# taz.de -- Anschlag in Großbritannien: Antisemitischer Brandanschlag in London
> Eine iranisch-islamistische Gruppe bekennt sich zum Brandanschlag auf
> vier Krankenwagen einer jüdischen Organisation. Ziel war eine Synagoge,
> sagt sie.
(IMG) Bild: Ausgebrannte Krankenwagen nach einem Anschlag auf einen jüdischen Ambulanzservice in London, 23. 3.2026
Es war kurz nach ein Uhr nachts am Montagmorgen, als eine Sicherheitskamera
im Nordlondoner Stadtteil Golders Green drei schwarz gekleidete schlanke
Männer aufnahm. Raschen Schrittes gehen sie auf einen Krankenwagen zu und
schütten etwas aus einem mitgebrachten Eimer über das Fahrzeug. Ein
weiterer Mann geht vorbei, danach sind Flammen zu sehen. Die Männer sind
aus dem Blickfeld verschwunden. Aber nach kurzer Zeit sieht man, wie sie
vom Tatort weglaufen.
Hinter dem Wagen haben sie, wie sich bald herausstellt, noch drei weitere
Krankenwagen in Brand gesteckt. Gaskörper darin explodieren und
zerschmettern auch die Fensterscheiben umliegender Wohnungen. Die Feuerwehr
benötigt nahezu zwei Stunden, um die Brände unter Kontrolle zu bringen.
Sämtliche Anwohner werden evakuiert.
Dieser Anschlag wird als antisemitisches Hassverbrechen verstanden. Die
Krankenwagen gehörten der jüdisch-orthodoxen Rettungsorganisation
[1][Hatzolah], die weltweit in Gegenden mit einem hohen Bevölkerungsanteil
jüdisch-orthodoxer Menschen die öffentlichen Rettungs- und Notdienste
ergänzen, mit besonderer Vertrautheit mit der Kultur, Religion und Sprache
orthodox-jüdischer Menschen.
In den sozialen Medien bekannte sich am Montagmorgen die
iranisch-islamistische Terrororganisation Ashab al-Yamin zu dem
Brandanschlag. Sie hat bereits Verantwortung für [2][antisemitische
Anschläge in den Niederlanden und Belgien] übernommen.
## Ziel war eine Synagoge mit langer Geschichte
Ziel des Anschlags sei die orthodoxe [3][Mazchike-Hadat-Synagoge] gewesen,
neben der die Krankenwagen geparkt waren. Als Grund nannte das Statement,
dass Abraham Isaak Kook einst Rabbiner dieser Gemeinde war und später der
erste Oberrabbiner Israels gewesen sei. Tatsächlich starb Kook 1935, also
lange vor der Gründung Israels. Geboren in Lettland, lebte er nach dem
Ersten Weltkrieg in Palästina, wo er Oberrabbiner Jerusalems wurde und 1921
Oberrabbiner des gesamten britischen Mandatsgebiets Palästina.
[4][Die Mazchike-Hadat-Synagoge], die Kook 1916–19 in London führte, war
1891 im Londoner Osten gegründet worden und zog 1970 in den Londoner Norden
nach Golders Green; das ursprüngliche Gebäude in Brick Lane ist heute eine
Moschee. Golders Green hat einen hohen Bevölkerungsanteil jüdischer
Menschen, viele davon orthodox, mit zahlreichen jüdischen
Lebensmittelgeschäften, koscheren Bäckereien und Metzgereien und
Fischgeschäften und jüdischen Buchläden.
Mark Gardner, Geschäftsführer des jüdischen Sicherheitsdienstes Community
Security Trust sagte, der Angriff stelle einen Angriff auf Großbritannien
als Ganzes dar. „Es heißt immer, dass es ein Angriff auf die jüdische
Community sei, aber ich bin auch britisch, also ist es ein Angriff auf
Großbritannien“, [5][sagte er der BBC]. Er geschehe in einer Zeit, in der
jüdische Menschen in Großbritannien zunehmend Angst und Isolation
verspürten.
23 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://en.wikipedia.org/wiki/Hatzalah
(DIR) [2] /Attentate-in-Belgien-und-Niederlande/!6162375
(DIR) [3] https://www.machzikehadath.com/
(DIR) [4] https://en.wikipedia.org/wiki/Machzike_Hadath
(DIR) [5] https://www.bbc.com/news/live/czj1m8xpk14t
## AUTOREN
(DIR) Daniel Zylbersztajn-Lewandowski
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