# taz.de -- + + + USA unter Donald Trump + + +: Trump verteidigt sich nach Rassismus-Post
> Der US-Präsident sieht keine Schuld bei sich, nachdem das Weiße Haus
> einen Post, der eine rassistische Darstellung von Ex-Präsident Obama und
> dessen Frau enthielt, veröffentlicht und später wieder gelöscht hatte.
(IMG) Bild: Donald Trump sieht sich einmal mehr im Recht
## Trump-Regierung muss Bahnprojekt weiterfinanzieren
Eine US-Bundesrichterin hat die Trump-Regierung zur Fortsetzung der
Finanzierung eines neuen Bahntunnels zwischen den Bundesstaaten New York
und New Jersey aufgefordert. Das Urteil am Freitag (Ortszeit) kam kurz vor
dem vorgesehenen Stopp der Bauarbeiten und dem dadurch drohenden Verlust
von etwa 1.000 Jobs. Die Trump-Regierung hatte vor Monaten bekanntgegeben,
dass sie 16 Milliarden Dollar für das Infrastrukturprojekt zurückhalten
werde, und dabei auf den damaligen Shutdown der Regierung verwiesen.
New York und New Jersey hatten bei Gericht eine einstweilige Verfügung
beantragt, um die Regierung daran zu hindern, die Gelder zurückzuhalten.
US-Bezirksrichterin Jeannette A. Vargas kam dem Antrag nach. Das Weiße Haus
und das US-Verkehrsministerium reagierten zunächst nicht auf eine
Kommentaranfrage.
Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James nannte das Urteil „einen
wichtigen Sieg für Arbeiter und Pendler in New York und New Jersey. Ich bin
dankbar, dass das Gericht schnell gehandelt hat, um diesen sinnlosen
Finanzierungs-Stopp zu blockieren“, teilte James mit. „Das
Hudson-Tunnel-Projekt ist eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte im
Land und wir werden weiter dafür kämpfen, um dafür zu sorgen, dass der Bau
ohne unnötige Einmischung durch die Bundesbehörden weitergehen kann.“
Der Tunnel soll die Verkehrsbelastung in einem mehr als 110 Jahre alten
anderen Bahntunnel zwischen New York und New Jersey reduzieren. (ap)
## Pentagon beendet akademische Zusammenarbeit mit Harvard
Das US-Verteidigungsministerium beendet seine Zusammenarbeit mit der
Elite-Universität. Soldaten würden künftig nicht mehr für Studienprogramme
nach Harvard geschickt, kündigte Verteidigungsminister Pete Hegseth am
Freitag (Ortszeit) an. Die Harvard-Universität wird von der Regierung von
Präsident Donald Trump schon seit vergangenem Jahr massiv unter Druck
gesetzt. Die Regierung wirft Harvard und anderen Elite-Hochschulen des
Landes vor, von linksgerichteten Anschauungen geprägt zu sein.
Hegseth erklärte: „Zu lange hat dieses Ministerium unsere besten und
klügsten Offiziere nach Harvard geschickt, in der Hoffnung, dass die
Universität unsere Kriegerkaste besser verstehen würde.“ Stattdessen seien
aber viele Offiziere zurückgekehrt, die den Kopf voll gehabt hätten mit
„globalistischen und radikalen Ideologien, die unsere Kampftruppe nicht
verbessern“.
Die Zusammenarbeit mit Harvard solle zum Studienjahr 2026/2027 eingestellt
werden, so dass laufende Jahrgänge ihre Ausbildung noch beenden könnten,
teilte das Pentagon mit. Das Verteidigungsministerium schickt bislang
Armeemitglieder zur militärischen Ausbildung, im Rahmen von Stipendien oder
weiteren Programmen nach Harvard.
„Harvard ist woke; das Kriegsministerium ist es nicht“, schrieb Hegseth im
Onlinedienst X. Er bezeichnet das Verteidigungsministerium inzwischen als
„Kriegsministerium“. Das Attribut „woke“ wird in rechtsgerichteten Kreisen
als Synonym für angeblich intolerante und extreme gesellschaftspolitische
Haltungen linker Kräfte verwendet.
Hegseth kündigte ferner an, dass die Zusammenarbeit seines Ministeriums mit
allen Universitäten der sogenannten Ivy League überprüft werden solle. „Ivy
League“ ist ein Sammelbegriff für besonders prestigereiche Unis im
Nordosten der USA, zu ihr gehören unter anderem auch Princeton und Yale.
(afp)
## Trump überrascht von Buh-Rufen gegen Vance
US-Präsident Donald Trump hat sich über die Buhrufe gegen seinen [1][Vize
JD Vance] bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Italien
überrascht gezeigt. Angesprochen auf die kritischen Reaktionen verwies er
im Regierungsflieger Air Force One vor Journalisten darauf, dass die Leute
seinen republikanischen Parteifreund mögen würden. Fairerweise müsse man
aber sagen, dass der US-Vizepräsident zurzeit in einem anderen Land
unterwegs sei – „in diesem Land (den USA) wird er nicht ausgebuht“, betonte
Trump.
Diese Behauptung stimmt allerdings nicht. Allein in der US-Hauptstadt
Washington wurde Vance im vergangenen Jahr mehrmals öffentlich ausgebuht,
zum Beispiel beim Besuch eines Konzertes im Kennedy Center, einem
renommierten Kulturhaus, das Trump kurz nach seinem Amtsantritt unter seine
Kontrolle gebracht hat. (dpa)
## Trump lobt Gespräche mit dem Iran
Die indirekten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran im Oman sind
laut US-Präsident Donald Trump positiv verlaufen. „Wir hatten ebenfalls
sehr gute Gespräche über den Iran, der Iran scheint sehr daran interessiert
zu sein, ein Abkommen zu schließen“, sagte Trump am Freitag (Ortszeit) vor
Journalisten. Eine nächste Gesprächsrunde werde „Anfang der kommenden
Woche“ stattfinden. Der US-Präsident unterzeichnete zudem ein Dekret, in
dem er Handelspartnern des Irans mit weiteren Strafzöllen droht.
Zuvor hatte bereits der iranische Außenminister Abbas Araghtschi das Klima
bei den Verhandlungen in der omanischen Hauptstadt Maskat als „sehr
positiv“ bezeichnet. Laut Araghtschi konzentrierten sich die Gespräche
ausschließlich auf die Atomfrage. Die USA hatten zuvor darauf gedrungen,
dass auch die Unterstützung Teherans für Milizen im Nahen und Mittleren
Osten und sein ballistisches Raketenprogramm auf die Tagesordnung gesetzt
werden müssten.
Bei den Treffen hatten die Delegationen der verfeindeten Staaten nicht
direkt miteinander konferiert, sondern über Vermittler des Oman. (afp)
## IOC bestraft Briten nach ICE-Kritik nicht
Der britische Freestyler Gus Kenworthy muss wegen seines eindeutigen
Statements gegen die US-Einwanderungsbehörde (ICE) keine Bestrafung durch
das Internationale Olympische Komitee fürchten. Kenworthy hatte kurz vor
dem Start der Olympischen Winterspiele in Italien auf Instagram ein Bild
gepostet, auf dem „fuck ICE“ zu sehen ist – nach seinen Angaben hat
Kenworthy den Schriftzug in den Schnee gepinkelt.
„Während der Olympischen Spiele haben alle Teilnehmer die Möglichkeit, ihre
Ansichten gemäß den Richtlinien für die Meinungsäußerung von Athleten zu
äußern. Das IOC reguliert keine persönlichen Beiträge in sozialen Medien“,
teilte ein IOC-Sprecher der Press Association mit. Sportlerinnen und
Sportlern sind laut der Olympischen Charta Regel 50 politische Proteste
oder Botschaften während der Spiele in großen Teilen verboten.
„Unschuldige Menschen wurden ermordet, und es reicht jetzt. Wir können
nicht länger zusehen, wie ICE weiterhin mit ungehinderter Macht in unseren
Gemeinden agiert“, schrieb Kenworthy (34), der bei den Spielen 2014 in
Sotschi noch für die USA die Silbermedaille im Slopestyle gewann, dazu.
(dpa)
## US-Richter ordnet Rückholung dreier abgeschobener Familien an
Ein Richter in Kalifornien hat die Rückholung dreier aus den USA
abgeschobener Familien angeordnet. Ihnen hätte der Verbleib im Land
gestattet werden müssen, stellte Bezirksrichter Dana Sabraw mit Sitz in San
Diego fest. Er verwies auf eine rechtliche Regelung zur Praxis in der
ersten Amtszeit von Präsident Donald Trump, rund 6.000 Kinder an der
Südgrenze zu Mexiko von ihren Eltern zu trennen. Vom damaligen Vorgehen der
Behörden waren die drei abgeschobenen Familien betroffen.
Dabei habe jede Mutter der Familien auf Grundlage der Regelung einen
humanitären Aufenthaltsstatus erhalten, der es ihnen erlaube, bis 2027 in
den USA zu bleiben, erklärte Sabraw. Betroffen war eine Frau und ihre drei
Kinder, darunter eines im Alter von sechs Jahren mit US-Pass. Sie wurden im
Juli 2025 nach Honduras abgeschoben. Zuvor seien sie innerhalb von zwei
Monaten mindestens elf Mal aufgefordert worden, sich bei der
Einwanderungsbehörde ICE zu melden, berichtete die Frau. Dies habe dazu
geführt, dass sie ihren Arbeitsplatz verloren habe.
Sabraw wies das Argument von Anwälten der Regierung zurück, wonach die
Familie die USA freiwillig verlassen habe. Die Frau erklärte, ICE-Beamte
hätten sie zu Hause aufgesucht und sie aufgefordert, ein Dokument zu
unterzeichnen, mit dem sie sich mit der Ausreise einverstanden erklärt
hätte. Sie habe dies jedoch verweigert. „Das machte für diese Beamten
keinen Unterschied. Sie brachten mich und meine Kinder in ein Motel und
entfernten meine elektronische Fußfessel. Sie hielten uns drei Tage lang
fest und schoben uns dann nach Honduras ab.“ Die beiden anderen Familien
berichteten, es sei ihnen ähnlich ergangen.
Der Richter ordnete zudem an, dass die Regierung die Kosten für die
Rückholung der Familien tragen müsse. (ap)
## Trump will mit rassistischem Post „keinen Fehler“ gemacht haben
US-Präsident Donald Trump will sich für den Post auf seinem
Social-Media-Account, der eine rassistische Darstellung von Ex-Präsident
[2][Barack Obama] und dessen Frau als Affen enthielt, nicht entschuldigen.
Auf eine entsprechende Frage sagte er vor Journalisten: „Nein, ich habe
keinen Fehler gemacht.“
Er habe sich lediglich den Beginn des Videos angeschaut, sagte Trump. Er
nehme an, dass am Ende etwas zu sehen gewesen sei, was Leuten nicht gefalle
– ihm gefalle es auch nicht, aber er habe es nicht gesehen, sagte er.
Trumps Aussagen dazu ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Das Weiße
Haus hatte zunächst versucht, den Beitrag mit der rassistischen Darstellung
zu rechtfertigen, später wurde die Schuld dafür auf einen Mitarbeiter
geschoben.
Am Freitag war der Beitrag nach massiver Kritik von Trumps Account auf
seiner Online-Plattform Truth Social gelöscht worden. „Ein Mitarbeiter des
Weißen Hauses veröffentlichte den Beitrag fälschlicherweise“, teilte ein
hochrangiger US-Beamter mit.
Zunächst hatte das Weiße Haus allerdings versucht, den Beitrag zu
verteidigen. Regierungssprecherin Karoline Leavitt schrieb in einem
Statement, das zum Beispiel der TV-Sender CNN verbreitete, man solle mit
der gespielten Empörung aufhören. Es handle sich um einen Ausschnitt aus
einem Internet-Meme-Video, in dem Trump als König des Dschungels und die
Demokraten als Charaktere aus dem Filmklassiker „König der Löwen“
dargestellt seien.
Selbst aus den Reihen der Republikaner gab es Kritik an dem Post. Der
schwarze, republikanische Senator Tim Scott etwa schrieb auf der Plattform
X, es sei das Rassistischste, was er bisher aus diesem Weißen Haus gesehen
habe. „Der Präsident sollte das entfernen“. Trump sagte nun, dass er mit
Scott gesprochen habe und dieser „großartig“ sei.
Der US-Präsident hat schon häufiger rassistische Äußerungen und Bilder
verbreitet. Er selbst meinte aber am Freitag (Ortszeit) vor Journalisten im
Regierungsflieger Air Force One: „Ich bin übrigens der am wenigsten
rassistische Präsident, den ihr seit langem hattet“. (dpa)
7 Feb 2026
## LINKS
(DIR) [1] /Debatte-ueber-JD-Vance/!6023999
(DIR) [2] /Epstein-Kontroverse/!6102487
## TAGS
(DIR) Super Bowl
(DIR) Kolumne Gesten der Macht
(DIR) Schwerpunkt USA unter Trump
## ARTIKEL ZUM THEMA
(DIR) Bad Bunny beim Super Bowl: Hase gegen Hass
Gerade erst bekam er den Grammy für das "Album des Jahres", am Sonntag
tritt Bad Bunny beim Super Bowl auf. Wer ist der Künstler, der das
MAGA-Lager so reizt?
(DIR) Was will der Film „Melania“?: Auf ihren Heels wirkt sie wie der Trump Tower
In ihrer „kreativen Erfahrung“ stellt Melania ihren Donald als von der
Justiz verfolgte Unschuld dar. Klingt milde, ist aber MAGA-Propaganda.
(DIR) Neues US-Regierungsportal: Trump setzt seinen Namen über günstigere Medikamente
Der US-Präsident lanciert ein Regierungsportal, das Medikamente billiger
anbietet. Dadurch sollen die Lebenshaltungskosten sinken. Ob das was
bringt, ist fraglich.