# taz.de -- Lebenskosten in Ägypten: Hoch, höher, Kairo
> Eingefrorene Preise sicherten Millionen Mieter*innen in der
> ägyptischen Hauptstadt über Jahrzehnte bezahlbares Wohnen. Damit ist es
> jetzt vorbei.
(IMG) Bild: Viel Raum nach oben: Stadtviertel in Kairo
Im Jahr 1958 zog meine Großmutter, 18 Jahre alt und frisch verheiratet, mit
meinem Großvater in ihre erste eigene Wohnung. Das junge Paar zahlte damals
14 Pfund Miete pro Monat. 67 Jahre später, im Jahr 2025, zahlte meine Oma,
inzwischen als Witwe, immer noch 14 Pfund Miete für die gleiche
Fünf-Zimmer-Wohnung im Herzen von Kairo. Umgerechnet in Euro wären das
aktuell etwa 25 Cent für mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche.
Natürlich ist [1][Ägypten] um einiges günstiger als Deutschland, aber auch
in Kairo ist dieser Betrag heute so gut wie gar nichts mehr wert. Eine
Langstrecke mit der U-Bahn kostet zum Beispiel ähnlich viel, oder eine
große Flasche Wasser am Kiosk.
In [2][Berlin] kann sich glücklich schätzen, wer das 5.000-Fache davon für
eine so große, zentrale Wohnung zahlt – oder wer überhaupt eine Wohnung
findet angesichts von steigenden Mieten, spekulativem Leerstand und
Investor*innen, die alle Schlupflöcher des Mieterschutzes kennen. In New
York, Singapur oder London ist die Lage natürlich noch viel schlimmer. Aber
in Kairo ist dies eine völlig neue Entwicklung.
Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts hatte Ägypten ein Mietensystem, das
Vermieter*innen verbot, Mieten zu erhöhen oder Verträge zu kündigen.
Und bis vor Kurzem blieben diese alten Verträge gültig. Mieter*innen, die
vor 1996 in ihre Wohnungen eingezogen waren, zahlten einen unveränderlichen
Preis und konnten ihre Verträge sogar an ihre Kinder weitergeben.
## Verfassungsklage
Aber das ändert sich jetzt. 2024 entschied das ägyptische
Verfassungsgericht über die Klage eines Vermieters, die seit 26 Jahren
anhängig war. Es urteilte, dass das Einfrieren der Preise gegen die
Verfassung verstößt. Darauf reagierte das Parlament 2025 mit einem neuen
Gesetz, das alle alten Verträge aufhebt und die betroffenen Wohnungen dem
freien Markt überlässt.
Vermieter*innen im ganzen Land haben lange auf diesen Schritt gewartet.
Während alles über die Jahre immer teurer wurde, waren sie an eingefrorene
Mietpreise gebunden, die sich kaum einzusammeln lohnten. Für etwa sechs
Millionen Mieter*innen versprachen die alten Verträge hingegen ein
lebenslanges, bezahlbares Zuhause. Meine Oma und viele andere sehen ein,
dass Mieten nicht für immer eingefroren bleiben können. „Es war wirklich
nicht fair, dass der Vermieter nur 14 Pfund von mir bekam. Das ist heute
nichts mehr wert“, sagt sie.
Aber sie und andere Betroffene fürchten massenhafte Zwangsräumungen und
einen völlig unkontrollierten offenen Mietmarkt. In einer Gesellschaft, die
gebeutelt ist von Jahren wirtschaftlicher Not und politischer
Unterdrückung, könnte die Gefahr, nun noch das Zuhause, den essenziellsten
Bestandteil eines würdevollen Lebens, zu verlieren, das Fass zum Überlaufen
bringen.
„Das Problem in Ägypten ist, dass wir von einem System der Mietpreisbindung
zu einem System übergegangen sind, in dem die Mieten komplett
unkontrolliert sind“, sagte Elham Eidarous, 45, eine Mieterin aus dem
Kairoer Stadtteil Al-Agouza. Sie bezeichnet die alten Mieter*innen als
„eine Gruppe von Dinosauriern, deren Aussterben unvermeidlich war“.
Eidarous hat sich in Mietervereinigungen gegen das neue Gesetz engagiert.
Nach der Entscheidung des Verfassungsgerichts im Jahr 2024 versuchten
diese, das Schlimmste bei der Implementierung des Urteils des
Verfassungsgerichts zu verhindern. Ohne Erfolg. „Die einzige Macht, die wir
Mieter haben, ist unsere Masse“, sagte Elham Eidarous. „Wir haben in den
sozialen Medien und auf Konferenzen gezeigt, dass wir viele sind. Aber der
Regierung war das egal.“
Da bleibe nur, auf die Straße zu gehen, sagt sie, doch davor hätten die
meisten Ägypter*innen Angst. Im Juni wurde der Anwalt einer
Mietervereinigung in Alexandria auf dem Weg zu einer Versammlung
festgenommen. Sicherheitskräfte umstellten das Gebäude, in dem die
Versammlung stattfinden sollte, und hinderten Dutzende Menschen an der
Teilnahme. Seit das Parlament das Gesetz verabschiedet hat, ist der
Widerstand abgeflaut. Jetzt muss sich jeder um seine eigene Lebenssituation
kümmern.
Im Sommer 2025 begann zunächst eine siebenjährige Übergangsphase, während
der die Mieten nur langsam erhöht werden dürfen. Doch am Ende dieser
Schonfrist werden alle 1,6 Millionen alten Mietverträge im Land schlagartig
gekündigt. Dann können die Vermieter*innen ihren Mieter*innen neue,
teurere Verträge anbieten – oder sie einfach rauswerfen.
Viele Eigentümer*innen könnten die Gelegenheit nutzen, Gebäude
abzureißen und höhere, rentablere zu bauen. Zwei Drittel, also 1,1
Millionen der betroffenen Haushalte, sind in Kairo. Das sind bei einer
durchschnittlichen Haushaltsgröße von etwa 4 Personen circa 4 Millionen
Menschen in einer Stadt, in der rund 23 Millionen leben. Das Gesetz
betrifft zudem auch Millionen von Gewerbeflächen, die nach dem alten System
vermietet wurden. Dadurch werden viele Familien nicht nur ihre Wohnung
verlieren, sondern gleichzeitig auch ihre Einkommensquelle.
Elham Eidarous hat bereits begonnen, nach einer Wohnung zu suchen, die sie
und ihr Mann kaufen könnten. Aber weil sie Freiberuflerin ist und er schon
in Rente, werden sie kaum einen Kredit bekommen. Unter dem neuen System zu
mieten kommt für sie jedenfalls nicht infrage. Denn das bietet
Mieter*innen keinerlei Schutz. Den Mietpreis, die jährliche Erhöhung und
die Vertragsdauer bestimmt der Vermieter. „Einige meiner Freundinnen sind
gezwungen, alle zwei oder drei Jahre umzuziehen“, sagt Elham Eidarous. „Ich
möchte im Alter keine unsichere Wohnsituation haben.“
Obwohl sie ein gutes Verhältnis zu ihrer Vermieterin hat, fühlt sie sich
nicht sicher. Was, wenn diese die Wohnung eines Tages an ihre Kinder
vererbt und die dann mehr Geld wollen? „Ein Vermieter, der sieht, dass
andere Wohnungen für 20.000 Pfund vermietet werden, gibt sich nicht mit 500
Pfund zufrieden“, sagt Eidarous. „Sie wollen Millionäre werden, ohne zu
arbeiten. Dieses neue Mietsystem bringt das Schlimmste in den Menschen
hervor.“
Elham Eidarous lebt in ihrer Wohnung, seit sie vor 23 Jahren geheiratet
hat. Ihr Mann zog schon 1994 ein und gehörte zu den letzten Mietern, die
einen alten Mietvertrag erhielten, bevor das alte System 1996 abgeschafft
wurde. Das schmale dreieckige Gebäude steht wie eine Trennwand zwischen
einer alten, dicht besiedelten Nachbarschaft und den mehrstöckigen
Neubauten des angrenzenden Viertels. Elham Eidarous und ihre Familie
bewohnen im ersten Stock eine kleine, gemütliche Wohnung. Ein Schlafzimmer
nutzen sie und ihr Mann, das zweite teilen sich ihre beiden Söhne. Die
Wände des Wohnzimmers sind mit Gemälden und vollgestopften Bücherregalen
bedeckt.
Im Laufe der Jahre hat die Familie viel Geld in diese Wohnung investiert.
Als ihr Mann einzog, war das Gebäude noch ein Rohbau. Er stellte die
Wohnung fertig, öffnete die Küche zum Wohnzimmer, baute Stauraum an den
Decken, um all ihre Sachen – vor allem Bücher – in den kleinen Räumen
unterzubringen. Das Paar hat sich auch an der Instandhaltung des Gebäudes
beteiligt, die normalerweise die Eigentümer*innen übernehmen.
Wenn die Fassade neu gestrichen, ein Aufzug eingebaut oder die
Sanitäranlagen erneuert wurden, trugen alle Bewohner*innen gemeinsam
die Kosten. Für Menschen mit altem Mietvertrag war das üblich, denn ihre
Vermieter*innen argumentierten, dass die Mieten zu niedrig seien, um
die Gebäude instand zu halten. Sie zahlten in der Erwartung, dass sie ein
Zuhause für ihr ganzes Leben und das ihrer Kinder haben würden.
## 20 Cent bis 350 Euro im selben Gebäude
Um herauszufinden, wie Vermieter*innen auf die Gesetzesänderung
blicken, traf ich den Hausbesitzer Mohamed Roshdy in seinem fünfstöckigen
Gebäude in Maadi. Der gehobene Stadtteil am östlichen Ufer des Nils ist für
seine alten Villen und labyrinthischen, von Bäumen gesäumten Straßen
bekannt.
Roshdy hat in seinem Gebäude Mieter*innen mit alten Mietverträgen und
solche, die erst nach 1996 kamen und für die keine Mietpreisbremse gilt.
Das hatte zur Folge, dass vor der Gesetzesänderung die teuerste Wohnung in
seinem Gebäude 20.000 Pfund pro Monat kostete, etwa 350 Euro. Die
günstigste kostete gerade einmal 10 Pfund, also weniger als 20 Cent pro
Monat.
Die Mietpreise einzufrieren, während alles andere teurer wurde, fand
Mohamed Roshdy absurd, die Änderungen längst überfällig. „Man konnte
mehrere Gebäude besitzen und mit der Miete nicht genug Geld verdienen, um
sich eine Schachtel Zigaretten zu kaufen“, sagt er lachend. Das habe dazu
geführt, dass Vermieter*innen jede Lücke ausnutzten, die sie finden
konnten. In den 1980er Jahren begannen sie zum Beispiel, ihre Mietverträge
für exorbitante „Schlüsselgelder“ zu verkaufen, um den Gewinn
auszugleichen, den sie durch Mieteinnahmen nicht erzielen würden. Um alte
Mietverträge im Zentrum der Stadt zu bekommen, zahlten die Mieter*innen
teilweise Beträge, mit denen sie sich eine Wohnung am Stadtrand hätten
kaufen können. Andere, wie Roshdy, vermieteten ihre Wohnungen möbliert und
umgingen dadurch das System der festen Mieten.
Andererseits hätten Mieter*innen das System ausgenutzt, sagt Mohamed
Roshdy. Menschen, die nicht tatsächlich in ihren Wohnungen lebten, wollten
diese nicht aufgeben und ließen sie leer stehen oder vermieteten sie zu
einem höheren Preis. Andere schummelten, um Verträge von ihren Eltern zu
erben, indem sie behaupteten, mit ihnen zusammengelebt zu haben – nur in
diesem Fall durften sie die Verträge nach dem Tod der Eltern übernehmen.
Laut Roshdy „führte das alte Mietsystem dazu, dass Vermieter und Mieter
sich gegenseitig auffraßen“.
Mohammed Roshdy ist 70 Jahre alt. Er ist in Maadi aufgewachsen, in dem
Gebäude, das ihm und seinen Schwestern heute gehört. Es liegt an der Ecke
einer ruhigen Straße, gesäumt von alten Bäumen. Nur selten wird die Stille
durch ein vorbeifahrendes Auto oder ein Rudel bellender Straßenhunde
durchbrochen.
Obwohl Roshdy sich, wie er sagt, nicht vorstellen kann, an einem anderen
Ort zu leben, hat er wenig Verständnis für die Mieter*innen, die fürchten,
ihre Wohnungen zu verlieren. Er ist der Meinung, dass die meisten es sich
leisten können, in ihren Vierteln zu bleiben – und dass alle anderen sich
glücklich schätzen könnten, in die neu gebauten Sozialwohnungen der
Regierung einzuziehen. „Diese Mieter tragen eine Mitschuld, weil sie nie
versucht haben, eine Wohnung zu kaufen“, sagte er. Stattdessen hätten sie
sich auf ihren niedrigen Mieten ausgeruht, ohne damit zu rechnen, dass sich
das Gesetz jemals ändern würde.
Yahia Shawkat, Wohnungsbauexperte und Politikanalyst aus Kairo,
widerspricht. Die Liberalisierung der Mietpreise erfolge zu einem
Zeitpunkt, an dem die Ägypter*innen durch die Abwertung des ägyptischen
Pfunds und jahrelange Preissteigerungen in lebensnotwendigen Bereichen
finanziell bereits am Ende sind. „Als Erstes mussten die Menschen auf
Luxusgüter wie essen gehen oder Urlaub verzichten“, sagt er.
Im zweiten Schritt hätten viele an Bildung oder Gesundheit gespart. „Eltern
schicken ihre Kinder auf günstigere Schulen oder gehen seltener zum Arzt,
als sie eigentlich sollten.“ Die Menschen hätten in den vergangenen Jahren
schon ihre Ausgaben reduziert, wo es ging. Angesichts tausendfacher
Mietsteigerungen „können sie nun nirgends mehr hin“. Das gilt auch für die
Mittelschicht in den Städten.
Yahia Shawkat warnt davor, die Debatte um das Mietensystem als Konflikt
zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen zu verstehen. Der
Wohnungsbaustratege und Politikanalyst aus Kairo findet es problematisch,
„dass daraus ein Kampf ums Überleben geworden ist: Die eine Seite gewinnt,
die andere verliert.“ Seiner Meinung nach hätten beide Seiten berechtigte
Anliegen. Indem die Regierung die Situation so lange eskalieren ließ, habe
sie die Grundlage für diese Feindseligkeiten geschaffen.
Yahia Shawkat lebt seit einigen Jahren in Berlin. Er erklärt, dass das alte
Mietensystem in den 1940er Jahren eingeführt wurde, auf Grundlage der
Überzeugung, „dass Privateigentum eine soziale Funktion hat und dass Wohnen
ein grundlegendes Menschenrecht ist.“ Mit dem Zustrom britischer und später
US-amerikanischer Soldaten während des Zweiten Weltkriegs stiegen damals
die Mieten. Die Regierung sah sich gezwungen, Mietpreisbindungen
einzuführen.
Nach der Revolution der sozialistischen Offiziere 1952 wurden die Mieten
nicht nur weiter reguliert. Alle paar Jahre senkte die Regierung die
Mieten, bis Anfang der 1960er Jahre ein umfassendes Mietengesetz die Preise
einfror. Im heutigen Ägypten wäre so eine Politik undenkbar. Der
Immobilienmarkt hat sich zu einem der wichtigsten Investitionsbereiche für
den ägyptischen Staat und das Militär sowie für ausländische Investoren,
insbesondere aus den Golfstaaten, entwickelt.
Mit seiner Organisation, dem „Built Environment Observatory“, hat Yahia
Shawkat sich mithilfe von Zensusdaten angeschaut, wer eigentlich von der
Abschaffung der alten Mieten betroffen ist. Er hat festgestellt, dass die
meisten alten Mieter*innen in Kairos dicht besiedelten Arbeitervierteln
wie Dar al-Salam oder Matariya leben. Sollte es vor dem Ende der
siebenjährigen Schonfrist keine Anpassungen am neuen Gesetz geben, geht er
davon aus, dass viele Mieter*innen gezwungen sein werden, bei Verwandten
unterzukommen oder in weniger angemessene Unterkünfte wie Kammern auf
Hochhausdächern zu ziehen oder einzelne Zimmer mit mehreren Personen zu
teilen.
Laut dem Built Environment Observatory sind in den letzten Jahren bereits
immer mehr informelle Unterkünfte und Siedlungen entstanden. Die
Zwangsräumungen der alten Mieter*innen könnten zu einem weiteren Anstieg
in diesem Bereich führen. Jetzt sei es dringend notwendig, das bereits seit
1996 geltende Mietgesetz, das Altmietverträge aber bisher eben nicht
angetastet hat, zu reformieren, betont Shawkat. „Es ist komplett
Pro-Vermieter.“
Seit der Gesetzesänderung sind zahlreiche Klagen beim Verfassungsgericht
eingegangen. Am vielversprechendsten ist die Forderung, dass die alten
Verträge nach der siebenjährigen Schonfrist zwar preislich angepasst werden
dürfen, aber ihre Gültigkeit behalten. Eine entsprechende Klage hat das
Verfassungsgericht angenommen und prüft sie nun. Einige
Oppositionsmitglieder wollen weitere Änderungen zur Abstimmung ins
Parlament einbringen, können dort jedoch mit keiner Mehrheit rechnen.
Sollte es entgegen aller Bemühungen innerhalb der nächsten sieben Jahre
keine Reformen geben, so „könnte es zu Straßenprotesten kommen“, glaubt
Yahia Shawkat.
Zwar hat die Regierung bezahlbaren Wohnraum für alle versprochen, die in
sieben Jahren von Zwangsräumungen betroffen sind. Doch sie hat gar keine
Daten dazu, wie viele Menschen mit geringem Einkommen von den Änderungen
betroffen sein werden. Zudem sind die Wartelisten für staatliche
Sozialwohnungen bereits lang, und die Baukapazitäten des verschuldeten
Staates am Limit. Es wird unmöglich sein, den Bedarf zu decken.
Hinzu kommt, dass sich die Ersatzwohnungen außerhalb der Stadt befinden
werden, weit entfernt von den früheren Wohnvierteln der Mieter*innen. Die
bisherige Städtebaupolitik unter Al-Sisi lässt erahnen, welche Art von
Wohnraum sie dort erwartet: eintönig und überwacht, mitten in der Wüste.
Eine Freundin hat mir erzählt, dass ihre Tante – eine alte Dame mit altem
Mietvertrag – „einen Deal mit Gott geschlossen“ habe: Sie will vor dem Ende
der siebenjährigen Übergangsphase sterben. Sie will auf keinen Fall
riskieren, ihr Zuhause und ihre gewohnte Umgebung zu verlassen.
„Insbesondere für ältere Menschen kann eine Zwangsumsiedlung
gesundheitsgefährdend sein“, sagt Yahia Shawkat und fügt hinzu, dass
Zwangsräumungen zumindest für schutzbedürftige Gruppen verboten werden
sollten.
Was meine Oma angeht, hoffe ich sehr, dass sie in sieben Jahren noch lebt
und dass sie in ihrer Wohnung bleiben darf. Wie viele Betroffene ist sie
grundsätzlich bereit, mehr Miete zu bezahlen: „Aber sie sollen es auch
nicht übertreiben und zu viel von mir verlangen. Ich lebe von meiner Rente
und das ist bei vielen Frauen meines Alters in Wohnungen wie dieser so. Das
sind alles Rentnerinnen, die nicht viel bezahlen können. Wir müssen uns auf
einen gerechten Betrag einigen.“
Mitarbeit: Marwa Barakat
31 Mar 2026
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