# taz.de -- Strafvollzug Berlin: Polizei setzt auf Nasenarbeit
> Die JVA Tegel setzt seit Jahresbeginn zwei neue Diensthunde ein. Sie
> können Smartphones und SD-Karten in den Hafträumen erschnüffeln.
(IMG) Bild: Die Schäferhündin Limited findet Handys und USB-Sticks
Die belgische Schäferhündin „Limited“ zieht an ihrer Leine. Sie wirkt etwas
zappelig, möchte offenbar an einem Mikrofon schnuppern. Dann beißt sie in
die Leine und zerrt leicht daran. Ihr Hundeführer beugt sich zu ihr und
krault sie. „Du bist eine Spielemaus, ja, ja“, sagt er beiläufig.
Wie eine ganz normale Hündin sieht „Limited“ aus, dabei arbeitet sie für
die [1][Justizvollzugsanstalt Tegel]. Dort werden an diesem Donnerstag zwei
neue hauseigene Spürhunde vorgestellt: „Limited“ und „Elli“ können
Datenträger wie Mobiltelefone oder USB-Sticks erschnüffeln.
So unglaublich das klingt, es funktioniert. Das sagt zumindest
[2][Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU)]. Sie erklärt, die Hunde seien in
der Lage, bestimmte Materialien in den Speichermedien oder Smartphones zu
erschnuppern.
„Die Diensthundestaffel des Berliner Justizvollzugs wächst aus gutem
Grund“, meint Badenberg. Handys und andere Datenträger seien in der Anstalt
verboten, trotzdem wurden in Berliner JVAs allein 2025 über tausend Stück
gefunden. Die Hunde erkennen die verbotenen Gegenstände am Geruch und
könnten sie auch aufspüren, wenn diese geschickt versteckt werden, so
Badenberg.
## Enge Bindung zwischen Herrchen und Hund
Vor zwei Jahren wurden die ersten beiden justizeigenen [3][Spürhunde
vorgestellt. „Ria“ und „Tara“ sind auf Betäubungsmittel spezialisiert]. Die
Ausbildung von zwei weiteren Spürhunden sei geplant, heißt es. Eigentlich
sollte auch „Nino“ präsentiert werden, aber für diesen fehle derzeit ein
geeigneter Hundeführer, meint Justizsprecherin Eva Jobs. Ähnlich wie bei
menschlichen Beziehungen muss es eben funken.
Besonders sei, dass die Hunde nach Dienstschluss bei ihren Hundeführern
leben, erklärt Badenberg. So gehen sie eine sehr enge Bindung ein.
Gemeinsam mit ihren Hundeführern wurden die Tiere im Justizvollzug in
Nordrhein-Westfalen mehr als drei Monate ausgebildet, sagt Susanne Gerlach,
Leiterin der Abteilung für Strafvollzug. Die Hunderasse von „Limited“ und
„Elli“ besäße eine Neigung zu Spaß und Neugier. „Das sind Aspekte, die sie
veranlassen, diese Tätigkeit auszuüben.“
Schwieriger als Betäubungsmittel sind für sie laut Gerlach Datenträger zu
riechen. Dadurch erweise sich die Arbeit als fordernder. „Die Nasenarbeit
strengt die Hunde stärker an“, sagt sie.
## Arbeitsleine und Freizeitleine
Nur kurz können die Hunde vorgeführt werden, an größere Menschenmengen sind
sie nicht gewöhnt. Die Tiere wirken etwas aufgedreht, als sie mit ihren
Hundeführern den Raum betreten. Kein Wunder, denn sie werden begrüßt von
einer Front aus Kameras, Smartphones und Mikrofonen. Ganz schön anstrengend
für die Spürnasen.
Aber wie genau arbeiten die Tiere? Einer der Hundeführer erzählt, dass es
wissenschaftlich nicht ganz geklärt ist, was die Hunde riechen. Sie
erkennen wohl Stoffgruppen, die in Datenträgern verbaut werden. Wie das
Erschnuppern funktioniert, ist nicht bekannt. Fest steht: Wenn da etwas
versteckt ist, dann zeigen die Hunde das an.
Pro Durchgang schafften die Tiere zwei Räume, bevor sie eine Pause
brauchen, erklärt der Hundeführer. „Man darf nicht zu viel spielen, wegen
des Energieverlusts. Aber belohnt werden sie.“ Die Hunde wüssten außerdem,
wann sie arbeiten müssen. Das signalisiere ihnen eine „Arbeitsleine“. Im
Gegensatz dazu tragen sie jetzt eine „Freizeitleine“.
Der Erfolg der Hunde ist tagesformabhängig. „Die Leistungskurve geht wie
bei uns Menschen zum Ende der Woche leicht runter“, meint der Hundeführer.
„Jeder hat mal einen schlechten Tag“, sagt er schmunzelnd.
Insgesamt bleiben die Tiere während ihres Auftritts gefasst. „Elli“ richtet
ihren Blick immer wieder erwartungsvoll auf ihr Herrchen, „Limited“ streckt
sich nach einer Weile auf dem Boden aus.
Dann werden die Spürhunde weggebracht, das reicht erst mal. So eine
Pressekonferenz ist nicht ohne, aber auch das gehört für die Hunde wohl zum
Arbeitsalltag. Jetzt ist Feierabend.
6 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Martha Lippert
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