# taz.de -- Klage gegen Tesla-Betriebsratswahl: Keine demokratische Wahl
       
       > IG Metall zieht wegen der Betriebsratswahl bei Tesla in Grünheide vor
       > Gericht. Sie wirft dem US-Elektroautobauer Drohungen und
       > Einschüchterungen vor.
       
 (IMG) Bild: Proteste gegen Tesla in Grünheide im Mai 2024
       
       Die ‌IG Metall hat ‌die [1][Betriebsratswahl im Tesla-Werk Grünheide] wegen
       unzulässiger Wahlbeeinflussung seitens des Arbeitgebers angefochten. Ein
       Antrag zur Feststellung der Unwirksamkeit der Wahl vom März 2026 sei beim
       Arbeitsgericht eingereicht worden, erklärte die Gewerkschaft am Mittwoch.
       Sie wirft dem US-Elektroautobauer vor, mit [2][Drohungen und
       Einschüchterungen während des Wahlkampfs] gegen die Liste der IG Metall
       ‌vorgegangen zu sein. Tesla war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu
       erreichen.
       
       Die IG Metall hatte bei der Betriebsratswahl in der Tesla-Fabrik an
       Zustimmung verloren und wurde nur noch die zweitstärkste Gruppe. Siegerin
       wurde die Liste der amtierenden Betriebsratschefin Michaela Schmitz. Sie
       gilt als verlängerter Arm des Tesla-Managements, ebenso wie alle anderen
       zur Wahl stehenden Listen außer der Gewerkschaftsliste.
       
       Über Monate sei den Beschäftigten vermittelt worden, eine Entscheidung für
       die IG Metall sei eine Entscheidung gegen Tesla und habe Konsequenzen für
       die Zukunft des Werks und ihrer Arbeitsplätze, erklärte die IG ‌Metall
       weiter. Leuchtwerbung an der Fassade des Werks sei nur der arbeitgebernahen
       Liste gestattet worden. Zudem hätten Vorgesetzte Anstecker mit der
       Aufschrift „Giga Ja – Gewerkschaft Nein“ verteilt ⁠und die Belegschaft
       aufgefordert, nicht die „rote Liste“ der IG Metall zu wählen.
       
       „Der Eindruck, dass die Wahl bei Tesla durch Drohungen beeinflusst wurde,
       ist zu schwerwiegend, als dies ‌nicht gerichtlich zu klären“, ‌sagte die
       Erste Vorsitzende der IG Metall, Christiane ⁠Benner. Eine erfolgreiche
       Anfechtung würde dazu führen, dass der bestehende Betriebsrat aufgelöst und
       eine Neuwahl angesetzt wird. Die IG ‌Metall bekräftigte zudem ihre
       Forderung, eine ‌strikte Neutralitätspflicht für Arbeitgeber bei
       Betriebsratswahlen gesetzlich zu verankern. Die aktuelle Rechtslage sei
       nicht ausreichend, um demokratische Wahlen in Betrieben ‌zu sichern.
       
       Zudem teilte die Gewerkschaft am Donnerstag mit, dass die brandenburgischen
       Ermittlungsbehörden keine Aufzeichnungen auf dem Laptop eines beschuldigten
       Gewerkschaftsmitgliedes gefunden haben. Drei Wochen vor der Wahl rief Tesla
       während einer Betriebsratssitzung die Polizei. Das Unternehmen beschuldigte
       einen Gewerkschaftssekretär, die Sitzung mitgeschnitten zu haben. Das
       Landeskriminalamt beschlagnahmte daraufhin den Laptop und wertete ihn aus.
       
       „Mit dreisten Anschuldigungen hat Tesla-Geschäftsführer André Thierig eine
       Schmutzkampagne losgetreten.“, sagt IG Metall-Bezirksleiter Jan Otto.
       „Jetzt steht fest: Alle Vorwürfe waren falsch. Hier hat eine
       Unternehmensleitung mit falschen Vorwürfen in eine Betriebsratswahl
       eingegriffen.“ Die Vorwürfe hätten womöglich eine entscheidende Rolle in
       der Betriebsratswahl gespielt, sagt Otto.
       
       Der Text wurde am Donnerstagnachmittag um das Statement der IG Metall
       aktualisiert
       
       26 Mar 2026
       
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