# taz.de -- Serie „Monarch: Legacy of Monsters“: Godzilla und King Kong, aber anders
> Die Apple-Serie „Monarch: Legacy of Monsters“ schreibt das
> Godzilla-King-Kong-Universum fort – mit Großstadt-Hipstern statt Militär.
(IMG) Bild: Anna Sawai als Grundschullehrerin Cate Randa in „Monarch: Legacy of Monsters“
Was passiert eigentlich, nachdem Godzilla oder ein anderes
[1][schreckenerregendes Monster] eine Großstadt heimgesucht und komplett
zerlegt hat?
Eine Antwort darauf gibt die Apple-Serie „Monarch: Legacy of Monsters“,
deren zweite Staffel jetzt startet. Nachdem Godzilla da war, ist San
Francisco eine postapokalyptische, in weiten Teilen gesperrte Zone. Ganz
langsam geht der Wiederaufbau der Stadt voran.
Piktogramme mit Godzilla-Zeichnungen für mögliche Fluchtwege säumen
öffentliche Gebäude und Straßen. Sie sind auch in Tokio zu sehen, wo im
Notfall Alarm gegeben wird, falls wieder ein Monster auftaucht.
Die erste Staffel der Serie schließt an den Film „Godzilla vs. Kong“ (2021)
an. Nur erzählt die Spin-off-Serie aus dem „Legendary
Pictures/Monsterverse“, das seit 2014 fünf actiongeladene Spielfilme rund
um Godzilla und King Kong ins Kino brachte, nicht von geheimnisvollen
Wissenschaftlern und selbstgefälligen Militärs, die in der Gegend
rumballern. Stattdessen geht es um hippe Großstädter: die queere
Grundschullehrerin Cate Randa (Anna Sawai) aus der Bay Area, den jungen
Künstler Kentaro (Wan Tanabe) aus Tokio und die junge schwarze Hackerin May
(Kiersey Clemons).
## Familiendramen neben Monstergrusel
Oft sind [2][Spin-off-Serien] großer Action-Blockbuster wie „WandaVision“
von Marvel oder die HBO-Serie „The Penguin“ aus dem Batman-Universum die
anspruchsvolleren Erzählungen. Das gilt auch für „Monarch: Legacy of
Monsters“, wo neben dem Monstergrusel komplizierte Familiendramen,
antiasiatischer Rassismus in den USA und das Sozialleben im Ausnahmezustand
verhandelt werden.
In der jetzt angelaufenen zweiten Staffel wird das zwar deutlich
actionmäßiger inszeniert inklusive eines tentakelbewehrten Riesensauriers,
gegen den King Kong und Godzilla wie Pennäler aussehen. Aber über weite
Strecken der Handlung wird um familiäre Abhängigkeiten, emotionale
Enttäuschungen und verpasste Lebenschancen gestritten.
Die Serie spielt auf zwei Zeitebenen, in den 1950er Jahren und heute, wobei
es vor allem um Entstehung und Entwicklung der staatlichen
Monsterüberwachungs- und Forschungsbehörde Monarch geht.
Die hat in der Gegenwart heftige Konkurrenz aus der Privatwirtschaft
bekommen. Wobei die staatliche Stelle eher forscht und die globalen
Wanderwege der Riesenmonster untersucht, um zu einer Koexistenz zu kommen.
Die Privatwirtschaft würde die Ungeheuer [3][gerne kontrollieren und
waffentechnologisch verwerten.]
Garniert wird das mit Hollywood-Legende Kurt Russell, der zu Beginn von
Staffel eins von der Hipster-Truppe sogar aus einem Altenheim befreit wird.
In den in den 50er Jahren angesiedelten Rückblenden spielt Russells Sohn
Wyatt den damals jungen Armee-Haudegen Lee Shaw, der dort eine Romanze mit
der Großmutter von zweien der jungen Hipster hatte.
Auch wenn sich Staffel zwei von „Monarch: Legacy of Monsters“ etwas
klassischer dem Action-Genre zuwendet (in Foren mutmaßen Fans schon, ob
Godzilla, King Kong oder sogar beide dem Riesensaurier im finalen Fight
gegenüberstehen), ist der Zehnteiler doch wohltuend komplexer als die
bellizistische Kinofassung, die 2027 ihre Fortsetzung erleben wird.
10 Mar 2026
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## AUTOREN
(DIR) Florian Schmid
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