# taz.de -- Florian Warweg wechselt zur „OAZ“: Holger Friedrichs Jungpionier
> Erst RT und die Nachdenkseiten, nun Holger Friedrichs neues ostdeutsches
> Blatt: Florian Warweg wird parlamentarischer Berichterstatter der „OAZ“.
(IMG) Bild: Holger Friedrichs Berliner Verlag expandiert nach Osten
Es mangelt nicht an kritischen Stimmen, die Florian Warweg eine
kremlfreundliche Berichterstattung vorwerfen. Zu den biografischen
Stationen des gebürtigen Magdeburgers gehören eine langjährige Tätigkeit
beim Propagandakanal RT Deutsch (früher Russia Today) sowie eine
Korrespondentenrolle [1][beim Verschwörungsblog „Nachdenkseiten“], das
immer wieder die russischen Kriegsverbrechen relativiert.
Nun soll Warweg für die demnächst erscheinende Ostdeutsche Allgemeine
Zeitung (OAZ) die bundespolitische Berichterstattung übernehmen – das neue
Medienprojekt [2][von Holger Friedrich, Eigentümer der Berliner Zeitung],
der ebenfalls eine kaum gebändigte Faszination für Autokraten wie Putin zu
haben scheint.
Friedrich persönlich habe ihn angerufen, schrieb Warweg im Januar auf den
„Nachdenkseiten“, „der Ossi in mir brannte umgehend für dieses gewagte und
anspruchsvolle Projekt“. Dennoch sei er über Wochen hin- und hergerissen
gewesen: „Schlussendlich gewann dann der ‚Abenteurer‘ (und Jungpionier) in
mir.“
Ein paar Tage später veröffentlichten die „Nachdenkseiten“ Leserpost zu
Warwegs Abgang, durchweg voller Elogen. Zwei Warweg-Anhänger aus dem Westen
äußern die Erwartung, dass der Reporter „weiterhin unerschöpfliche Energie
und den unverändert unbändigen Willen“ zeige, „gegen die etablierten
Propagandisten in den westdeutschen Medien ein deutliches Zeichen zu
setzen“.
Verlinkt auf der Homepage ist die Einladung zum letzten Gesprächskreis der
„Nachdenkseiten“ mit Warweg. Darin heißt es, Warweg fungiere in der
Bundespressekonferenz „nicht als neutraler Chronist, sondern als
advokatischer Fragesteller“. Er sei ein „Wahrheits-Störfaktor“, demaskiere
den „militärisch-industriellen Komplex“.
## Eher Querulant
Seine Rolle in der Bundespressekonferenz soll er nun offenbar im Auftrag
der OAZ fortführen. Dort ist er zwar kein Mitglied, hat sich aber Teilnahme
und Fragerecht vor Gericht erkämpft. Kolleg:innen im Verein der Berliner
Parlamentsberichterstatter erzählen der taz, sie nähmen Warweg eher als
Querulanten denn als professionellen Fragesteller wahr. Einige hoffen,
dass, wenn Warweg so weitermacht, man ihn wegen vereinsschädigendem
Verhalten ausschließen könne.
Sowohl Holger Friedrichs Berliner Verlag als auch der [3][für die OAZ
neugegründete Ostdeutsche Verlag] werden wegen ihrer Russland-Positionen
zunehmend kritisch beobachtet. Die Verpflichtung von Florian Warweg ist
dafür nur ein zusätzliches Indiz für diese publizistische Nähe. Der
Ostdeutsche Verlag sieht das wohl anders: Warwegs bisherige journalistische
Arbeit sei „durchweg einwandfrei“ gewesen, erklärt er in einem Beitrag auf
der Webseite.
OAZ-Chefredakteur Dorian Baganz behauptet in der Berliner Zeitung, eine
„westdeutsch geprägte Medienlandschaft“ thematisiere „die negativen Folgen
von Aufrüstung und Ukrainehilfe“ nicht laut genug. „Bei der OAZ werden wir
ohne diesen Bias berichten.“ Im Zusammenhang mit dem Einsatz von Warweg
schreibt er, diese Art der Berichterstattung „dürfte uns schnell den
Vorwurf einbringen, wir seien ein ‚Russenblatt‘“.
Aber da könne Baganz Entwarnung geben – „noch hat sich Herr Putin nicht bei
mir gemeldet“. Als ob der russische Präsident persönlich die
Propagandamaschinerie des Kremls ölen müsste.
9 Feb 2026
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## AUTOREN
(DIR) Matthias Meisner
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