# taz.de -- Festnahmen bei Nawalny-Gedenken: Angst vor einem toten Mann
> Mindestens 19 Personen wurden festgenommen, weil sie des Oppositionellen
> Nawalny gedachten. Selbst im Jenseits sieht der Kreml in ihm eine
> Bedrohung.
(IMG) Bild: Das Bild eines Toten: Gedeneken am Todestag von Alexej Nawalny, hier in Krakau, Polen
Es gibt sie also noch in Russland, auch wenn sie nur wenige sind: Menschen,
die es sich nicht nehmen ließen, am Montag an den vor zwei Jahren in Haft
getöteten [1][Oppositionellen Alexei Nawalny zu erinnern]. Sie wissen,
welches hohe Risiko sie eingehen. Einen Blumenstrauß niederzulegen, kann
schlimmstenfalls im Gefängnis enden. Wer von dort – wenn überhaupt – lebend
zurückkehrt, ist für den Rest des Lebens gezeichnet.
Auch am Montag wurden mindestens 19 Personen festgenommen, weil sie
Nawalnys gedachten. Das sagt viel aus über ein Regime, das sogar vor einem
Toten Angst hat – nach dem Motto: Die Bedrohung lauert auch noch im
Jenseits. Gleichzeitig wird von offizieller Seite behauptet, Nawalny habe
im gesellschaftspolitischen Leben Russlands doch ohnehin keinerlei
gesellschaftspolitische Rolle gespielt. Noch Fragen? Eben.
Genauso entlarvend sind die Einlassungen von Wladimir Putins Pressesprecher
Dmitri Peskow. Anschuldigungen, der Kremlkritiker sei in der Haft vergiftet
worden, entbehrten jeder Grundlage und würden zurückgewiesen, teilte Peskow
der Öffentlichkeit mit.
Dümmer und dreister zu lügen – in der Causa Nawalny beileibe nicht zum
ersten Mal – das geht kaum noch. Dass bei dem Ableben Nawalnys nachgeholfen
wurde, dürfte mittlerweile hinlänglich bewiesen sein – nicht zuletzt durch
[2][die jüngst veröffentlichten Untersuchungsergebnisse unabhängiger
Speziallabors]. Dabei hat der Einsatz von Gift, um unbequeme
Zeitgenoss*innen für immer zum Schweigen zu bringen, unter [3][Wladimir
Putin Methode] – auch im Ausland. Die Liste der Opfer ist lang, Nawalny –
schon im August 2020 nach einem Anschlag mit Nowitschok nur knapp dem Tod
entronnen – dürfte nicht der letzte Fall dieser Art gewesen sein.
Übrigens: In einer gemeinsamen Erklärung haben fünf westeuropäische
Staaten, darunter auch Deutschland, erklärt, man gehe davon aus, dass
Nawalny mit einem tödlichen Toxin vergiftet worden sei. Die USA sucht man
in dieser Gruppe vergeblich. Das lässt tief blicken – in einem Abgrund.
17 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Barbara Oertel
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(DIR) Alexei Nawalny
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Pfeilgiftfröschen verwendet haben.