# taz.de -- Neue Präsidentin in Costa Rica: Ein schlechtes Omen
       
       > Costa Rica ist ein Stabilitätsanker in Mittelamerika. Durch die neue
       > Präsidentin drohen die positiven Merkmale des Landes geschleift zu
       > werden.
       
 (IMG) Bild: Laura Fernandez am 1. September auf der Wahlparty in San Jose, Costa Rica
       
       Laura Fernández heißt die kommende Präsidentin von Costa Rica. Sie
       übernimmt die [1][Schlüssel des Präsidentenpalastes von ihrem politischen
       Mentor: Rodrigo Chaves Robles]. Das sorgt für politische Kontinuität – doch
       leider der bedrohlichen Art, denn Robles steht für einen politischen
       Rechtsruck mit autoritärem Touch wie in El Salvador. [2][Den dort autoritär
       regierenden Nayib Bukele] hat Laura Fernández als ihr Vorbild bezeichnet;
       seiner Null-Toleranz-Politik gegenüber Drogenbanden und organisierter
       Kriminalität will sie folgen. Der laufende Bau eines
       Hochsicherheits-Gefängnisses in Costa Rica ist der erste Schritt in diese
       Richtung. Dass Fernández ihrem Vorbild auch bei der Absenkung von
       Rechtsnormen, den Angriffen auf die Justiz und deren Politisierung folgen
       wird, ist laut der politischen Opposition durchaus wahrscheinlich.
       
       Das ist eine schlechte Nachricht für die „Schweiz Lateinamerikas“, wie
       Costa Rica noch vor Kurzem gern genannt wurde. Anders als die fragilen
       Nachbarstaaten verfügt das Land über eine stabile Demokratie, ein
       funktionierendes Sozialsystem und eine einigermaßen unabhängige Justiz.
       Diese demokratischen Institutionen sind jedoch schon unter Chaves Robles
       immer wieder attackiert worden – und das könnte sich unter Laura Fernández
       fortsetzen: Sie hat ihrem Mentor einen Platz im Kabinett zugesichert. Unter
       Robles erfolgte auch der Frontalangriff auf das „Gesetz 8904“, das offenen
       Tagebau in Costa Rica seit 2010 verbietet. Das Schreddern des Moratoriums
       scheiterte damals. Doch der Versuch könnte mit der neuen Konstellation im
       Parlament, wo die konservative Partei der Präsidentin 30 von 57 Mandanten
       hält, wiederholt werden.
       
       Das wäre ein Desaster für Costa Rica, das zu großen Teilen von seinem
       nachhaltigen Image, dem Schutz der Natur und dem Öko-Tourismus lebt. Ob das
       alles unter Laura Fernández zur Disposition steht, ist unklar. Klar ist
       jedoch, dass Bergbau unter ihrem Vorbild Nayib Bukele in El Salvador seit
       2024 wieder möglich ist. Ein schlechtes Omen.
       
       2 Feb 2026
       
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