# taz.de -- Marode Hochschulen in Berlin: Uni-Präsident*innen fordern Verbesserungen
       
       > Mit einer eigenen Baugesellschaft will der Senat die Hochschulgebäude
       > sanieren und effizienter bauen. Noch ist die Kritik an der Ausgestaltung
       > groß.
       
 (IMG) Bild: Am marodesten von allen Berliner Universitäten ist die TU
       
       Wenn es durchs Dach regnet oder der Putz von der Hörsaalwand bröckelt,
       wird's schwierig mit dem Studieren und Forschen. Dass Berlin dringend etwas
       tun muss gegen seine [1][maroden (teils abgesperrten, weil nicht mehr
       nutzbaren), sanierungsbedürftigen Hochschulgebäude], darüber sind sich am
       Montag im Wissenschaftsausschuss alle einig. Auch gegen die vom Senat
       vorgeschlagene Lösung gibt es an sich keinen Widerspruch. Eine
       Hochschulbaugesellschaft soll endlich den Sanierungsstau beseitigen – und
       neu bauen. An der Technischen Universität (TU) zum Beispiel haben 96
       Prozent der Gebäude einen kurz- oder mittelfristigen Sanierungsbedarf.
       
       „Die Baugesellschaft ist notwendig und wichtig“, betont denn auch Julia von
       Blumenthal, Präsidentin der Humboldt Universität (HU) in der Anhörung zu
       dem [2][Gesetzentwurf für die Hochschulbaugesellschaft] im Ausschuss. „Doch
       sie sollte auch so ausgestaltet sein, dass sie den Bedürfnissen der
       Hochschulen dient“, sagt sie und trägt ihre Kritik vor. Offen sei etwa, wie
       von der Baugesellschaft gebaute Gebäude dann den Hochschulen übergeben und
       wie Mietverträge abgeschlossen würden. Den Unis die Miete dann in Rechnung
       zu stellen, das sei „ein weiterer massiver Kürzungsprozess“, sagt von
       Blumenthal. „Ich gehe mal davon aus, dass keine der hier aktuell für eine
       Koalition in Frage kommenden Parteien daran ein Interesse haben.“
       
       Die Hochschulbaugesellschaft könne auch nicht in die Struktur- und
       Entwicklungsplanung einsteigen. „Das machen wir in den Hochschulen“, sagt
       die HU-Präsidentin. Auch die Verantwortung für Instandhaltung,
       Gebäude-Management und kleinere Baumaßnahmen müsse in der Verantwortung der
       Hochschulen bleiben, und Mitarbeiter*innen der Hochschulen dürften
       nicht zu einem Wechsel in die Gesellschaft gedrängt werden. Hier sei noch
       vieles zu klären.
       
       „Ja, wir waren enttäuscht über den Gesetzesentwurf“, sagt von Blumenthal,
       sowohl darüber, wie die Gesellschaft gegründet werden sollte als auch über
       die Inhalte. Sie fordert mehr Mitbestimmung, und zwar im Aufsichtsrat und
       im Vorstand. Auch Geraldine Rauch, Präsidentin der Technischen Universität
       (TU) führt aus, dass der jetzige Entwurf in dieser Form „untragbar“ sei.
       Angesichts [3][der vom Senat aufgekündigten Hochschulverträge und dem nun
       aus ihrer Sicht unbefriedigenden] Gesetzesentwurf ist mehrfach von
       Vertrauensverlust der Hochschulen in die Politik die Rede.
       
       ## Teure Verschleppung
       
       Schon jetzt [4][sei der Status quo] für Berlin und die
       Steuerzahler*innen „unfassbar“, sagt von Blumenthal: Nicht nur weil
       die Sanierungen so lang verschleppt worden seien und daher alles noch
       teurer geworden sei, sondern auch weil die Hochschulen jetzt parallel Räume
       anmieten müssten.
       
       Laut [5][einem Gutachten von 2018 betrug der Sanierungsbedarf] an den
       Hochschulen damals 3,2 Milliarden Euro. Inzwischen gehe man von rund 8
       Milliarden aus, sagt Tobias Schulze, Fraktionsvorsitzender der Linkspartei
       im Abgeordnetenhaus und ihr Sprecher für Wissenschaft und Forschung. Das
       Gesetz sei nötig, sagt auch er, denn anders könne das Land die
       Investitionen nicht stemmen.
       
       „Aber wenn nicht geklärt ist, wie das Mieter-Vermieter-Modell am Ende
       aussieht, dann ist das Gesetz eine Hülle ohne Inhalt“, sagt er. Zu guter
       Politik gehöre, ein Gesetz zu machen, bei dem „man weiß, wie es umgesetzt
       wird“, meint er, das sei hier nicht der Fall, und „dann warten wir lieber
       noch“.
       
       HU-Präsidentin von Blumenthal sowie weitere Vertreter*innen der
       Hochschulen plädieren dagegen im Ausschuss entschieden dafür, das Gesetz zu
       überarbeiten und vor Ende der Legislaturperiode auf den Weg zu bringen.
       „Eine zeitliche Verzögerung können wir uns nicht leisten“, sagt sie. Sie
       setze darauf, dass Senat oder Abgeordnetenhaus den Entwurf nun zügig
       verbessern.
       
       23 Feb 2026
       
       ## LINKS
       
 (DIR) [1] /Berliner-Hochschulen-/!6057227
 (DIR) [2] https://www.parlament-berlin.de/ados/19/WissForsch/vorgang/wf19-0177-v.pdf
 (DIR) [3] /Haushaltsdefizit-in-Berlin/!5982959
 (DIR) [4] /Berliner-Hochschulen-muessen-sparen/!6129368
 (DIR) [5] /Marode-Berliner-Hochschulen/!5522413
       
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 (DIR) Uta Schleiermacher
       
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