# taz.de -- Nach Missbrauchsskandal in Sde Teiman: Anklage gegen israelische Soldaten fallengelassen
> In einer Haftanstalt in Israel soll ein palästinensischer Gefangener
> sexuell misshandelt worden sein. Der Fall sorgte nicht nur in Israel für
> Schlagzeilen.
(IMG) Bild: Immer wieder der Misshandlung palästinensischer Gefangener bezichtigt – das israelische Militär
dpa | Israels Militärstaatsanwaltschaft hat [1][die Anklage gegen fünf
Reservisten fallen gelassen, die beschuldigt worden sind, einen
palästinensischen Häftling in dem berüchtigten Militärlager Sde Teiman
schwer misshandelt zu haben]. Israelische Medien berichteten, die
Einstellung des Verfahrens folge „bedeutenden Entwicklungen“ seit der
Einreichung. Der Fall und ein in dem Kontext geleaktes Video sorgten in
Israel über Monate für Schlagzeilen.
Den Reservisten wurde vorgeworfen, 2024 einen mutmaßlichen Terroristen
[2][der islamistischen Terrororganisation Hamas] in dem Militärlager so
schwer sexuell misshandelt zu haben, dass er in ein Krankenhaus gebracht
werden musste. Sie hätten zuvor die Anweisung erhalten, den Häftling bei
seiner Ankunft in dem Lager nahe der Wüstenstadt Beerscheva zu durchsuchen,
teilte Israels Militär mit. Ihm seien dafür die Augen verbunden und Hände
und Fußgelenke gefesselt worden.
Besondere Brisanz gewann der Fall unter anderem auch, weil ein
Überwachungsvideo aus dem Militärlager an einen TV-Sender unter Zustimmung
der damaligen obersten Militäranwältin, Jifat Tomer-Jeruschalmi, geleakt
wurde. Das Video soll die Misshandlung des Häftlings zeigen. Auf den
Bildern der Überwachungskamera ist dies allerdings nicht eindeutig
sichtbar, da die Soldaten teilweise eine Art Mauer aus Schilden bildeten.
In der Begründung für die Einstellung des Verfahrens wird unter anderem
auch dieser Umstand genannt. „Die Aufnahmen der Überwachungskameras
vermitteln kein klares und eindeutiges Bild der den Angeklagten
vorgeworfenen Taten“, zitierte das Nachrichtenportal „ynet“ aus einem
Schreiben.
[3][Tomer-Jeruschalmi trat nach dem Leak aus dem Militär zurück, mehrere
andere Spitzenbeamte wurden suspendiert]. In einem Rücktrittschreiben
übernahm Tomer-Jeruschalmi die Verantwortung für das Weiterleiten des
Videos. Demnach soll sie der Veröffentlichung des Clips zugestimmt haben,
weil sie [4][„der falschen Propaganda gegen die Militärjustizbehörde
entgegentreten“] wollte. Ihr wird nun Behinderung des Ermittlungsverfahrens
vorgeworfen.
12 Mar 2026
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