer möglichen Verunreinigung von Oberflächen- und
Grundwasser geführt habe. Zu den typischen Schadstoffen von Öl- oder
Raffineriebränden zählten etwa Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Stickoxide
und Ruß.
„Teheran selbst ist generell stark verschmutzt. Jahrelange Sanktionen haben
dazu geführt, dass die Autos veraltet sind“, sagt Sana Chavoshian vom
Leibniz-Zentrum Moderner Orient in Berlin. Zur Energiegewinnung werde das
besonders umweltschädliche Schweröl Masut verbrannt. „Und jetzt kommen
diese neuen Explosionen und Bombardierungen dazu, so dass sich weitere
Schadstoffe ansammeln.“ Forschungsergebnisse zeigen laut Weir, dass
Menschen in stark verschmutzten Umgebungen wie in Teheran besonders
anfällig für gesundheitliche Auswirkungen in solchen Phasen sehr schlechter
Luftqualität seien.
Partikel aus dem Rauch können laut Ceobs innerhalb von Tagen Hunderte
Kilometer weitergetragen werden. Das niedergegangene Schadstoffgemisch
könne mit dem Wind von den Straßen und Dächern abgetragen werden und bis
nach Turkmenistan in Zentralasien und Tadschikistan gelangen, sagt
Chavoshian. „Staubstürme bringen schon seit Jahren Feinstaub in andere
Länder und jetzt kommen weitere Schadstoffe hinzu als giftiges Erbe des
Krieges.“
Gefahr kommt nicht nur von brennendem Öl, sondern auch von Bomben und
anderer Munition. „Der weitverbreitete Einsatz von Munition kann zur
Freisetzung von Schwermetallen und giftigen Chemikalien in die Umwelt
führen“, schreibt das UN-Umweltprogamm (Unep). Die Schwermetalle und
explosive Chemikalien seien selbst in geringsten Mengen giftig. Auch
Angriffe auf Munitionsdepots können laut Ceobs Schadstoffe freisetzen und
zusätzlich könnten bei Bränden von Depots mit konventionellen Waffen
Dioxine und Furane entstehen.
Bei einem Angriff auf Erdgasanlagen sieht Weir nicht das Gas als
Hauptproblem. „Unsere Hauptsorge gilt weniger dem Gas selbst – obwohl die
Freisetzung von unverbranntem Methan erhebliche Auswirkungen auf das Klima
hat“, sagt Weir. Vielmehr sehe er eine Gefahr in den petrochemischen
Anlagen, in denen Gas verarbeitet wird. Sie befänden sich oft in
unmittelbarer Nähe von Erdgasfeldern und enthielten eine größere Bandbreite
potenzieller Schadstoffe.
Eine weitere Gefahr ist die Verschmutzung des Wassers. „Schäden an der
Ölinfrastruktur können Kohlenwasserstoffe, Schwermetalle und giftige
Chemikalien in Böden und Oberflächengewässer freisetzen, die anschließend
ins Grundwasser gelangen können“, sagt Nima Shokri, Leiter des Instituts
für Geohydroinformatik der Technischen Universität Hamburg. „Diese
Verschmutzung kann über Jahre oder sogar Jahrzehnte bestehen bleiben und
Wasser für Trink- und Landwirtschaftszwecke unbrauchbar machen.“
In Küstenregionen könnten solche Verschmutzungen auch das Wasser
beeinträchtigen, das für Entsalzungsanlagen entnommen wird, wodurch die
Aufbereitung teurer und riskanter wird. „Frühere Konflikte und Unfälle
haben gezeigt, dass selbst begrenzte Ölverschmutzungen langfristige
Auswirkungen auf die Wasserqualität und die Gesundheit von Ökosystemen
haben können.“
Überlebenswichtig sind in der trockenen Region Anlagen zur Entsalzung von
Meerwasser. „Entsalzungsanlagen bilden das Rückgrat der Wasserversorgung am
Persischen Golf. Eine größere Störung könnte innerhalb weniger Tage die
Trinkwasserversorgung von Millionen Menschen unterbrechen“, sagt Shokri. 90
Prozent des Trinkwassers in Kuwait stammt nach Daten der UN-Ernährungs- und
Landwirtschaftsorganisation (FAO) aus diesen Anlagen. In Oman sind es 86
Prozent, in Saudi-Arabien 70 Prozent und in den Vereinigten Arabischen
Emiraten 42 Prozent. Über einige wenige Angriffe auf solche Anlagen wurde
bereits berichtet.
Für viele Menschen in ärmeren Staaten könnte der Irankrieg ebenfalls
drastische Folgen haben. Wenn der Krieg bis Sommer anhalte, könnten
zusätzlich 45 Millionen Menschen in Hungersituationen geraten, warnt das
Welternährungsprogramm (WFP) der Vereinten Nationen. Die Blockade vieler
Schiffe treibe bereits jetzt die Kosten für Energie, Treibstoff und
Düngemittel in die Höhe und verschärfe den Hunger weit über den Nahen Osten
hinaus. Viele Grundzutaten für Dünger kommen aus der Region, wie etwa
Harnstoffs, Schwefel und Phosphat.
In einer ersten groben Schätzung, die es selbst als „Schnappschuss“
bezeichnet, erhob ein Team den Treibhausgasausstoß der ersten zwei Wochen
des Krieges. Dazu gehörten etwa Experten der Queen Mary University of
London und der Denkfabrik Climate and Community Institute. Demnach hat der
Krieg in der Zeit Treibhausgase mit der Wirkung von fünf Millionen Tonnen
CO2 verursacht. Rund die Hälfte sei entstanden, weil zerstörte Gebäude
wieder aufgebaut werden müssten, was sehr viel CO2 produziere. Es folgen
unter anderem die Verbrennung und sonstige Zerstörung von Öl sowie der
Treibstoffverbrauch des Militärs.
Klimaexperte Lennard de Klerk verweist darauf, dass eine solche Berechnung
viele Unsicherheitsfaktoren habe und nennt eine weitere Klimawirkung. Zu
den indirekten Effekten zähle etwa die Störung der Lieferung von
Flüssigerdgas (LNG) nach Asien, was zu einer verstärkten Nutzung der viel
klimaschädlicheren Kohle führe, solange die Sperrung der Straße von Hormus
andauere, sagt Klerk, der Mitglied einer Initiative zur Erhebung der
Klimawirkung von Kriegen ist (Initiative on GHG accounting of war).
Er hofft auf eine spezielle Folge des Krieges. Auf der positiven Seite für
das Klima stehe, „dass der Krieg im Iran eine weitere Erinnerung daran ist,
dass fossile Brennstoffe eine unzuverlässige Energiequelle sind, wodurch
die Energiewende nicht nur in Europa, sondern auch in Asien vorangetrieben
wird.“ (dpa)
## Ein Verletzter bei iranischen Raketenangriffen auf Israel
Bei erneuten iranischen Raketenangriffen auf Israel ist nach Angaben des
Rettungsdienstes Magen David Adom ein Mensch verletzt worden. Ein
45-Jähriger sei im zentralisraelischen Bnei Brak mit leichten Blessuren
durch Glassplitter in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Einsatzkräfte
seien zudem an mehreren Orten in Zentralisrael auf dem Weg zu mutmaßlichen
Einschlagsorten.
Die israelische Armee hatte zuvor den Abschuss mehrerer Raketen durch den
Iran gemeldet. Luftabwehrsysteme seien „im Einsatz, um die Gefahr
abzufangen“, erklärten die Streitkräfte im Onlinedienst Telegram. Später
gaben sie vorläufig Entwarnung. Zivilisten dürften ihre Schutzräume wieder
verlassen, hieß es. (afp)
## Explosionen erschüttern Libanons Hauptstadt Beirut
In der Nacht zum Samstag haben erneut mehrere laute Explosionen die
libanesische Hauptstadt Beirut erschüttert. Binnen einer halben Stunde
ereigneten sich mindestens zwei Explosionen, berichtete ein Korrespondent
der Nachrichtenagentur AFP. Die israelische Armee erklärte im Onlinedienst
Telegram, sie habe „Einrichtungen“ der vom Iran finanzierten
Hisbollah-Miliz in Beirut angegriffen. Libanesische Medien berichteten von
Attacken auf südliche Vororte der Hauptstadt.
Der Libanon war Anfang März in den Irankrieg hineingezogen worden. Damals
feuerte die Hisbollah-Miliz – deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels
ist – als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah
Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel
zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.
(afp)
## Lufthansa fürchtet Engpässe bei Kerosin-Versorgung
Der Lufthansa-Konzern befürchtet, dass es im Falle eines länger
anhaltenden Kriegs in Nahost zu Engpässen bei der Kerosin-Versorgung kommen
könnte. „Die Frage der Verfügbarkeit von Flugkraftstoff ist an einigen
asiatischen Flughäfen bereits jetzt schwierig“, sagte Grazia Vittadini,
Vorständin für Technik, IT und Innovation, im Interview mit der Welt am
Sonntag laut Vorabbericht. „Je länger die Straße von Hormus blockiert
bleibt, desto kritischer kann die Versorgungssicherheit mit Kerosin
werden“, so die Lufthansa-Managerin weiter.
Weil die Straße von Hormus seit Beginn des Irankriegs nicht mehr sicher zu
passieren ist, führen Lieferengpässe schon jetzt zu einem drastischen
Anstieg der Kerosinpreise, teilweise um mehr als 100 Prozent. Die Airlines
der Lufthansa-Gruppe seien dagegen nur teilweise abgesichert, so Vittadini.
„Für unsere Passagier-Airlines wird der Ölpreisanstieg durch eine
Absicherungsquote von 80 Prozent des Treibstoffbedarfs im laufenden Jahr
noch weitgehend abgepuffert. Aber natürlich treffen auch uns die
steigenden Kerosinpreise.“ (rtr)
## US-Erzbischof Broglio hält Irankrieg für ungerechtfertigt
Der für die seelsorgerliche Betreuung im US-Militär zuständige Erzbischof
Timothy Broglio hält den Krieg gegen den Iran nach ethischen Maßstäben für
ungerechtfertigt. In einem Interview des Nachrichtensenders CBS News
entgegnete Broglio auf die Frage, ob der Krieg legitim sei: „Gemäß der
Lehre vom gerechten Krieg ist er es nicht.“ Dabei verwies er auf das
Szenario einer nuklearen Bedrohung.
„Da wird eine Bedrohung ausgemerzt, ehe sie tatsächlich Realität wird“,
erklärte Broglio. „Ich würde mich auf die Seite von Papst Leo stellen, der
zu Verhandlungen aufgerufen hat.“
„Der Herr Jesus hat zweifellos eine Botschaft des Friedens verkündet, und
ich denke auch, dass Krieg immer nur das letzte Mittel sein sollte“,
ergänzte der Erzbischof, der die katholischen Seelsorger für Angehörige der
US-Streitkräfte weltweit leitet. „Ich maße mir kein endgültiges Urteil
darüber an, weil ich es wirklich nicht weiß. Aber ich denke, es ist schwer,
diesen Krieg als etwas darzustellen, das der Herr gutheißen würde.“
Das Gespräch mit Broglio wird CBS News am Ostersonntag in der Sendung „Face
the Nation“ ausstrahlen. (ap)
## Wirtschaftsweise Grimm warnt vor ökonomischen Folgen des Irankriegs
Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm warnt [5][vor den ökonomischen Folgen
des Irankrieges] und hält eine Stagnation in Deutschland für möglich. „Die
Auswirkungen werden länger spürbar sein, als es zunächst erwartet wurde“,
sagt die Ökonomin einem Vorabbericht der Rheinischen Post zufolge. Dass
die Forschungsinstitute für 2026 noch mit einem Wachstum von 0,6 Prozent
rechnen, nennt sie optimistisch. So passieren 20 Prozent der Öl- und
Flüssiggastransporte sowie ein Drittel der Düngemittellieferungen die
Straße von Hormus, zudem seien viele Förderanlagen zerstört. Die
Konsequenzen für die Weltwirtschaft seien daher gravierend. (rtr)
## Abstimmung im UN-Sicherheitsrat ist verschoben worden
Eine für diesen Samstag geplante Abstimmung im UN-Sicherheitsrat über eine
von Bahrain eingebrachte Resolution zur Sicherung der Straße von Hormus ist
kurzfristig verschoben worden. Das Votum solle kommende Woche stattfinden,
teilten zwei Diplomaten am Freitag (Ortszeit) in New York mit. Der
Resolutionsentwurf, in dem zunächst vom Einsatz „aller notwendigen Mittel“
für den Schutz der kommerziellen Schifffahrt in der vom Iran weitgehend
blockierten Straße von Hormus die Rede war, wurde nach Widerstand der
Veto-Mächte China und Russland deutlich abgeschwächt.
Im Text, über den am Samstag hätte abgestimmt werden sollen, werden nur
Verteidigungsmaßnahmen zur Sicherung der für den globalen Öl- und Gashandel
wichtigen Meerenge gebilligt, und keine Offensivaktionen, die von
arabischen Golfstaaten und den USA unterstützt wurden.
Bahrain hat derzeit den Vorsitz im mächtigsten UN-Gremium inne. Die
Verschiebung der Abstimmung über die Resolution deuteten Beobachter als
Hinweis darauf, dass selbst die abgeschwächte Version für Russland und
China nach wie vor inakzeptabel ist. (ap)
## US-Geheimdienst: Straße von Hormus wird länger geschlossen bleiben
US-Geheimdienstberichte kommen Insidern zufolge zu dem Schluss, dass der
Iran [6][die Straße von Hormus vorerst nicht wieder öffnen wird]. Die
Kontrolle über die wichtigste Ölroute der Welt sei das einzige echte
Druckmittel der Islamischen Republik gegen die USA, sagen drei mit dem
Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Regierung in
Teheran wolle die Energiepreise hoch halten, um US-Präsident Donald Trump
zu einem raschen Ende des seit fast fünf Wochen andauernden Krieges zu
drängen. Ein Vertreter des Weißen Hauses erklärt dagegen, Trump sei
zuversichtlich, dass die Meerenge „sehr bald“ wieder befahrbar sein werde.
(rtr)
4 Apr 2026
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