# taz.de -- Massenproteste in den USA: Keine Könige und kein Krieg!
> Zum dritten Mal versammeln sich überall in den USA Millionen Menschen
> gegen Donald Trump und seine Politik. Der Irankrieg mobilisiert
> zusätzlich.
(IMG) Bild: „No Kings“-Proteste, hier in Los Angeles, haben in den ganzen USA Millionen gegen Trump auf die Straße gebracht
Millionen von Menschen haben am Samstag erneut gegen US-Präsident Donald
Trump und dessen Politik protestiert. Mit mehr als 3.300 angemeldeten
Demonstrationen und Kundgebungen im ganzen Land – von Alaska bis in die
US-Hauptstadt Washington – war der dritte „No Kings“-Protesttag der bislang
größte. Organisatoren rechneten im Vorfeld mit mehr als 9 Millionen
Protestteilnehmern. Eine Bestätigung dieser Zahl liegt aktuell noch nicht
vor.
An den ersten beiden „No Kings“-Protesttagen im vergangenen [1][Juni] und
[2][Oktober] gingen jeweils mehr als 5 Millionen und 7 Millionen Menschen
auf die Straßen. Die Protestbewegung richtet sich gegen die Innen- und
Außenpolitik der Trump-Regierung und die Machtkonzentration im
Präsidentenamt unter Trump.
„Die schädlichen und rücksichtslosen Entscheidungen der Trump-Regierung
wirken sich weiterhin auf jeden Einzelnen und jede Familie im ganzen Land
aus; doch an diesem Samstag erheben sich Millionen von Stimmen, um eine
kraftvolle Botschaft auszusenden: Kein ICE. Keine illegalen Kriege. Keine
Könige“, erklärten die Organisatoren in einer Pressemitteilung am Freitag.
Der Krieg im Iran, das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE sowie die
hohen Lebenshaltungskosten waren die Topthemen unter den Demonstranten.
„Trump will als Tyrann über uns herrschen. Doch dies ist Amerika, und die
Macht gehört dem Volk – nicht Möchtegern-Königen oder ihren
milliardenschweren Kumpanen“, sagten die Organisatoren.
## Mit Bruce Springsteen in Minnesota
Trump selbst, der die Proteste in der Vergangenheit als unbedeutend abtat
und im Oktober ein KI-generiertes Video veröffentlichte, in dem er als
Kampfpilot Fäkalien auf die Demonstrationen ablässt, verbrachte den Samstag
in Florida. Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte gegenüber der
Associated Press, die Proteste seien lediglich eine Art Therapiesitzung für
Menschen mit „Trump Derangement Syndrom“. Auch würden sich nur „bezahlte
Journalisten“ für die Proteste interessieren.
Fotos von den Demonstrationen, die in so ziemlich allen US-Großstädten
ausgetragen wurden, zeigen Menschenmassen, viele Teilnehmer kamen
verkleidet und mit selbstgemachten Plakaten. Neben US-Flaggen waren auch
viele iranische und ukrainische Fahnen in der Menge zu sehen.
Nach den tragischen Vorfällen in Minnesota in Januar, als zwei
US-Staatsbürger von Beamten der Einwanderungsbehörde ICE und der
Grenzschutzbehörde CBP erschossen wurden, zog es viele demokratische
Politiker nach Minneapolis, um dort an den Protesten teilzunehmen. Darunter
der demokratische Sozialist und US-Senator Bernie Sanders, Minnesotas
Gouverneur Tim Walz und viele andere. Auch Musik-Legende Bruce Springsteen,
der seinen Protestsong „Streets of Minneapolis“ live performte, war dabei.
„Als der Möchtegern-Diktator im Weißen Haus seine ungeschulten, aggressiven
Schläger aussandte, um in Minnesota Schaden anzurichten, wart ihr es, die
für eure Nachbarn eingetreten seid“, sagte Walz vor etwa 50.000
Demonstrant:innen.
## Parallele Welten in Dallas
In New York sollen laut Polizei mehr als 100.000 Menschen am Protest
teilgenommen haben, und in San Diego waren es mehr als 40.000. „Bei der
letzten Wahl kritisierte Donald Trump die riesigen Summen, die in Kriegen
verschwendet worden waren. … Er trat als Friedenskandidat an. Er versprach,
es werde keine endlosen Kriege mehr geben. Er hat gelogen“, sagte Sanders.
Auch im texanischen Dallas gab es am Samstag einen „No Kings“-Protest, nur
wenige Kilometer von dem Konferenzgebäude entfernt, in dem gleichzeitig
[3][die rechtskonservative CPAC-Veranstaltung] abgehalten wurde. Dazwischen
liegen Welten.
Beim CPAC ist Trump so gut wie unantastbar, beim „No Kings“-Protest ist er
Staatsfeind Nummer eins. Dieser Zwiespalt, der sich durch nahezu alle
Aspekte der US-amerikanischen Gesellschaft zieht, wird auch bei den
Kongresswahlen im November eine entscheidende Rolle spielen. Welche Partei
kann die Menschen von sich überzeugen, die in keinem der beiden Lager zu
finden sind?
Aktuell dreht sich alles um den Irankrieg, den anhaltenden Shutdown der
US-Heimatschutzbehörde DHS und die teuren Lebenshaltungskosten. Und wie
jüngste Umfragen gezeigt haben, steckt der Präsident in Schwierigkeiten.
Laut einer „Fox News“-Umfrage sind 59 Prozent der Amerikaner:innen mit
Trumps Politik unzufrieden. Dies ist eine neue Negativrekordmarke für
Trump. Nur ein bisschen mehr als sechs Monate verbleiben bis zu den
Midterms.
29 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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