# taz.de -- Vor den Wahlen in Baden-Württemberg: Hilferuf der süddeutschen Windbranche
> Unternehmen fordern bessere Einspeisevergütungen für Projekte in den
> Mittelgebirgen – ansonsten komme der Anlagenneubau im Ländle zum
> Erliegen.
(IMG) Bild: Es gibt sie trotz Klagen aus der Branche: Windräder in BaWü, hier im Remstal
Die Windbranche sieht den [1][Anlagenneubau in Baden-Württemberg] unter den
aktuellen Rahmenbedingungen vor dem Aus. In einem [2][„Forderungspapier
Wind an Land“] beklagen 22 betroffene Unternehmen wenige Tage vor der
Landtagswahl, dass der Südwesten angesichts der regional höheren
Projektkosten in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur keine Chance
mehr habe gegenüber den billigeren Windparks im Flachland.
Aus Sicht der Unternehmen, angeführt vom Freiburger Kommunalversorger
Badenova, missachtet der aktuelle Mechanismus des
Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) „zentrale Kostenfaktoren im Südwesten“.
Zu diesen gehörten einerseits die „höheren spezifischen Projektkosten durch
anspruchsvolle Topographie und Genehmigungsverfahren“ – etwa für
Erschließungswege, Kabeltrassen und durch die nötige Speziallogistik.
Zudem seien die Projekte, weil sie oft nur aus bis zu drei Anlagen
bestehen, aufwendiger in der Realisierung als große Parks in flacheren
Regionen. Entsprechend zeigen Analysen der Unternehmensberatung Enervis,
dass Baden-Württemberg in der aktuellen Ausschreibungsrunde vom Februar
vollständig leer ausgehen könnte. Aus Sicht der Branche wäre das ein „für
Baden-Württemberg katastrophales Ergebnis“.
Matthias Welss, kaufmännischer Geschäftsführer von Badenova Erneuerbare,
sagt: „Wenn die Bundesregierung in der [3][anstehenden EEG-Novelle] auf die
Besonderheiten von Windkraftparks in Baden-Württemberg keine Rücksicht
nimmt, steht der Windkraftausbau im Südwesten still.“
Unterzeichner des Positionspapiers sind unter anderen auch EWS Schönau und
regionale Versorger, Projektierer und auch Töchter der Konzerne Vattenfall
und Iberdrola.
## Wettbewerbsdruck auf die Windkraft
Hintergrund des gemeinschaftlichen Vorstoßes ist der enorme
Wettbewerbsdruck auf die Windkraft bei den EEG-Ausschreibungen, seit die
Genehmigungszahlen für Windparks bundesweit erheblich angestiegen sind. Da
sich immer mehr Projekte um die limitierten Ausschreibungen bewerben,
bekommen nur noch Bewerber einen Zuschlag, die sehr günstig anbieten
können.
Weil der Südwesten bei diesem Preiswettbewerb nicht mehr mithalten kann,
fordert die Windbranche von der Bundesregierung bei der ohnehin anstehenden
Novelle des Gesetzes einerseits eine Erhöhung der Ausschreibungsmenge, um
den Kostendruck auf die Projekte zu reduzieren. Dann könnten auch noch
Windparks zum Zuge kommen, die höhere Vergütungen brauchen, um rentabel zu
arbeiten.
Außerdem fordern die Unternehmen, dass die „Systemvorteile von
Windenergieanlagen im Südwesten“ durch höhere Vergütungen berücksichtigt
werden. Gemeint ist mit den „Systemvorteilen“, dass der Wind „im Süden
zeitlich anders als im Norden“ weht. Daher sei es „energiewirtschaftlich
und volkswirtschaftlich sinnvoll“, Windenergieanlagen auch im Süden zu
errichten.
Eine bevorzugte Behandlung im [4][EEG] erfahren Projekte im Süden bereits.
Über das sogenannte Referenzertragsmodell erhalten windschwache Standorte
einen Vergütungsbonus, der im Süden bis zum Faktor 1,55 reichen kann. Aber
diese Zuschläge reichen inzwischen offenbar nicht mehr aus, um die
Zusatzkosten auszugleichen, die durch das schwierige Gelände der
Mittelgebirge entstehen.
7 Mar 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Rechte-Anti-Windrad-Kampagne-in-Baden/!6137008
(DIR) [2] https://www.ews-schoenau.de/ews/presse/pressemeldungen/ews-unterzeichnen-forderungspapier-wind-an-land/
(DIR) [3] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158554
(DIR) [4] /Reform-des-Erneuerbare-Energien-Gesetzes/!6158819
## AUTOREN
(DIR) Bernward Janzing
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