# taz.de -- Doku „EPiC: Elvis Presley in Concert“: Dem Glanz des Kings huldigen
> „EPiC: Elvis Presley in Concert“ von Baz Luhrmann zeigt den Star im Jahr
> 1969 live in Las Vegas. Die Shows waren der Höhepunkt seiner Karriere.
(IMG) Bild: Schweißperlen strahlen dich an: der echte Elvis in „EPiC“
Spätestens mit „Moulin Rouge!“ (man beachte das Ausrufezeichen im
englischen Originaltitel) hatte der australische Regisseur Baz Luhrmann
seinen Stil gefunden: Glamour! Exzess! Pathos! Camp! 20 Jahre später hatte
er dann auch die Persönlichkeit gefunden, deren Leben er erstaunlicherweise
noch überlebensgrößer und exzentrischer auf die Leinwand brachte, als es in
Wirklichkeit ohnehin war: Elvis Presley.
Schlicht und ergreifend [1][„Elvis“ hieß das zweieinhalb Stunden lange
Epos], das aus allen Nähten zu platzen drohte und Austin Butler zum Star
machte. Ganz abgeschlossen hat Luhrmann mit dem Thema noch nicht, in Jahren
der Recherche hat er enorme Mengen an Material über Elvis zusammengetragen,
vermutlich jeden Zeitungsartikel, jedes Foto, alle Fernseh- und
Filmaufnahmen, die im Laufe seiner Karriere von Elvis gemacht wurden,
gesichtet.
Aus dem Material hat Luhrmann nun den Dokumentarfilm „EPiC: Elvis Presley
in Concert“ geformt, eine Collage, eine Hommage, die keinen Funken Distanz
zu ihrem Subjekt aufweist, sondern dem Glanz von Elvis unverhohlen huldigt.
Die ersten fünfzehn, zwanzig Minuten liefern einen kurzen Abriss über
Elvis’ frühe Karriere, die ersten Erfolge, die unfreiwillige Pause, die
durch [2][den in Deutschland abgeleisteten Wehrdiens]t nötig wurde. Zurück
in den USA folgte in den 60er Jahren der Weg nach Hollywood, wo Elvis
innerhalb eines Jahrzehntes sagenhafte 27 Filme drehte und so gut wie nie
auf der Bühne stand.
## Proben im grellbunten Hawaiihemd
Genau das sollte sich dann Ende der 60er ändert, ausgerechnet in Las Vegas,
jener in der Wüste hochgezogenen Konstruktion, eine Stadt, in der es nur
ums Geld und ums Spielen, um Konsum und Sex geht. Im gerade neu eröffneten
International Hotel begann Elvis im Juli 1969 ein wochenlanges Engagement
und spielte fünf Tage die Woche zwei stets ausverkaufte Shows.
Die Aufnahmen von diesen Konzerten wurden schon 1970 im Konzertfilm „Elvis
– That’s the Way It Is“ verwendet, Luhrmann hat sie restaurieren und auf
den neuesten Stand der Technik bringen lassen, optisch, vor allem aber
akustisch. Zu den Bildern von den Konzerten kommen Aufnahmen von den
Proben, erst in kleiner Besetzung, später mit Bigband und Begleitsängern.
Trägt Elvis während der Auftritte meist seinen legendären, bis zum
Bauchnabel offenen weißen Anzug, hat er während der Proben lässige,
grellbunte Hawaiihemden an. Doch auch hier, mit ins Gesicht fallenden
Haaren, so normal wie jemand wie Elvis eben aussehen kann, hängen die
Musiker an seinen Lippen, ist in jedem Moment die Begeisterung, die
Faszination zu spüren, mit dieser lebenden Legende in einem Raum zu sein.
Eine Begeisterung, die später auch im Publikum zu spüren und zu sehen ist,
bei den männlichen Gästen, vor allem aber bei den weiblichen.
## Alles sollte spontan wirken
„Spielt jeden Song so, als wäre es das erste Mal“, hatte Elvis seiner Band
mit auf den Weg gegeben: Kein Song sollte sich routiniert einhören, alles
sollte spontan wirken, auch wenn die Gags und Gesten, das Zwinkern mit
einer Frau in der ersten Reihe, die scheinbaren Pannen fraglos ebenso zum
Repertoire gehörten wie Hits wie „In the Ghetto“, „Love Me“ oder
„Suspicious Minds“.
Auch ein halbes Jahrhundert später wirken diese Auftritte noch frisch und
mitreißend, geprägt von einer damals vermutlich unerhört wirkenden
unmittelbaren Sexualität, aber auch musikalisch außerordentlich.
Im frühen Las-Vegas-Elvis hat Baz Luhrmann sein ideales Sujet gefunden,
eine unsterbliche Ikone, einen der begnadetsten Entertainer des 20.
Jahrhunderts. Kein Wunder, dass die späteren Jahre, als Elvis durch
jahrelangen Tablettenmissbrauch aufgedunsen über die Bühne wankte, in
„EPiC: Elvis Presley in Concert“ keine Rolle spielen. Diese unschöne
Realität hätte dieser wunderbaren Hagiografie auch nur im Wege gestanden.
26 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Michael Meyns
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