# taz.de -- Neue Alkoholregeln in Syrien: Damaskus alkoholfrei
> In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist Alkohol nun offiziell haram.
> Behörden haben den Verkauf verboten – mit ein paar Ausnahmen.
(IMG) Bild: Schluss mit lustig: Alkohol ist haram und ist in der syrischen Hauptstadt Damaskus verboten. Aber es gibt Ausnahmen
Das Gouvernement Damaskus hat Alkohol verboten. Der Verkauf und Ausschank
von Alkohol in Bars, Kneipen und Restaurants ist ab sofort nicht mehr
zulässig.
Es gibt allerdings Ausnahmen: In drei christlichen Vierteln in der
Altstadt, in Bab Touma, Qassaa und Bab Scharqi, darf Alkohol zwar weiter
verkauft werden, allerdings nur noch in versiegelten Flaschen. Das Trinken
in Bars oder Restaurants ist dort jedoch auch verboten. Geschäfte, die
Alkohol verkaufen, müssen mindestens 75 Meter von Moscheen, Kirchen,
Schulen und Friedhöfen entfernt sein. Außerdem müssen sie mindestens 20
Meter Abstand zu Polizei- und Regierungsgebäuden halten.
Viele Bars in Bab Touma und Bab Scharqi befinden sich jedoch in
unmittelbarer Nähe von Kirchen. Das christliche Viertel Dweil’ah, das die
meisten Spirituosenläden in Damaskus hat, wird in der neuen Verordnung
nicht erwähnt.
## Lizenzverlust für renitente Barbesitzer möglich
Der Erlass sieht vor, dass Lizenzen für Nachtclubs und Bars in
Café-Lizenzen umgewandelt werden. Ladenbesitzer sind nun verpflichtet, eine
notariell beglaubigte Erklärung abzugeben, in der sie sich verpflichten, in
ihren Geschäften keinen Alkohol auszuschenken. Bei Verstoß droht ihnen der
Lizenzentzug und die Schließung.
Unter Baschar al-Assad gab es in Damaskus zahlreiche Bars, nur wenige
hatten eine offizielle Ausschankgenehmigung für Alkohol. Die Besitzer
zahlten dafür Bestechungsgeld. Barbesitzer berichten, dass sich die
Behörden unter der Übergangsregierung in Damaskus [1][geweigert hatten],
Lizenzen zum Alkoholausschank auszustellen.
[2][Vor einem Jahr] hatten Behörden bereits versucht, Bars und Restaurants,
die Alkohol ausschenken, zu schließen. Nach einem öffentlichen Aufschrei
nahmen sie die Entscheidung zurück. Ebenfalls im März vergangenen Jahres
stärkte die verabschiedete Übergangsverfassung die Rolle des islamischen
Rechts bei der Gesetzgebung.
## Verstöße gegen die guten Sitten
Die Behörden geben an, auf Beschwerden der Bevölkerung reagiert zu haben,
um Praktiken zu unterbinden, die gegen gute Sitten verstoßen. Sie sehen
sich als Instanz gegen die „öffentliche Moral“, die individuelle Freiheiten
einschränkt.
In einem BBC-Interview im Dezember zu seiner Haltung zum Thema Alkohol
befragt, erklärte Interimspräsident Ahmed al-Scharaa, es gebe viele Themen,
über die er sich aufgrund ihrer rechtlichen Natur nicht äußern dürfe.
Al-Scharaa [3][hat sich öffentlich von seiner islamistischen Vergangenheit
losgesagt]. Während die Regierung öffentlich moderate Töne anschlägt,
befinden sich in ihren Sicherheitskräften Hardliner-Extremisten, die für
Massaker an Minderheiten verantwortlich waren.
18 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] https://www.youtube.com/watch?v=tA0MpxAepRw
(DIR) [2] https://www.youtube.com/watch?v=DY_GGOnYH1I
(DIR) [3] /Syrischer-Uebergangspraesident/!6134315
## AUTOREN
(DIR) Julia Neumann
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