# taz.de -- Nach Veto der CDU gegen Ökonomin: Wirtschaftsweise kritisieren Aus für Malmendier
       
       > Der Sachverständigenrat bedauert die Nichtverlängerung ihres Mandats.
       > Kritik gibt es an der Rolle der Union und von Ministerin Reiche.
       
 (IMG) Bild: „I'll be back“: Ulrike Malmendier spricht bei der Vorstellung des Jahresgutachtens 2025/26 der Wirtschaftsweisen
       
       rtr | Die Wirtschaftsweisen ‌haben die Bundesregierung für das Ausscheiden
       ‌ihrer Kollegin Ulrike Malmendier kritisiert. „Mit großer Verwunderung und
       allergrößtem Bedauern nimmt der Sachverständigenrat Wirtschaft zur
       Kenntnis, dass das Mandat unserer Kollegin Ulrike Malmendier nach nur
       dreieinhalbjähriger Amtszeit nicht verlängert wurde“, heißt es in der am
       Sonntag veröffentlichten Stellungnahme. Der Sachverständigenrat, der die
       Bundesregierung berät, werde insbesondere ihren Blick von außen aus den USA
       auf Europa und ‌Deutschland vermissen.
       
       Malmendier, deren Mandat am 28. Februar ausgelaufen ist, teilte mit, sie
       sei besonders stolz darauf, die von ihr entwickelte und von allen
       RatskollegInnen befürwortete Frühstart-Rente in die Debatte um die
       kapitalgedeckte Altersvorsorge und mehr Generationengerechtigkeit
       eingebracht ‌zu haben. Sie stehe weiter für „die Politikberatung in
       Deutschland und Europa zur Verfügung“, betonte die an der University of
       California in Berkeley lehrende Finanzmarktökonomin und fügte hinzu: „I’ll
       be back!“
       
       Das Aus für Malmendier war zuvor im Bundesfinanzministerium auf
       Unverständnis und Kritik gestoßen. „Es ist nicht nachvollziehbar, wieso
       eine herausragende Ökonomin, noch dazu eine mit sehr starkem
       internationalen Profil, das Gremium verlassen muss“, hieß es aus dem
       SPD-geführten Ministerium. Malmendier sei zudem immer eines ‌der Mitglieder
       des Beratungsgremiums gewesen, ‌das Positionen zusammengeführt habe. „Dies
       ist kein guter Umgang mit einer renommierten Wirtschaftswissenschaftlerin
       und auch nicht in der Regierung.“
       
       ## Union kann NachfolgerIn vorschlagen
       
       Hintergrund ist, dass die Union das Vorschlagsrecht für die Besetzung
       dieser Position hat. Vor allem Bundeswirtschaftsministerin Katherina
       ‌Reiche (CDU) soll sich für eine Ablösung ausgesprochen haben, was das
       ‌Kanzleramt unterstützte. Die CDU soll nach Informationen des Handelsblatts
       für die Nachfolge Malmendiers offenbar eine Präferenz für den Wiener
       Ökonomen Gabriel Felbermayr und die Ökonomin Nicola Fuchs-Schündeln haben.
       2027 läuft die Amtszeit einer ‌weiteren Wirtschaftsweise aus, der
       Konservativen Veronika Grimm. Für ⁠diese Position hat die SPD dann das
       Vorschlagsrecht.
       
       1 Mar 2026
       
       ## TAGS
       
 (DIR) Wirtschaftsweisen
 (DIR) Katherina Reiche
 (DIR) Ökonomie
 (DIR) Feiertage
 (DIR) Wirtschaftsweisen
 (DIR) Bundesregierung
       
       ## ARTIKEL ZUM THEMA
       
 (DIR) Deutschlands Wirtschaftskrise: Wirtschaftsweiser gegen schnellere Steuersenkung für Firmen
       
       Um die Wirtschaft anzukurbeln, fordern manche, die Körperschaftsteuer
       schneller zu senken und Feiertage zu streichen. Der Ökonom Truger lehnt
       beides ab.
       
 (DIR) Stagnation: Wirtschaftsweise senken Wachstumsprognose auf 0,0 Prozent
       
       Das wirtschaftliche Beratergremium der Bundesregierung hat seine
       Konjunkturprognose für 2025 abgesenkt. Doch es gibt auch Grund zur
       Hoffnung.
       
 (DIR) Ökonomin Veronika Grimm: 4 gegen 1 bei den Wirtschaftsweisen
       
       Es kriselt bei den wichtigsten ökonomischen BeraterInnen der
       Bundesregierung: Die Ökonomin Veronika Grimm soll das Gremium der
       Wirtschaftsweisen verlassen.