# taz.de -- DuMont übernimmt „Kölnische Rundschau“: Was Presse und Brauereien verbindet
       
       > DuMont hat die „Kölnische Rundschau“ übernommen. Es bleibt ein stolzer
       > Titel, aber sonst kaum Eigenes. Da gibt es Parallelen zu Bier.
       
 (IMG) Bild: „Egal ob Kölsch oder Pils, Einzeitungskreise sind heute die Regel“
       
       Die deutsche Zeitungsbranche schaut zur Abwechslung gerade mal einigermaßen
       optimistisch in die Zukunft. Das ist die gute Nachricht aus der
       „Trendumfrage 2026“ des Branchenverbands BDZV. Am optimistischen agiert
       derzeit [1][der Kölner Heinen-Verlag, der seine Kölnische Rundschau jetzt
       endgültig und komplett beim großen Bruder DuMont unterstellt und quasi in
       die ewigen Verlagsgründe eingeht].
       
       [2][DuMont] gibt in der Domstadt und Umgebung schon ewig den Kölner
       Stadt-Anzeiger heraus. Auf der Verlagsseite, also bei Druck, Vertrieb,
       usw., haben beide Verlage schon seit 1998 gemeinsame Sache gemacht. Jetzt
       wandert mit der Rundschau-Redaktion auch die journalistische Seite zu
       DuMont. Natürlich soll das Blatt dabei eigenständig bleiben. Bloß auf ein
       paar Redakteur:innen verzichten muss es natürlich auch. [3][Deswegen
       ist bei der Rundschau schon mal ordentlich gekündigt worden]. Hier droht
       die nächste Zombie-Zeitung zu entstehen. Es bleibt ein stolzer Titel, aber
       sonst kaum Eigenes.
       
       „Die deutsche Regionalpresse teilt schon seit Jahrzehnten das Schicksal der
       deutschen Brauereien. Immer mehr Journalismus kommt aus ein und demselben
       Redaktionskessel. Wie im Biermarkt wird am Ende die angebliche
       Angebotsvielfalt durch individuelle Etikettierung sichergestellt. Die Zahl
       der deutschen Zeitungstitel bleibt dabei mehr oder minder stabil. Die
       publizistische Vielfalt ist dagegen in den vergangenen Jahren dramatisch
       geschwunden.“
       
       (Offenlegung: [4][Dieser Absatz stand im Dezember 2012 exakt so schon mal
       in der taz]. Bloß mit Doppelpunkt hinter den Brauereien, weil es die
       Mitbewohnerin noch nicht gab.) „Krass, Textrecycling ist ja noch dreister
       als Gedankenstrich und Doppelpunkt“, sagt die Mitbewohnerin.
       
       ## Die Debatte hat klare Unwucht
       
       Doch egal ob Kölsch oder Pils, Einzeitungskreise sind heute die Regel, auch
       in vielen Großstädten. Und die „Konsolidierung“, lies Fusionitis der
       deutschen Presse, nimmt an Fahrt immer weiter zu. Die Spielregeln des
       Pressekartellrechts wurden immer großzügiger. Wenn nun ein kleiner lokaler
       Verlag geschluckt wird, gucken die Wettbewerbshüter mit oder ohne Bier von
       der Seitenlinie zu. Und das führe eben „zur Verstärkung von Fusionen auf
       der lokalen Ebene und zum Rückgang von Vielfalt“, sagte vergangene Woche
       Gunnar Kallfaß vom Bundeskartellamt bei einer Fachveranstaltung der Grünen
       Bundestagsfraktion.
       
       „Die Debatte darüber hat dabei eine klare Unwucht. Denn natürlich geht es
       eigentlich gar nicht um die Zukunft der Zeitungen, sondern um die Zukunft
       des Journalismus und der mit ihm verbundenen Marken. Dass die Verlage ein
       über Jahrzehnte höchst einträgliches Geschäftsmodell für das Bedrucken und
       Verteilen von Papier hatten, es mit dem für die digitale Welt aber immer
       noch hapert, ist hinreichend beschrieben.“ (Auch dieser Absatz ist 14 Jahre
       alt, was eine magische Zahl zu sein scheint.)
       
       Die Zukunft des Journalismus und die Medienvielfalt sind weiter bedroht.
       Eins immerhin hat die Branche begriffen. Print ist nicht mehr die Zukunft.
       Laut Trendumfrage 2026 rechnet die Mehrheit der Verlage jetzt mit dem Ende
       der gedruckten Zeitung bis 2040, also in den nächsten 14 Jahren.
       Hoffentlich hält die Rest-Rundschau so lange durch!
       
       2 Mar 2026
       
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