# taz.de -- Sondersitzung zu Gasreserven: Ministerin Reiche sieht Versorgung gesichert
       
       > In einer Sondersitzung des Bundestags-Wirtschaftsausschusses ging es um
       > die Gasspeicher-Reserven. Die Wirtschaftsministerin spiele Risiken
       > herunter, kritisieren die Grünen.
       
 (IMG) Bild: Sieht keinen Anlass für staatliche Eingriffe bei der Gasversorgung: Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche
       
       Bundeswirtschaftsministerin [1][Katherina Reiche (CDU)] sieht keinen Anlass
       für staatliche Eingriffe bei der Gasversorgung – weder aktuell noch mit
       Blick auf den kommenden Winter. Das sagte sie nach Angaben von
       Teilnehmer:innen bei der nicht öffentlichen Sondersitzung des
       Bundestagsausschusses Wirtschaft und Energie am Dienstagnachmittag.
       
       Die grüne Bundestagsfraktion hatte Reiche wegen der geringen deutschen
       Gasreserven vor den Ausschuss zitiert. Der größte deutsche Gasspeicher in
       Rehden war am Dienstag nur noch knapp über 6 Prozent gefüllt, bundesweit
       liegt der Füllstand aktuell bei 22,4 Prozent. [2][Schon im Sommer hatte die
       Energiebranche vor möglichen Engpässen bei einem sehr kalten Winter
       gewarnt.] Durch den Krieg in der Ukraine hat sich der Energiemarkt
       geändert. Anders als früher sinken die Preise im Sommer nicht. Deshalb
       haben die Händler kein Interesse daran, Lagerbestände aufzubauen, die sie
       im Winter zu höheren Preisen verkaufen können.
       
       Aus diesem Grund sind die Speicher jetzt im Vergleich zu anderen Jahren
       stark geleert. Laut Wirtschaftsministerium ist die Versorgung wegen der
       Möglichkeit von LNG-Importen und zur Verfügung stehenden Gasspeichern in
       Nachbarländern gesichert. Trotzdem wird die Versorgungslage von vielen als
       angespannt empfunden. [3][Außerdem bestehen Sorgen, ob für den kommenden
       Winter eine ausreichende Wiederbefüllung der Speicher erfolgt.] Dazu sollte
       Reiche bei der Sondersitzung Stellung nehmen.
       
       „Die Erklärungen der Ministerin waren unbefriedigend“, sagte der
       Bundestagsabgeordnete und frühere grüne Wirtschaftsstaatssekretär Michael
       Kellner der taz. „Sie spielt die bestehenden Risiken herunter.“ Die
       Ministerin habe keinen Plan für den Fall vorgelegt, dass sich die
       angespannte Lage weiter zuspitzt. Sie setze bei der Gasversorgung stark auf
       US-amerikanisches LNG und habe kein Problem mit der entstehenden
       Abhängigkeit und den Gefahren, die angesichts der unberechenbaren Politik
       von US-Präsident Donald Trump damit verbunden sind, kritisierte Kellner.
       Bei der Wiederbefüllung der Speicher will Reiche ausschließlich auf den
       Markt setzen. Auch das hält Kellner für riskant.
       
       ## Problem Wiederbefüllung
       
       Der energiepolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag Jörg Cezanne
       sieht trotz niedriger Gasspeicherfüllstände derzeit keine
       Versorgungsprobleme. „Sich allerdings wie die Bundesrepublik darauf zu
       verlassen, dass die Marktteilnehmer am Speichergasmarkt und lieferfähige
       internationale Anbieter das im laufenden Jahr von alleine lösen, erscheint
       mir dem Problem nicht angemessen“, sagte auch er.
       
       Auch der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist der
       Auffassung, die Versorgung sei in diesem Winter gesichert. „Die eigentliche
       Herausforderung liegt in der rechtzeitigen und ausreichenden Befüllung der
       Speicher vor dem nächsten Winter“, betonte BDEW-Chefin Kerstin Andreae.
       
       Was die Bundesregierung zur Absicherung von möglichen Gaskrisen etwa
       aufgrund von Angriffen auf die Infrastruktur unternimmt, ist unklar. Das
       Wirtschaftsministerium prüft derzeit, wie ein „zusätzliches Instrument“
       dafür aussehen könnte.
       
       18 Feb 2026
       
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