# taz.de -- Opposition in Uganda: Monatelang untergetaucht, jetzt geflohen
> Ugandas führender Oppositionspolitiker Bobi Wine hat das Land verlassen.
> Per Videobotschaft bedankt er sich bei der Polizei für Hilfe bei der
> Flucht.
(IMG) Bild: Der ugandisch Oppositionelle Robert Kyagulanyi Ssentamu, bekannt als Bobi Wine, bei einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2026
Ugandas Oppositionskandidat Robert Kyagulanyi, bekannt unter seinem
Künstlernamen Bobi Wine, hat laut eigenen Angaben das Land verlassen. In
einer [1][Videobotschaft auf seinen sozialen Medien] meldete sich der
44-Jährige Vorsitzende der Partei NUP (Nationale Einheitsplattform) am
Samstagvormittag zu Wort: „Wenn ihr dieses Video hier seht“, wendet er sich
an seine Landsleute: „dann habe ich das Land bereits verlassen, um mich im
Ausland um einige kritische Angelegenheiten zu kümmern.“ Wohin er gereist
ist, dazu macht er keine Angaben.
Wine war bei den Wahlen im Januar zum zweiten Mal gegen den seit 40 Jahren
amtierenden Präsidenten Yoweri Museveni angetreten. Laut offiziellen
Ergebnissen [2][holte der 81-jährige Langzeitpräsident 72 Prozent der
Stimmen], während Wine mit 25 Prozent auf dem zweiten Platz landete. Noch
bevor die Stimmen ausgezählt waren, erklärte Wine, er werde die Ergebnisse
nicht anerkennen. Er beschuldigte die amtierende Regierung der
Wahlfälschung.
Noch bevor die Wahllokale an jenem 16. Januar schlossen, war Wine
abgetaucht. Polizisten und Soldaten stürmten am Tag nach der Wahl Wines
Haus am nördlichen Rand von Ugandas Hauptstadt Kampalas und [3][versuchten
ihn zu verhaften], vergeblich. Wine versteckte sich seitdem, meldete sich
lediglich mit Videobotschaften in sozialen Medien zu Wort.
Ugandas mächtiger Sicherheitsapparat hat nun knapp zwei Monate lang
[4][landesweit nach Wine gesucht]. Entlang sämtlicher Straßen, die aus der
Hauptstadt hinausführen, wurden Straßensperren errichtet, Fahrzeuge
durchsucht. „Ich danke den uniformierten Männern und Frauen, die sich den
illegalen Befehlen widersetzten und mir, anstatt mich zu verhaften, die
Informationen gaben, die ich brauchte, um mich in Sicherheit zu bringen“,
betont Wine in seinem Video.
## Die einst so agile Oppositionsbewegung ist zerschlagen
Vergangene Woche waren fünf Polizisten suspendiert worden, die am Wahltag
Wine bei seinem Besuch in seinem Wahllokal beschützen sollten und die ihn
offenbar auf dem Weg nach Hause entkommen ließen. Wine beschuldigt Ugandas
Armeechef und ältesten Sohn des Präsidenten, Muhoozi Kainerugaba, ihn
persönlich zu jagen.
Von seinem Versteck aus hatte sich Wine im Februar per Videoschalte an den
UN-Menschenrechtsrat in Genf gewandt und rief die Weltgemeinschaft auf,
wegen systematischen Menschenrechtsverletzungen Sanktionen gegen Präsident
Museveni und dessen Sohn Kainerugaba zu verhängen.
Wine betonte in seiner Botschaft, dass er „nach einer Weile“ nach Uganda
zurückkehren werde. Dann könne „das Regime mit mir machen, was es will –
letztlich auch vor den Augen der ganzen Welt“, so Wine.
Ob Ugandas Sicherheitsapparat ihn jedoch zurück ins Land lassen wird, ist
unklar. Mit der Flucht Wines ins Exil ist die einst so agile
Oppositionsbewegung Ugandas quasi zerschlagen worden. ein anderer,
einflussreicher Oppositioneller, Kizza Besigye, sitzt seit November 2024 im
Gefängnis, ist wegen Landesverrats angeklagt. Sein Gesundheitszustand sei
kritisch, betont dessen Frau.
15 Mar 2026
## LINKS
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## AUTOREN
(DIR) Simone Schlindwein
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persönlich.