# taz.de -- Grenzgebiet zwischen Mexiko und USA: USA sperren Luftraum über El Paso
> Im Grenzgebiet zwischen den USA und Mexiko ordneten die Behörden ein
> Flugverbot an, um Drogenkartelle zu bekämpfen. Die Maßnahme ist
> ungewöhnlich.
(IMG) Bild: Kurzzeitige Schließung des Luftraums: Nichts ging mehr am Flughafen in El Paso im Bundesstaat Texas
Ein plötzliches Flugverbot. Ein Laser zur Drohnenbekämpfung. Und eine
fehlende Koordination zwischen den US-amerikanischen Behörden. Es war eine
Gemengelage, die am Mittwoch im US-mexikanischen Grenzgebiet für Sorgen und
Ärger sorgte. Die US-Luftfahrtbehörde FAA erließ in den frühen
Morgenstunden ein zehntägiges Flugverbot für den Luftraum um die texanische
Stadt El Paso. Die genauen Hintergründe für das plötzliche Verbot wurden
von der Behörde zunächst nicht genannt.
Aus den anfänglich zehn Tagen wurden am Ende nur wenige Stunden – nachdem
die Trump-Regierung erklärt hatte, dass der Grund für das temporäre
Flugverbot die Bekämpfung von Drohnen der [1][mexikanischen Drogenkartelle]
gewesen sei, die in den US-Luftraum eingedrungen waren. Im Grenzgebiet
kommt dies allerdings nahezu tagtäglich vor.
Laut mehreren anonymen Regierungsquellen, die in den US-Medien zitiert
wurden, habe das Verteidigungsministerium der Grenzschutzbehörde CBP in
dieser Woche die Erlaubnis erteilt, einen Anti-Drohnen-Laser zur Abwehr der
feindlichen Flugkörper einzusetzen. Die FAA schloss daraufhin aus
Sicherheitsgründen den Flugraum über El Paso.
Das Problem dabei sei jedoch eine fehlende Koordination und Kommunikation
zwischen Behörden gewesen. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press und
andere Medien berichten, soll sich die Grenzschutzbehörde entschlossen
haben, den Laser ohne vorherige Absprache mit der Luftfahrtbehörde
einzusetzen. Ein entsprechendes Treffen zwischen den Behörden über die
möglichen Auswirkungen und Risiken des Lasers für die kommerzielle
Luftfahrt war für diesen Monat bereits angesetzt.
## US-Kongress will mehr Informationen
Das Resultat der fehlenden Kommunikation waren Flugausfälle und genervte
Passagiere. Die Schließung eines kompletten Flugraums und eines Flughafens
ist eine äußerst ungewöhnliche Maßnahme, besonders in einem Gebiet, in dem
mehr als 700.000 Menschen leben.
Aus dem US-Kongress gab es besorgte Stimmen über das ungewöhnliche Vorgehen
der Behörden. Der texanische Senator Ted Cruz, der zugleich der Vorsitzende
des Transportausschusses im Senat ist, erklärte, dass er eine Erklärung der
FAA zum Vorfall verlangen werde. Die demokratische Abgeordnete Veronica
Escobar, die den Wahlkreis El Paso vertritt, erklärte, dass weder ihr Team
noch die lokalen Behörden im Voraus über die Schließung des Luftraums
informiert wurden.
„Die Informationen der Bundesregierung sind widersprüchlich. Ich bin der
Ansicht, dass die FAA der Bevölkerung und dem Land eine Erklärung schuldet,
warum diese Maßnahme so plötzlich und unerwartet verhängt und wieder
aufgehoben wurde“, sagte Escobar im Anschluss auf einer Pressekonferenz.
Die fehlende Koordination zwischen dem Verteidigungsministerium und der
Luftfahrtbehörde weckt Erinnerungen an den tragischen Zusammenstoß eines
Militärhelikopter und eines Passagierflugzeugs in der US-Hauptstadt
Washington vor etwas mehr als einem Jahr. Dabei kamen 67 Menschen ums
Leben.
## Lage bleibt undurchsichtig
Die Untersuchungsbehörde NTSB erklärte in ihrem Unfallbericht, dass sich
die FAA und das US-Militär über die alarmierende Anzahl von Beinaheunfällen
rund um den Flughafen der Hauptstadt nicht ausgetauscht hätten und die
Risiken dadurch nicht adressiert wurden. Die NTSB schlussfolgerte, dass der
Zusammenstoß komplett vermeidbar gewesen wäre.
Eine Bestätigung der Regierungsversion kam vom amerikanischen
Verkehrsminister Sean Duffy. Zudem sagte er, dass Drohnen der mexikanischen
Kartelle beim Einsatz „neutralisiert“ worden seien. Der stellvertretende
Leiter des Drohnenabwehrprogramms im US-Heimatschutzministerium, Steven
Willoughby, erklärte bereits im Juli vor dem Kongress, dass Kartelle fast
täglich Drohnen einsetzen, um Drogen über die Grenze zu transportieren und
Grenzschutzbeamte auszuspionieren. In den letzten sechs Monaten des Jahres
2024 seien mehr als 27.000 Drohnen im Grenzgebiet geortet worden.
Die [2][mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum] dagegen scheint keine
weiteren Informationen über Drohen im Grenzgebiet zu haben. Zumindest
machte sie vor Journalisten dazu nichts öffentlich.
12 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Hansjürgen Mai
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