# taz.de -- Verdrängung in Berlin: Gemeinsam für den Existenzkampf der Potse
> Berlins zweitältester autonomer Jugendclub bangt um seine Existenz –
> schon wieder. Helfen soll die Kraft der Solidarität.
(IMG) Bild: Die früheren Räume der Potse in der Potsdamer Straße waren von 2019 bis 2021 besetzt
Der Mietenwahnsinn und das Problem von Verdrängung sind auch weiterhin eine
enorme finanzielle und existentielle Belastung für viele Berliner:innen.
Aber auch Jugendzentren wie die Potse sind von Verdrängung betroffen.
Aktuell muss der zweitälteste Jugendraum der Stadt schon wieder um seine
Existenz kämpfen – und braucht deshalb solidarische Mitstreiter:innen.
[1][Die Potse] ist eine Institution in Berlin. Lange befand sich der
autonome Raum in Schöneberg, in der Potsdamer Straße 180. Doch weil in dem
Gebäude ein Coworking-Unternehmen einziehen sollte, kündigte das Bezirksamt
den Mietvertrag. Daraufhin besetzten die Jugendlichen das Gebäude fast zwei
Jahre, bis sie 2021 doch ausziehen mussten. Als Ersatzräume hatte der
Bezirk die Zollgarage im ehemaligen Flughafen Tempelhof bereitgestellt.
Doch in sechs Monaten endet auch dort der Mietvertrag – und neue
Ersatzräume sind noch nicht in Sicht. [2][Perspektivisch sollen Räume im
geplanten Haus der Jugend am Südkreuz geschaffen werden], doch ein Einzug
ist erst 2030 geplant. Weil die Betreiber:innen diese Situation nicht
alleine stemmen können, laden sie [3][zum Zweiten Existenzkampfplenum, um
eine Lösung zu finden.] Es gibt bereits Arbeitsgruppen in Bereichen wie der
Raumsuche und Öffentlichkeitsarbeit, die noch Verstärkung brauchen. Das
Plenum findet auf Deutsch statt, es kann aber bei Bedarf ins Englische
übersetzt werden (Freitag, 3. April, Columbiadamm 10, 16 Uhr).
## Mieter:innen, organisiert Euch!
Die Pankower Ortsgruppe der Berliner Mieter:innengewerkschaft
[4][lädt zu einer solidarischen Prozessbegleitung im Amtsgericht Mitte
ein]. Vor Gericht geht es um eine Berufung eines Eigentümers gegen eine
Eigenbedarfskündigung. Obwohl der Eigenbedarf abgewiesen wurde, lässt der
Eigentümer nicht locker. Aufgrund der Ausweiskontrolle vor Ort wird um
Erscheinen mindestens 25 Minuten vorher gebeten (Dienstag, 31. März,
Littenstr. 12-17, Saal 1806, 12 Uhr).
Um gemeinsam und berlinweit gegen das Wohnungsunternehmen Vonovia zu
kämpfen, organisieren sich Mieter:innen des Wohnungskonzerns [5][im
Bündnis Berlin gegen Vonovia]. Themen sind etwa Mieterhöhungen und zu hohe
Betriebs- und Heizkostenabrechnungen. Getroffen und vernetzt wird sich im
Stadtteilzentrum Schöneberg, alle vier Wochen. Das nächste Plenum findet am
Dienstag, dem 31. März, in der Hauptstraße 121a um 18.30 Uhr statt.
Verdrängung, Mietenwahnsinn und Wohnungsnot erstrecken sich über die ganze
Stadt. In Charlottenburg beispielsweise gibt es [6][die sogenannte
MieterWerkStadt im MieterClub] für Milieuschutz und gegen Gentrifizierung.
Die Eigeninitiative von Mieter:innen und Unterstützer:innen plant
gemeinsame Aktionen – und lädt Interessierte und Anwohner:innen ein,
sich mit einzubringen (Mittwoch, 1. April, Neue Christstr. 8, 18.30 Uhr)
In Kreuzberg [7][trifft sich derweil das Bündnis Gemeinsam gegen
Eigenbedarfskündigungen] monatlich im Familien- und Nachbarschaftszentrum
Kiezanker, um öffentliche Aktionen vorzubereiten. Betroffene und
Unterstützer:innen sind eingeladen, sich zu beteiligen. (Samstag, 4.
April, Cuvrystr. 13/14, 14 Uhr).
29 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://potse.squat.net/
(DIR) [2] /Neues-Jugendzentrum-in-Schoeneberg/!6109692
(DIR) [3] https://radar.squat.net/en/node/576439?language=en
(DIR) [4] https://mg-berlin.org/termine/
(DIR) [5] http://www.berlin-gegen-vonovia.de/
(DIR) [6] https://www.mieterwerkstadt-charlottenburg.info/
(DIR) [7] https://www.wem-gehoert-kreuzberg.de/
## AUTOREN
(DIR) Desiree Fischbach
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